Eduard Trier

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Eduard Trier (* 4. Januar 1920 in Köln; † 27. Juni 2009 in Köln) war ein deutscher Kunsthistoriker, Ausstellungskurator und Hochschulrektor. Er war Verfasser zahlreicher Schriften zur modernen Kunst.

Werdegang[Bearbeiten]

Trier wurde als Sohn des Postbeamten Hans Trier und seiner Ehefrau Helene (geb. Hagen) geboren. Sein älterer Bruder war der spätere Maler Hann Trier. Ab 1938 besuchte der das Gymnasium Kreuzgasse in Köln und wurde anschließend zum Kriegsdienst eingezogen. Nach seiner Entlassung aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft studierte er Kunstgeschichte an den Universitäten Köln und Bonn. Sein Interesse galt der Bildhauerkunst des 14. und 15. Jahrhunderts und der Profanikonographie des späten Mittelalters, doch verlor er nie die Entwicklungen der zeitgenössischen Kunst aus den Augen. Er schrieb seit 1948 Kunstkritiken für Tageszeitungen und Zeitschriften wie den Bonner „General-Anzeiger“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und „Die Zeit“ und inventarisierte unter Hermann Schnitzler die Skulpturen des Kölner Schnütgen-Museums. 1952 wurde Trier mit einer Arbeit über die mittelalterlichen Holzskulpturen der acht Propheten aus dem Kölner Rathaus promoviert.[1] 1953 heiratete er die Kölner Restauratorin Edith Brabender, das Paar hatte drei Kinder, darunter Marcus Trier (* 1962).

Wirken[Bearbeiten]

In dem von Ernst Thiele für den Deutschen Kunstrat bearbeiteten „Die Situation der bildenden Kunst in Deutschland“ aus dem Jahre 1954 gelang Eduard Trier laut ZEIT in „vorbildlicher Weise“ eine „resümierende Geschichte der deutschen Gegenwartskunst“[2]. 1959 war Trier Ausstellungskurator bei der von Arnold Bode inszenierten documenta II in Kassel und schrieb den Einleitungstext zu Band 2 des Katalogs. 1964 war er im Ausschuss für Malerei, Skulptur und Druckgrafik der von Bode und Werner Haftmann organisierten documenta III . Auf seinen Vorschlag hin nahm Joseph Beuys mit Zeichnungen und vier Skulpturen an der Ausstellung teil.[3] In den Jahren 1964 und 1966 war Eduard Trier Kommissar des Deutschen Pavillons auf der Biennale von Venedig. 1964 stellte er die Arbeiten der Künstlerkollegen Norbert Kricke und Joseph Fassbender vor, 1966 zeigte er in Venedig Werke von Horst Antes, Günter Haese und Günter Ferdinand Ris.

Am 1. April 1964 wurde Trier auf einen Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der Kunstakademie Düsseldorf berufen. Von 1965 bis 1972 war er Direktor der Akademie und an den Auseinandersetzungen um die Zulassungsregeln der Akademie beteiligt, in deren Verlauf Joseph Beuys seine Entlassung durch das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium unter Johannes Rau provozierte. Der auf Lebenszeit berufene Trier kündigte, sein Nachfolger wurde der Bildhauer Norbert Kricke. 1972 wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf verliehen.

Im gleichen Jahr wechselte Trier nach Bonn und wurde einer der beiden Direktoren des Kunsthistorischen Instituts der Universität, 1985 wurde er emeritiert. Trier gehörte der Jury des Max-Ernst-Stipendiums der Stadt Brühl an und war Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Max Ernst Gesellschaft.

Schriften[Bearbeiten]

  • Die Propheten-Figuren des Kölner Rathauses. Teil I. In: Wallraf-Richartz-Jahrbuch. 15, 1953, ISSN 0083-7105, S. 79–102 und dass. Teil II. Ein Beitrag zur Profan Ikonographie des Mittelalters. In: ebd. 19, 1957, S. 193–224.
  • Moderne Plastik. Von Auguste Rodin bis Marino Marini. Mann, Berlin 1954.
  • gemeinsam mit Willy Weyres (Hrsg.): Kunst des 19.Jahrhunderts im Rheinland. 5 Bände. Schwann, Düsseldorf 1980, ISBN 3-590-30251-8.
  • Als Freigelassener im Bonner Vorfrühling. In: Bonn - Jahre des Aufbruchs. General-Anzeiger, Bonn 1986.
  • Bildhauertheorien im 20. Jahrhundert. Neuausgabe, völlig neu bearbeitet, verbessert und erweiterte 5. Auflage. Mann, Berlin 1999, ISBN 3-7861-1879-5.
  • Schriften zu Max Ernst. Herausgegeben von Jürgen Pech. Wienand, Köln 2000, ISBN 3-87909-337-7.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eduard Trier: Die Propheten des Kölner Rathauses. Maschinenschriftliche Dissertation, Universität Bonn, 1952
  2. Kunstlexikon, DIE ZEIT, 30. Juni 1955
  3. Götz Adriani, Winfried Konnertz, Karin Thomas: Joseph Beuys, DuMont, Köln, 1994, S. 62