Bezirk Mitte

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Wappen von Mitte
Wappen von Berlin
Mitte
1. Bezirk von Berlin
Bezirk MitteBezirk Friedrichshain-KreuzbergBezirk PankowBezirk Charlottenburg-WilmersdorfBezirk SpandauBezirk Steglitz-ZehlendorfBezirk Tempelhof-SchönebergBezirk NeuköllnBezirk Treptow-KöpenickBezirk Marzahn-HellersdorfBezirk LichtenbergBezirk ReinickendorfBrandenburgOrtsteile des Bezirks Mitte
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Koordinaten 52° 31′ 0″ N, 13° 24′ 0″ OKoordinaten: 52° 31′ 0″ N, 13° 24′ 0″ O.
Fläche 39,47 km²
Einwohner 384.172 (30. Jun. 2019)
Bevölkerungsdichte 9733 Einwohner/km²
Ausländeranteil 32,6[1] % (31. Dez. 2016)
Arbeitslosenquote 9,2[2] % (Okt. 2018)
Postleitzahl 10115, 10117, 10119, 10178, 10179, 10551, 10553, 10555, 10557, 10559, 10785, 10787, 13347, 13349, 13351, 13353, 13355, 13357, 13359, 13407, 13409
Adresse der
Verwaltung
Rathaus Tiergarten
Mathilde-Jacob-Platz 1
10551 Berlin
Website www.berlin-mitte.de
Durchschnittsalter 38,9 Jahre[1] (31. Dez. 2016)
Gliederung
Bezirksschlüssel 01
Gliederung des Bezirks

6 Ortsteile

Politik
Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne)
Stellvertretender Bezirksbürgermeister Ephraim Gothe (SPD)
Sitzverteilung (Bezirksverordnetenversammlung)
Grüne SPD Linke CDU AfD FDP Piraten
14 14 10 7 5 3 2
Sitzverteilung in der BVV

Mitte ist der erste Verwaltungsbezirk von Berlin und hatte 384.172 Einwohner per 30. Juni 2019.[3] Er ist der vom Altersdurchschnitt zweitjüngste in der Metropole.

Der Bezirk entstand 2001 mit der Berliner Verwaltungsreform durch Zusammenlegung der bis dahin eigenständigen Bezirke Wedding, Tiergarten und Mitte.

Im Bezirk Mitte befinden sich sowohl der Regierungssitz als auch die meisten Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland. Gleiches gilt für den Senat von Berlin.

In Berlin-Mitte haben sich eine Vielzahl von Zweigstellen international tätiger Unternehmen angesiedelt. Globale Bekanntheit besteht außerdem durch zahlreiche kulturelle Institutionen und aufgrund seiner Stellung als Gründerzentrum.[4]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezirk Mitte grenzt Im Norden an den Bezirk Reinickendorf, im Osten an den Bezirk Pankow und im Südosten an den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Im Süden teilt er sich die Bezirksgrenze mit dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg und im Westen grenzt er an den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf.

Besiedlungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Großteil des Bezirks ist verhältnismäßig dicht besiedelt mit einer durchschnittlichen Einwohnerdichte, die doppelt so hoch ist wie allgemein in Berlin. Eine Ausnahme bildet der Ortsteil Tiergarten, dessen Einwohnerdichte nur halb so hoch ist wie die von Berlin. Das Hansaviertel ist der flächenmäßig kleinste unter den 96 Ortsteilen Berlins.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er ist einer von zwei Bezirken (neben Friedrichshain-Kreuzberg), die aus Teilen des ehemaligen Ost- und West-Berlin bestehen. Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet Mitte weiterhin den heutigen Ortsteil Berlin-Mitte und nicht den neuen Fusionsbezirk.

