Milde-Biese-Aland

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Aland (Fluss))
Wechseln zu: Navigation, Suche
Milde-Biese-Aland
Naturnaher Abschnitt des Aland in seinem Unterlauf

Naturnaher Abschnitt des Aland in seinem Unterlauf

Daten
Gewässerkennzahl DE: 5916
Lage Altmark
Flusssystem Elbe
Abfluss über Elbe → Nordsee
Quelle nahe Letzlingen
Mündung In Schnackenburg in die ElbeKoordinaten: 53° 2′ 19″ N, 11° 34′ 4″ O
53° 2′ 19″ N, 11° 34′ 4″ O
Länge 97 km
Einzugsgebiet 1864 km²
Abfluss am Pegel Dobbrun[1]
AEo: 1597 km²
Lage: 36,7 km oberhalb der Mündung
NNQ (26. August 1976)
MNQ 1971/2012
MQ 1971/2012
Mq 1971/2012
MHQ 1971/2012
HHQ (29. Januar 1994)
80 l/s
1 m³/s
5,99 m³/s
3,8 l/(s km²)
23,9 m³/s
51,1 m³/s
Rechte Nebenflüsse Uchte
Kleinstädte Gardelegen, Kalbe, Osterburg, Seehausen
Gemeinden Schnackenburg

Milde, Biese und Aland sind die Namen von Ober-, Mittel- bzw. Unterlauf eines 97 Kilometer langen westlichen Nebenflusses der Elbe, der keinen Namen für den Gesamtlauf hat. Er liegt großteils in Sachsen-Anhalt, der unterste Lauf mit der Mündung jedoch in Niedersachsen, und entwässert mit seinen Zuflüssen große Teile der nördlichen Altmark.

Milde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Milde entspringt auf der Letzlinger Hochfläche im Moorgebiet nördlich vom Gardelegener Ortsteil Letzlingen in Richtung Polvitz am Südende der Mildewiesen in einer Höhe von 70 m ü. NHN. Der Fluss fließt nach Norden in Richtung Elbe. Der Flussname erscheint im Jahre 1007 im Namen des eingegangenen Ortes und Teiches Myldehouede, Mildehovet, Mildanhovede (Mildehaupt) der später wüsten Dorfstelle Hohe Milde. Ursprünglich war die langgestreckte Niederung der Mildewiesen ein Bruchwald mit Erlen, Birken und Haselsträuchern.

Oberhalb von Gardelegen nimmt die Milde links die Weteritz (Weteritzgraben) und in der Stadt selbst den Rottgraben und den von Hottendorf kommenden Lausebach auf. Rechts wird sie vom Hemstedter Bach und links durch den von den Zichtauer Bergen kommenden Wiepker Bach verstärkt.

Nach ungefähr 16 Kilometern bei Kalbe (Milde) biegt die Milde nach Osten ab. Im Mittelalter floß die Milde westlich an Kalbe vorbei und verzweigte sich in zwei Arme, die den Werder (Kalbescherer Werder) umflossen. Der östliche Arm war die Alte Milde, der westliche der Augraben. Später leitete man die Milde über Kalbe wo ihre Wasser zur Füllung des Burggrabens und zum Antrieb der Burgmühle benutzt wurden. Diese Kleinstadt wird wegen ihrer vielen Brücken über die Milde auch Klein-Venedig genannt. Hier beginnt das Mildetal, das als eine der reizvollsten Landschaften in der zentralen Altmark gilt.

Die östlich von Mehrin in die Milde mündende etwa 40 km, lange Untere Milde oder Voßfleete ist der Entwässerungsgraben des Großen Bruches, das sich nach Westen bis Apenburg und bis zur Purnitzniederung hinzieht.

Nach weiteren rund 15 Kilometern (von Kalbe aus betrachtet), ab dem Dorf Beese, wechselt der Fluss seinen Namen - bei Butterhorst vereinigt sich die Milde mit dem Secantsgraben, genauer gesagt mit der Biese, die dem Flusse nach der Aufnahme der Unteren Milde von Beese ab bis zur Einmündung des von Werben zufließenden Tauben Aland den Namen gibt.

Der Flussabschnitt der Milde ist circa 39 Kilometer lang.

Biese[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Beese führt der Fluss den Namen Biese. Dieser Name stammt von dem etwa 27 km langen Flüsschen, dessen Quellbach der Beesegraben ist. Er entspringt bei Beesewege. Die Biese (Biese = Beese = Binse, alte Form besewhede = Binsentränke), „Bisa oder Beza von den alten Basana genant, entspringt nit fern von Besewege einem Dorfe nach dem Abend samlet sich hefftig aus den Morassen und Pfulen der wälde bey Woldenhagen, Baden, Lindstedte“.[2] Der Beesegraben tritt bei Kläden in die breite, früher bruchige Niederung und heißt nun bis zur Einmündung in die Milde in Höhe von Butterhorst Schau- oder Secantsgraben.

Bei Osterburg mündet die von Stendal kommende Uchte in die Biese. Südlich von Seehausen wechselt der Name mit der Einmündung des Tauben Alands in Aland.

Die Biese misst etwa 31 Kilometer.

Aland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alandbrücke bei Pollitz
See (Altwasser) in der Alandniederung nahe der Mündung

Ab der Einmündung des Tauben Alands südlich Seehausens heißt der Fluss (der) Aland.

Der Aland entspringt als Tauber Aland beim Dorf Räbel nahe der Elbe, fließt nordwestlich an Werben vorbei und nimmt im Süden von Seehausen nördlich des Biesenhofes die Biese auf.

Im Unterlauf wechselt der Aland aus der Altmark in den Landkreis Lüchow-Dannenberg, wo er nach rund zwei Kilometern bei Schnackenburg in die Elbe mündet. Der größte Teil der Fließstrecke befindet sich innerhalb des Elbe-Urstromtals.

Der als Aland bezeichnete Flussabschnitt ist ungefähr 27 Kilometer lang.

Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt hauptsächlich Entwässerungsgräben als Zufluss, aber auch einige Bäche.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Elbegebiet, Teil III 2012. ISSN 0949-3654. Freie und Hansestadt Hamburg, Hamburg Port Authority, S. 133, abgerufen am 25. Juli 2015 (PDF, deutsch, Auf: hamburg-port-authority.de).
  2. Entzelt, Christoph: [[[Uniform Resource Name|urn]]:nbn:de:kobv:517-vlib-7157 Christoph Entzelts Altmärkische Chronik 1579.] Hermann Bohm, 1911, S. 44-45, abgerufen am 12. Juni 2017.