Albert Küppers

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Albert Küppers 1870, Bild von Rudolf Schick

Albert Hermann Küppers (* 22. Februar 1842[1] in Coesfeld; † 11. Oktober 1929 in Bonn) war ein deutscher Bildhauer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albert Küppers war der Sohn des Konditormeisters Heinrich Küppers und seiner Ehefrau Klara Edelbrock in Coesfeld.[2] Nach einem kurzen Aufenthalt in Holland begann er 1859 sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste München in der Antikenklasse. Er wurde Schüler von Johann von Halbig und Max von Widnmann. Nach Erhalt eines Stipendiums setzte er sein Studium 1863 an der Berliner Kunstakademie fort (einer Vorgängerin der Akademie der Künste) und erhielt etliche Preise. Küppers arbeitete in den Ateliers von Hugo Hagen und Albert Wolff. 1866 ging er nach London und studierte dort, je ein Jahr lang, bei John Henry Foley[3] und Thomas Woolner.[4] Er zog 1868 nach Bonn. 1869 erhielt er den großen Staatspreis der Berliner Akademie für sein Werk Auferstehung des Lazarus. Nach einem Aufenthalt in Rom (in der deutschen Bildhauerkolonie) ließ er sich 1876 endgültig in Bonn nieder. 1877 wurde er akademischer Zeichenlehrer an der Bonner Universität, 1878 fest angestellt, später Kunstprofessor und 1922 akademischer Ehrenbürger der Universität. Er wohnte und arbeitete in einem Gebäude direkt neben dem sogenannten Gärtnerhäuschen am Poppelsdorfer Weiher. Der Backsteinbau ist inzwischen abgerissen worden.[5] Küppers ist auf dem Poppelsdorfer Friedhof in Bonn beigesetzt. Viele seiner Werke sind auf dem Alten Friedhof Bonn zu finden. Sein Sohn Otto Küppers (1888–1986) war Landschaftsmaler und Restaurator in Bonn.[6]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skulpturen und Plastiken auf dem Alten Friedhof Bonn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bonn: Nöggerath-Grabfigur
  • Marmorbüste (1869) für den Mathematiker und Physiker Julius Plücker
  • Kriegerdenkmal 1870/71, in Zusammenarbeit mit dem Berliner Architekten Arnold Hartmann (enthüllt am Sedantag 1877)
  • Marmor-Medaillon für den Universitätsmusikdirektor Heinrich Carl Breidenstein (1796–1876)
  • Christus-Medaillon für den Oberlieutenant Dietrich von der Lippe (1798–1876)
  • Marmor-Medaillon für den evangelischen Theologen Albrecht Wolters (1822–1878)
  • Sitzplastik (1881) für den Mineralogen, Geologen und preußischen Berghauptmann Johann Jacob Nöggerath
  • Marmor-Medaillon (1881) für den Pharmazeuten Karl Friedrich Mohr
  • Bronzebüste (1883) für den Chirurgen Carl David Wilhelm Busch (1826–1881)
  • Marmor-Medaillon (1883) für den Historiker Carl von Noorden
  • Marmor-Medaillon (1884) für den Althistoriker Arnold Schäfer
  • Marmor-Medaillon für Annie Matilde Ebbinghaus (1852–1885)
  • Marmor-Medaillon (1886) für den Juristen Rudolf Klostermann
  • Bronze-Medaillon (1887) für den Sanitätsrat Franz Richarz (1812–1887)
  • Marmor-Medaillon (1888) für den Mineralogen und Geologen Gerhard vom Rath
  • Marmor-Medaillon (1889) für den evangelischen Theologen Theodor Christlieb
  • Bronze-Medaillon (1889) für den Mediziner Hugo Rühle
  • Bronze-Medaillon für den Bergbau-Professor Ernst Heinrich von Dechen
  • Bronze-Medaillon (1895) für den Beigeordneten der Stadt Bonn Peter Innocenz Eller (1818–1893)
  • Bronze-Medaillon (1895) für den Lehrer J. B. Giesen (1828–1893)
  • Marmor-Relief für den Kurator der Universität Bonn Otto Gandtner (1822–1895)
  • Bronze-Medaillon (1897) für den Gymnasiallehrer Peter Leber (1829–1895)
  • Grabmal (1897) für den altkatholischen Theologen Joseph Hubert Reinkens
  • Bronze-Medaillon (1897) für den Mediziner Carl Jacob Velten (1819–1896)
  • Bronzerelief (1907) für den Mediziner und Sportpionier Ferdinand August Schmidt (1852–1929)
  • Grabmal (1910) für den Kunstsammler Carl Roettgen (1837–1909)
  • Bronzerelief (1912) für den evangelischen Theologen Friedrich E. Sieffert (1843–1911)
  • Marmorrelief (1912) für den Juristen Carl Caspar Wassermeyer (1834–1912)