Der Bezirk Mitte unterteilt sich in sechs Ortsteile:

Blick auf den Ortsteil Mitte
Ortsteil Wedding
HMKW Campus in Gesundbrunnen
Ortsteil und Ortslagen Fläche (km²) Einwohner[5]
30. Juni 2019
Einwohner
pro km²
Lage
0101 Mitte 10,70 101.932 9.526
MitteHansaviertelTiergartenMoabitWeddingGesundbrunnenBerlinOrtsteile des Bezirks Mitte
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0102 Moabit 7,72 79.512 10.299
MitteHansaviertelTiergartenMoabitWeddingGesundbrunnenBerlinOrtsteile des Bezirks Mitte
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0103 Hansaviertel 0,53 5.894 11.121
MitteHansaviertelTiergartenMoabitWeddingGesundbrunnenBerlinOrtsteile des Bezirks Mitte
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0104 Tiergarten 5,17 14.753 2.854
MitteHansaviertelTiergartenMoabitWeddingGesundbrunnenBerlinOrtsteile des Bezirks Mitte
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0105 Wedding 9,23 86.688 9.392
MitteHansaviertelTiergartenMoabitWeddingGesundbrunnenBerlinOrtsteile des Bezirks Mitte
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0106 Gesundbrunnen 6,13 95.393 15.562
MitteHansaviertelTiergartenMoabitWeddingGesundbrunnenBerlinOrtsteile des Bezirks Mitte
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Straßen und Plätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Auswahl)
Der Gendarmenmarkt

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bezirk Mitte verläuft ein weit verzweigtes Netz der Mischwasserkanalisation, in das Haushaltsabwässer, aber auch Regenwasser aus Freiflächen wie Plätzen, Straßen und Hinterhöfe gesammelt und abtransportiert werden. Durch die Mischung von Regenwasser und Abwasser kommt es bei so genannten Starkregen-Ereignissen lokal zu Überlastungen im Kanalnetz, die dazu führen, dass ungeklärte Mischabwässer in die Spree eingeleitet werden.[6] Der Grund der Spree, wie auch weitere Berliner Innenstadtgewässer, ist außerdem durch Ablagerungen von Sperrmüll und Elektroschrott beeinträchtigt.[7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spreeinsel (gelb) auf einem Stadtplan von 1688

Das alte Berlin entstand an einer Gabelung der Spree, sodass sich eine seichte Furt mit vielen Sandbänken herausbildete. Auf einer erhöhten Sandbank in der Mitte der Spree siedelten die ersten Fischer (genannt: Fischerinsel auf der Spreeinsel von Berlin) und es bildete sich ein Marktflecken heraus – am Molkenmarkt stand der Roland von Berlin, er steht nunmehr am Märkischen Museum.

Die beiden Spreearme sind gegenwärtig stark umbaut, auf der Insel steht im Norden die Museumsinsel. In der Mitte befanden sich früher das Berliner Stadtschloss (1950 gesprengt) und am selben Ort seit 1976 der Palast der Republik, dessen Abriss im Jahr 2009 beendet wurde. Am Ostufer der Spree breitet sich ein großer Platz mit dem Fernsehturm hin zum Alexanderplatz aus. Unweit von der Fischerinsel und dem Molkenmarkt steht das Rote Rathaus und das Nikolaiviertel mit der ältesten Kirche Berlins.

Der Bezirk seit 2001[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Großbezirk Mitte entstand 2001 mit der Berliner Verwaltungsreform durch Zusammenlegung der bis dahin eigenständigen Bezirke Wedding, Tiergarten und Mitte.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kiezbewohner am Leopoldplatz

Am 30. Juni 2019 zählte der Bezirk Mitte 384.172 Einwohner auf einer Fläche von 39,5 Quadratkilometern.[5] Somit lag am Stichtag die Bevölkerungsdichte bei 9.733 Einwohnern pro Quadratkilometer. Am 31. Dezember 2016 lag der Ausländeranteil bei 32,6 Prozent, während der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund am Stichtag bei 50,8 Prozent lag.[1] Beide Werte waren jeweils die höchsten in allen Berliner Bezirken. Die Arbeitslosenquote bezifferte sich am 30. April 2013 auf 14,1 Prozent.[2] Am 31. Dezember 2016 betrug das Durchschnittsalter der Bevölkerung 38,9 Jahre.[1]

