Alfandary-Haus

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Das Alfandary-Haus, 2009

Das Alfandary-Haus ist ein in der Zimmerstraße 79/80 des Berliner Ortsteils Mitte gelegenes denkmalgeschütztes Geschäftshaus. Es liegt inmitten des ehemaligen Berliner Zeitungsviertels.[1]

Das Haus wurde in den Jahren 1913 bis 1914 vom Architekten John Martens als fünfgeschossiges Haus mit Dachgeschoss errichtet. Bauherren waren die im 19. Jahrhundert aus dem Osmanischen Reich eingewanderten sephardischen Gebrüder Alfandary. Die Fassade ist vollständig verklinkert. Ein Merkmal des Hauses sind die asymmetrisch versetzten Geschosse im Erd- und ersten Obergeschoss. Über dem Eingangsbereich dieser Stockwerke befindet sich ein Terrakotta-Fries unter anderem mit Allegorien des Wohlstands und Überflusses. Ab dem zweiten Obergeschoss besteht ein Versatz der tragenden Pfeiler.

Die Nutzung des Hauses wurde durch eine im zweiten Obergeschoss angebrachte, jeweils rechts und links von Halbmond und Stern eingerahmte Inschrift Alfandary Frères Perser Teppiche angezeigt.

Das Gebäude als Sitz des Verlages und der Redaktion der Tageszeitung Neue Zeit, 1984

Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Haus Sitz der Tageszeitung Neue Zeit, die der Ost-CDU gehörte. Vom West-Berliner Ortsteil Kreuzberg aus konnte man bis zum Jahr 2000 auf der Brandmauer des Alfandary-Hauses eine auffällige Werbung für die Zeitung sehen.

In den Jahren 1999 bis 2001 wurde durch die neue Eigentümerin DEFO (heute: Union Investment Institutional GmbH) das Haus innen und außen renoviert, modernisiert und durch zwei Dachgeschosse ergänzt. Architekt war Manuel Álvarez. Die Terrakotten wurden abgenommen, da wo notwendig ergänzt, instand gesetzt und wieder angebracht.[2] Die zwei neuen Geschosse im Dach sind zur Straßenseite verglast und mit Glaslamellen besetzt. Diese werden abhängig vom jeweiligen Sonnenstand automatisch über Stellmotoren geregelt.[3]

Schicksal der Familie Alfandary[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Teppichgeschäft wurde in der Zeit des Nationalsozialismus aufgegeben und die Familie in alle Welt zerstreut. Einige Mitglieder der Familie wurden in Auschwitz ermordet. Ihres Schicksals und dessen anderer Sepharden in Berlin wurde im Jahr 2010 im Centrum Judaicum in der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße in der Ausstellung „Vom Bospurus an die Spree – Türkische Juden in Berlin“ gedacht.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alfandary-Haus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vom U-Bahnhof Kochstraße aus durchs Zeitungsviertel. In: Berliner Morgenpost, 25. September 2011, Seite 19.
  2. Restaurierungsarbeiten am Alfandary-Haus (PDF-Datei; 982 kB)
  3. Eintrag bei der Architektenkammer Berlin
  4. Ausstellung „Vom Bospurus an die Spree – Türkische Juden in Berlin“

Koordinaten: 52° 30′ 29″ N, 13° 23′ 28″ O