Alberto Korda

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Das Original im Vollformat.
90-mm-Objektiv, Leica M2, Kodak Plus-X., Bildnummer 40.

Alberto Díaz Gutiérrez, bekannt geworden als Korda (* 14. September 1928 in Havanna; † 26. Mai 2001 in Paris), war ein kubanischer Fotograf.

Biografie[Bearbeiten]

Alberto Díaz Gutiérrez begann seine Karriere 1956 als Werbe- und Modefotograf in Havanna mit einem eigenen, schon zu Zeiten von Präsident Batista bekannten Atelier. Dort gründete er mit seinem aus Manzanillo stammenden Freund Luis Antonio Peirce Byers (1912-1985) das Unternehmen Korda Studios. Der Firmenname wurde kurzerhand von den bekannten ungarisch-britischen Filmregisseuren Alexander und Zoltan Korda entlehnt und fand schließlich auch für die Künstlernamen für beide Fotografen Verwendung: Luis wurde zu Korda dem Älteren (Luis Korda) und Alberto zu Korda (Alberto Korda) dem Jüngeren.

Von 1959 bis 1968 war Alberto Díaz Fotograf der kubanischen Revolutions-Elite, etwa von Fidel Castro, Ernesto „Che“ Guevara und Camilo Cienfuegos, mit denen er auch befreundet war.

Nachdem am 4. März 1960 der mit Waffen und Munition beladene belgische Frachter „La Coubre“ im Hafen Havannas explodierte, fand am Tag darauf unter der Anteilnahme von 150.000 Leuten [1], darunter Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre, auf dem Friedhof Cristóbal Colón die Trauerfeier für die dabei getöteten „Anhänger der Revolution“ statt. Während Castros Trauerrede schuf Díaz „zufällig“ eine der bekanntesten Medienikonen des zwanzigsten Jahrhunderts: Das Porträt des Guerrillero Heroico (des heldenhaften Widerstandskämpfers) Che Guevara, der dabei nur kurze Zeit anwesend war.

Da keine Zeitung das Bild wollte, schenkte der Fotograf es dem italienischen Verleger Giangiacomo Feltrinelli. Veröffentlicht wurde es nach der Ermordung Guevaras, 1967, und es wurde prompt Ikone der Populärkultur und Symbol der 68er-Bewegung, vielfach adaptiertes Kunstwerk und zuletzt noch Logo der Werbeindustrie. Besonders bekannt ist ein von Gerard Malanga im Stil von Andy Warhols Marilyn geschaffenes Bild, das er als „Original Warhol“ verkaufte – Warhol erkannte es hinterher als „sein“ Werk an und strich die Einnahmen aus der weiteren Vermarktung – etwa als Poster – ein.

Alberto Díaz selbst erhielt für die jahrzehntelange Vermarktung seines berühmten Fotos kein Geld. Erst als im Jahr 2000 der Wodka-Hersteller Smirnoff damit warb, klagte er und erhielt 50.000 USD Schadensersatz, die er für kubanische Kinder spendete.

Film[Bearbeiten]

  • Héctor Cruz Sandoval: Kordavision. Dokumentation, Englisch, Spanisch. Studio Starz, Anchor Bay, 2008 (Aufnahmen von Interviews mit Dias, viele Informationen über die Lebensbedingungen auf Kuba am Beispiel von Dias' Erfahrungen und vieles zur Entstehung des berühmten Fotos.)

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gerhard Paul, Das Jahrhundert der Bilder, Band II: 1949 bis heute, Bonn 2008, S.236

Weblinks[Bearbeiten]