Bevölkerungspyramide des Bezirks Mitte, 2010
Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2011 und am 30. Juni 2017
Kategorie 2001 2011[8] 2017[9]
Deutsche und ausländische Einwohner 318.082 333.152 373.944
Durchschnittsalter 39,2 39,2 38,9
Deutsche Staatsangehörige (gesamt) 232.079 241.590 251.263
Deutsche Staatsangehörige ohne Migrationshintergrund 180.775 182.734
Deutsche Staatsangehörige mit Migrationshintergrund 060.815 068.529
Ausländische Staatsangehörige 086.003 091.562 122.681
Ausländer und Einwohner mit Migrationshintergrund 152.377 191.210
Deutsche (Staatsangehörige) insgesamt 241.590 247.277
Anteil Deutsche ohne Migrationshintergrund 054,3 % 048,9 %
Anteil Deutsche mit Migrationshintergrund 018,3 % 018,3 %
Anteil der Einwohner mit ausländischer Staatsangehörigkeit 027,5 % 032,8 %
Gesamtzahl Deutsche mit Migrationshintergrund (im Bezirk) 060.815 068.529
-* aus der EU 010.187 011.711
-* aus dem ehemaligen Jugoslawien 002.652 002.888
-* aus der ehemaligen Sowjetunion 005.342 006.096
-* aus islamischen Ländern 027.137 030.311
-* aus Vietnam 000 856 001.068
- aus den USA 000 588 000 933
Ausländische Einwohner (im Bezirk) 091.562 122.681
-- aus der EU 029.282 048.688
-- aus dem ehemaligen Jugoslawien 008.900 008.821
-- aus der ehemaligen Sowjetunion 006.204 008.311
-- aus islamischen Ländern 034.960 041.287
-- aus Vietnam 001.296 001.458
-- aus den USA 001.792 002.956

Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über 30 % der Bevölkerung des Bezirks Mitte sprechen 2 oder mehr Sprachen.[10] Durch den hohen Anteil von Einwandererfamilien in Berlin-Mitte hat sich in einigen Ortsteilen ein Urbanolekt auf Basis der deutschen Sprache herausgebildet.

Das von Führungspolitikern im Regierungsviertel gepflegte Hochdeutsch sowie dort neu erdachte Sprachwendungen verbreiten sich durch mediale Berichterstattung und Gesetzestexte.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den zwölf Berliner Verwaltungsbezirken zählt der Bezirk Mitte zu den wirtschaftlich am wenigsten entwickelten.[11] Das BIP pro Einwohner liegt im Jahr 2018 unter dem Berliner und unter dem in Deutschland erreichten Durchschnitt. Die ansässigen Betriebe und Gewerbe produzieren mit ihren Dienstleistungen und Produkten nur unterdurchschnittliche Wertschöpfung und erreichen nur geringe Profitabilität.

Auf der anderen Seite hat sich im Bezirk seit dem Jahr 2000 eine Gründerszene entwickelt, die internationale Talente und Jungunternehmer anzieht.[12] Einige der wichtigsten Wagniskapitalgeber in Deutschland haben ihren Sitz in Berlin-Mitte.

Innovations- und Gewerbestandorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bezirk befinden sich drei größere Industrie- und Gewerbegebiete:[13]

Moabit-West: Auf dem rund 43 ha großen Areal zwischen Sickingenstraße und Huttenstraße haben sich eine Vielzahl von kleinen und mittelgroßen Betrieben angesiedelt. Der Standort ist jedoch in erster Linie geprägt durch großflächige Betriebe wie Siemens, das dort Gasturbinen für den Weltmarkt produziert.[14] Nördlich des S-Bahnringes liegt der Berliner Großmarkt mit dem Fruchthof Berlin und der Westhafen.

Fennstraße: Der Standort ist rund 14 ha groß und liegt an der Fenn- und Sellerstraße im Ortsteil Wedding. Das prägende Unternehmen ist hier die Bayer AG.