Skulpturen und Plastiken auf dem Poppelsdorfer Friedhof Bonn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bronze-Medaillon (1897) für den Chemiker Friedrich August Kekulé von Stradonitz
  • Bronze-Medaillon (1904) für den Geologen August Huyssen (1824–1903)
  • Bronze-Medaillon (1909) für den Juristen Matthias Klein (1845–1909)
  • Bronze-Relief (1910) für den Zeitungsverleger Hermann Neusser[7] (1839–1909)
  • Bronze-Relief (1911) für den Industriellen Franz Burgers (1845–1911)
  • Bronze-Relief (1912) für den Althistoriker Heinrich Nissen

Sonstige Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bonn: Karl-Simrock-Denkmal im Hofgarten
  • Relief Elisa weissagt den Königen
  • Figurengruppe Auferweckung des Lazarus
  • Relief Die Söhne Jakobs bringen dem Vater den blutigen Rock Josephs
  • Relief Ödipus mit seinen Töchtern auf Kolonos
  • Marmorstatue der Heiligen Helena
  • Vier Portraitmedaillons am Nordwest-Flügel[8] des Verwaltungsgebäudes der Bergwerksdirektion Saarbrücken[9]
  • Marmorbüste (1885) des Juristen Johann August Roderich von Stintzig (1825–1883)[10]
  • Marmorbüste (1897) des Mediziners Carl Velten (1819–1896) [11]
  • Brunnenanlage und Denkmal (1898) für den Industriellen Friedrich Grillo in Gelsenkirchen-Schalke (demontiert)
  • Denkmal für Karl Joseph Simrock (1900–1903)[12]
  • Marmorbüste (1903) des Chirurgen Carl David Wilhelm Busch (1826–1881)[13]
  • Bronzebüste (1904) für den Dermatologen Joseph Doutrelepont
  • Bronzebüste (1907) für den Agrarwissenschaftler Theodor von der Goltz
  • Bronze-Plakette (1910) für den Historiker Moriz Ritter, Universität Bonn [14]
  • Marmor-Medaillon (1911) für Mathilde und Otto Wesendonck (die Stifter der nach ihnen benannten Sammlung) im Rheinischen Landesmuseum
  • Bronzebüste (1912) des Germanisten Wilhelm Wilmanns
  • Nachguss einer Marmorbüste (1921) des Komponisten Ludwig van Beethoven[15]
  • Marmorbüste des Museumsdirektors Felix Hettner (1851–1902)[16]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Biographisches Künstler-Lexikon, Leipzig 1882
  • Ulrike Helbig: Albert Herrmann Küppers (1842–1929), Bildhauer und akademischer Zeichenlehrer der Universität Bonn, Magisterarbeit, Bonn 1986
  • Peter Bloch, Sibylle Einholz, Jutta von Simson (Hrsg.): Ethos und Pathos, die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Berlin 1990
  • Josef Niesen, Bonner Personenlexikon, 3. Auflage, Bonn 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Albert Küppers – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auf Küppers Grabstein (Poppelsdorfer Friedhof Bonn) steht 1842 als Geburtsjahr und bei der Immatrikulation 1859 in München hat Küppers sein Alter mit 17 angegeben.
  2. Sein Bruder Igna(t)z Küppers war Seminarleiter in Siegburg, später Schulrat in Berlin und einer der Mitbegründer der Alt-Katholischen Kirche in Deutschland (Hinweis von Roswitha Schubert aus Wunstorf-Steinhude, einer Urgroßnichte des Bildhauers)
  3. aus Dublin gebürtiger Bildhauer (1818–1874), von ihm stammt das O’Connell-Denkmal in Dublin
  4. englischer Bildhauer und Dichter (1825–1892)
  5. Bonner General-Anzeiger, 27. August 1968
  6. Mitteilung des Auktionshauses Michael Zeller (Lindau): „Otto Küppers, geb. 1888 in Bonn, war tätig ebenda und um 1930 noch genannt, studierte 1907–1912 an der Düsseldorfer, 1913–1914 an der Berliner Akademie.“ Von ihm stammt die Kopie eines Porträts, das Rudolf Schick (* 8. August 1840 in Berlin; † 26. Februar 1887 ebenda) gemalt hat. Es zeigt Albert Küppers im Alter von 28 Jahren. Die Kopie befindet sich in Privatbesitz.
  7. Neusser ist einer der Stifter des Vereins Beethoven-Haus
  8. Heinrich Böcking, Ernst Heinrich von Dechen, Otto Krug von Nidda und Leopold Sello
  9. von Martin Gropius und Heino Schmieden 1877–1880 errichtet
  10. in der Bonner Universitäts-Bibliothek
  11. nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Linguisten; Kunstsammlung der Berliner Charité
  12. Es wurde am 15. Juli 1903 enthüllt und stand bis 1940 im Bonner Hofgarten, heute liegen die Reste auf dem Bonner Bauhof.
  13. Kunstsammlung der Berliner Charité
  14. Quelle: Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg
  15. im Beethoven-Haus Bonn
  16. im Rheinischen Landesmuseum Trier