Alexander Karle

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Alexander Karle (2017)

Alexander Karle (* 1978 in Neunkirchen) ist ein deutscher Künstler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alexander Karle wuchs im Saarland und im angrenzenden Lothringen auf. Nach seinem Studium der Freien Kunst an der Hochschule der Bildenden Künste Saar wurde er Meisterschüler bei Georg Winter. Er wirkt heute als freischaffender Künstler. Neben der Malerei beschäftigt Karle sich mit unterschiedlichen Medien wie Fotografie, Gestaltung des öffentlichen Raums, Videokunst und Performance.[1]

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karle sieht in der Beschäftigung mit Möglichkeiten der Raumnutzung, der Auswirkung menschlichen Konsumverhaltens und der Wahrnehmung des Menschen seine Kernthemen. Neben Ausstellungen und Projektbeteiligungen organisiert und entwickelt er Formate im alternativen Kunstmarkt sowie der Jugendkultur.[2]

Am 24. November 2010 wurde seine minimalistische Holzskulptur Karli auf dem Platz vor der ehemaligen Bergwerksdirektion (heute: Einkaufszentrum „Europa-Galerie“) aufgestellt.[3] Im Jahr 2015 bezog er sein Atelier im leerstehenden Garelly-Haus in Alt-Saarbrücken.

Am 17. Januar 2017 musste sich Karle vor Gericht verantworten, da er Anfang des Jahres 2016 im Rahmen seines Videoprojektes pressure to perform in den abgesperrten Altarbereich der Basilika St. Johann eingedrungen war, auf dem Zelebrationsaltar Liegestützen gemacht und sich anschließend auf die Altarmensa gelegt hatte. Den Film zeigte er anschließend in Endlosschleifen in mehreren Schaufenstern. Er gab an, mit seinem Videoprojekt, das im Internet eingestellt wurde, die Themen Religion und Leistungsdruck im Zusammenhang beleuchten zu wollen.[4] Seine Tat sei im Sinne der Kunstfreiheit als nicht strafbar anzusehen. Die betroffene Pfarrei empfand die Liegestütze im Altarraum als Übergriff. Es gab auch aus der Kunstszene kritische Stimmen.[5] Am 10. Juli 2017 wurde Karle durch das Landgericht Saarbrücken vom Vorwurf der Störung der Religionsausübung freigesprochen, jedoch des Hausfriedensbruches für schuldig befunden.[6] Nach einer Revision wurde er zu einer Zahlung von 600 Euro für soziale Zwecke verurteilt.[7]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karli-Holzskulptur
  • Der Hering, No-Budget-Film von Tromla 2004, Kamera
  • rollust, Skate/Video-Veranstaltungen, seit 2005
  • Karli. Minimalistische Holzskulptur in Form eines Podestes. Seit Herbst 2010 in der Saarbrücker Innenstadt
  • kunstbär, offener Kunstmarkt, seit 2012
  • ingwerkarottensuppe, öffentliches Kochen, 2 Wochen, Landwehrplatz, Saarbrücken 2012
  • inweit. Ausstellung vom 11. bis 19. September 2015 in der Galerie Neuheisel Saarbrücken
  • pressure to perform. Video 1:30, 2016
  • Nilles Wandbemalung der Toiletten der Kneipe "Nilles", Saarbrücken 2016
  • Der Saarkohlekanal, Kurz-Dokumentation mit Nicole Burkhardt 3:00 Min, 2016
  • Karte für junge Reisende – Saarbrücken, Idee, Inhalt, 2017
  • Nauwieser Artwalk 3.0, Wandbild aus Sprühfarbe im Nauwieser Viertel, Saarbrücken 2017
  • u a w e, Autorenfilm 29:00 Min, 2017
  • the life of rollo, Kurzfilm 5:00 Min, 2018
  • Erching, Wandbemalung mit Becolin-Lacke, Westspange Saarbrücken, 2019
  • Malstatt maltStadt, Wandbemalung der Unterführung „In der Röth“, Saarbrücken 2019

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mein Büro bei magazin-forum.de
  2. L!VE-Magazin Saar: Kennen sie Karli?, Heft Februar 2015
  3. Kunst im öffentlichen Raum | Landeshauptstadt Saarbrücken. In: www.saarbruecken.de. Abgerufen am 25. Juni 2016.
  4. Katholiken entsetzt: Künstler turnt auf Altar bei sol.de
  5. Hanno Rauterberg: Kultureller Klimawandel in Kunstforum International Bd. 254/Juni 2018 (Web)
  6. Frankfurter Allgemeine Zeitung: Videokünstler freigesprochen: Liegestütze auf dem Altar. Abgerufen am 10. Juli 2017.
  7. 600 Euro Strafe für Videokünstler bei sueddeutsche.de