Humboldthain: An diesem 21 ha großen Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstandort haben sich vorwiegend kleinere Unternehmen angesiedelt. Städtebaulich markant für den Standort sind die ehemaligen AEG-Fabriken, die an die Zeit der Industriemetropole Berlin Ende des 19. Jahrhunderts erinnern. Sie beherbergen das in den 1980er Jahren gegründete erste deutsche Gründerzentrum (BIG) mit dem Technologie- und Innovationspark (TIB).[15]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hotel Adlon

Eine Vielzahl von Hotels haben sich in Berlin-Mitte angesiedelt. Aufgrund der zentralen Lage, der Nähe zum Regierungsviertel, der vielen ansässigen Kulturinstitutionen und der zahlreichen Festivals werden die meisten Übernachtungen im Bezirk Mitte getätigt. Über 40 % aller Hotelübernachtungen in Berlin finden hier statt.[16] Zu den bekanntesten Hotels gehören das Hotel Adlon, The Ritz-Carlton Berlin und das Park Inn by Radisson Berlin Alexanderplatz.

Einzelhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Alexanderplatz, der Friedrichstraße, dem Potsdamer Platz und der Gegend um den Hackeschen Markt hat der Bezirk vier wesentliche Einzelhandelsstandorte die von lokalen, nationalen und internationalen Kunden frequentiert werden. Weitere Einkaufsstraßen im Bezirk sind u. a. die Müllerstraße, die Turmstraße, die Badstraße und die Potsdamer Straße.[17] Zu den bekanntesten Warenhäusern in Mitte zählen die Galeries Lafayette Berlin, das Kulturkaufhaus Dussmann, das Galeria Kaufhof Berlin-Alexanderplatz, und das Quartier 206.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Auswahl)

Kreativindustrie und Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2015 befanden sich die meisten Unternehmen der Berliner Kreativindustrien im Bezirk Mitte.[19]

Quartier 205, Zentrale von BMG Rights Management
Filmproduktion in der Friedrichstraße
(Auswahl)

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

U-Bahnhof Gesundbrunnen

Individualverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Bezirk Mitte führen die Bundesstraßen B 1, B 2, B 5 und B 96.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die S-Bahn-Linien S1, S2, S3, S5, S7, S9, S25, S26, S41, S42 und S75 sowie die U-Bahn-Linien U1, U2, U5, U6, U8, U9 und U55 ist der Bezirk an den ÖPNV angebunden.

Ein neuer Teilabschnitt der U-Bahn-Linie U5 befindet sich gegenwärtig im Bau (geplante Fertigstellung: 2020). Ebenfalls in der Bauphase befinden sich die Tunnelarbeiten des S-Bahn-Projektes S21.

Wasserwege für den Schiffsverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrgastschiffe auf der Spree

Hoch- und Tiefbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gebiet des seit 2001 bestehenden Bezirks Mitte liegen die Ursprünge der urbanen Entwicklung Berlins. Bereits 1747 wohnten in der Stadt etwa 100.000 Einwohner. Die Gegend durchlief seitdem mehrere Phasen der städtebaulichen Erneuerung. Mit dem Hobrecht-Plan wurden ab 1862 wesentliche Tiefbauten für die Kanalisation realisiert die bis heute bestehen.

Hochbauten im Bezirk Mitte

Der Nord-Süd-Tunnel der S-Bahn wurde in den 1930er Jahren erbaut und ist mit einer Länge von 5884 Metern der längste S-Bahn Tunnel der Stadt.[21] Der Tunnel Tiergarten Spreebogen, fertiggestellt im Jahr 2006, ist mit einer Länge von 2392 Metern der längste Straßentunnel Berlins. Der ebenfalls 2006 fertiggestellte 3453 Meter lange Tunnel Nord-Süd-Fernbahn ist der längste unterirdische Tiefbau für Fernzüge.

Bemerkenswerte Hochbauten wurden seit Ende des 19. Jahrhunderts auf dem heutigen Gebiet des Bezirks Mitte errichtet. Der Berliner Dom, erbaut 1905, ist mit einer gegenwärtigen Höhe von 98 Metern das höchste Berliner Kirchengebäude.[22] Der 1969 fertiggestellte Berliner Fernsehturm war zum Zeitpunkt seiner Eröffnung mit 368 Metern das dritthöchste freistehende Bauwerk der Welt. Seit 1990 ist er das höchste Bauwerk in Deutschland und das zweithöchste in der Europäischen Union. Mit einer Bauhöhe von 125 Metern ist das Park Inn by Radisson Berlin Alexanderplatz, fertiggestellt 1970, der gegenwärtig zweithöchste Hotelbau in der Bundesrepublik (Stand: 2020). Das Bettenhaus der Charité, im Jahr 1982 eröffnet, ist mit einer Höhe von über 72 Metern das höchste Klinikgebäude Deutschlands.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung 2016[23]
(endgültiges Ergebnis), Wahlbeteiligung: 53,8 %
 %
30
20
10
0
23,9
23,8
17,9
13,5
9,9
6,0
3,4
1,5
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011[23]
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-0,2
-5,3
+7,3
-3,6
+9,9
+4,4
-6,5
-6,0

Bezirksverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) des Bezirks Mitte wurde am 18. September 2016 gewählt.

Bezirksbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezirksbürgermeister von Mitte war Christian Hanke (SPD), der 2006 im Rahmen einer Zählgemeinschaft der SPD mit den Stimmen der Verordneten der Linken und der FDP gegen die CDU und die Grünen zum Bezirksbürgermeister gewählt wurde.

In den Berliner Bezirken ist eine Zählgemeinschaft (anders als in den Landesparlamenten der Bundesrepublik) nicht mit einer Koalition verbunden, sodass sich die Fraktionen bei Sachfragen jeweils Mehrheiten suchen. Von 2011 bis 2016 bestand eine Zählgemeinschaft von SPD und CDU.

Der Bezirk Mitte ist auf Landesebene im Rat der Bürgermeister und in der AG Ressourcensteuerung vertreten.[24][25]

Hier werden die Bürgermeister des Bezirks Mitte seit 2001 aufgeführt. Die Bürgermeister des ehemaligen Bezirks Mitte und heutigen Ortsteils Mitte finden sich dort.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen des Bezirks Mitte wurde nach der Bezirksfusion der drei Bezirke Mitte (alter Bezirk), Tiergarten und Wedding durch den Heraldiker Theodor Lorenz (* 6. April 1929, † 25. März 2005) neu entworfen und gestaltet. Das heutige Wappen wurde am 9. Oktober 2001 durch den Senat von Berlin verliehen.

Wappen

Blasonierung: Der sechsfach in Rot und Silber geständerte Schild ist mit einem goldenen Mittelschild belegt, darin ein wachsender schwarzer, rotbewehrter und -gezungter Bär, der in den Pranken einen blauen Schild mit aufrechtem goldenem Lilienzepter hält. Auf dem Schild ruht eine rote dreitürmige Mauerkrone, deren mittlerer Turm mit dem Berliner Wappenschild belegt ist.[26]

Wappenbegründung: Die Farben von Rot und Silber entsprechen den historischen Stadtfarben Berlins. Der Herzschild mit dem Berliner Bären verweist auf den ehemaligen Bezirk Mitte als der historischen Mitte Berlins ebenso wie die Lage in der gefächerten Schildteilung auf die zentrale Lage des Bezirks deutet. Der kleine Schild mit dem Zepter war bereits das Herzschild im Wappen der Dorotheenstadt – es ist ein Kennzeichen der Herrschergewalt und verweist auf die historische Rolle Berlins als Residenzstadt und Hauptstadt mehrerer deutscher Staaten. Die Mauerkrone ist das verbindende Element aller Berliner Bezirke.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bezirksamt im Rathaus Tiergarten

International
JapanJapan Higashiōsaka, Japan (seit 1959, damals mit dem alten Bezirk Wedding und dem japanischen Fuse begründet)
IsraelIsrael Cholon, Israel (seit 1970 freundschaftliche Beziehungen, seit 1980 Partnerstadt, damals mit dem alten Bezirk Wedding begründet)
FrankreichFrankreich Tourcoing, Frankreich (seit 1995, damals mit dem alten Bezirk Wedding begründet)
JapanJapan Shinjuku (seit 1994), das Herz der japanischen Hauptstadt Tokio
JapanJapan Tsuwano (seit 1995) zurückgehend auf den Gelehrten Mori Ogai, der einige Zeit in Berlin lebte
UngarnUngarn Terézváros (Bezirk von Budapest), Ungarn (seit 2005)
TurkeiTürkei Beyoğlu (Stadtteil von Istanbul), Türkei (seit 2008)

National

Institutionen des Landes Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rotes Rathaus

Regierungsviertel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bezirk Mitte befindet sich das Regierungsviertel mit den wichtigsten Institutionen der Bundesregierung mit ihren Ministerien und des Deutschen Bundestages, dem Parlament der Bundesrepublik Deutschland, sowie zahlreiche Botschaften und Landesvertretungen;

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt im Bezirk insgesamt 32 Grundschulen und zwei Grundstufen an Gemeinschaftsschulen.[29] Eine Grundschule befindet sich im Bau.[30] 15.549 Schülerinnen und Schüler besuchten im Schuljahr 2017/2018 eine Grundschule im Bezirk. Neben den zwei Gemeinschaftsschulen gibt es neun integrierte Sekundarschulen (ISS), sieben Gymnasien und vier Sonderschulen. Mit Beginn des Schuljahres 2017/2018 betrug die Zahl der Schülerinnen und Schüler in den integrierten Sekundarschulen 5539 und in den Gymnasien 4833.[31]

Unter den nachgefragtesten Oberschulen in Berlin belegte 2017 die Herbert-Hoover-Schule (ISS) im Gesundbrunnen den siebten Platz und die Heinrich-von-Stephan-Gemeinschaftsschule[32] in Moabit den achten Platz. Auf Platz zwei unter den Gymnasien wurde das Lessing-Gymnasium in Wedding aufgeführt.[33]

Des Weiteren gibt es noch sieben private Grundschulen, zwei private integrierte Sekundarschulen, vier private Gymnasien, zwei private Gemeinschaftsschulen und eine Waldorfschule.

European School of Management and Technology

Hochschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bibliotheken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezirk Mitte ist wie auch die Stadt Berlin nicht für seine herausragende Architektur bekannt.[34][35] Dennoch wurden in verschiedenen Epochen einzelne Bauwerke erschaffen, die der Gegend zu hoher Lebensqualität verholfen haben oder zu Anziehungspunkten geworden sind.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sakralgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bezirk Mitte befinden sich einige der national und international berühmtesten Kulturinstitutionen der Metropole Berlin.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ischtar-Tor im Pergamonmuseum

Bühnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kino International
(Auswahl)

Freizeit und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fitnessstudio in der Friedrichstraße

Der Bezirk hatte 40 allgemeine Sportanlagen inklusive vier Schwimmhallen der Berliner Bäder-Betriebe und 43 Schulsportanlagen im Jahr 2016.[37] Zu den größten Sportanlagen gehört das Poststadion mit einer Zuschauerkapazität von 10.000 Plätzen, das Stadion Rehberge und das Erika-Hess-Eisstadion.[38]

Neben 259 öffentlichen Spielplätzen, gab es 222 öffentliche Grünflächen im Jahr 2016.[39] Die größten Grünanlagen sind: Großer Tiergarten, Fritz-Schloß-Park, Volkspark Rehberge und Volkspark Humboldthain.

Mit mindestens 32 Fitnessstudios im Jahr 2019 liegt der Bezirk in der Berliner Spitze.[40]

Der Berlin-Marathon, eines der weltweit größten Laufsportereignisse, beginnt und endet im Tiergarten nahe dem Brandenburger Tor. Mehr als 40.000 Läuferinnen und Läufer nehmen an dem Wettbewerb teil. Nach den durchschnittlichen Zeiten der jeweils besten zehn Ergebnisse der Männer und der Frauen ist die Strecke die schnellste der Welt.[41]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Berlinale

Auf dem Pariser Platz, dem Alexanderplatz, dem Gendarmenmarkt, dem Boulevard Unter den Linden und der Straße des 17. Juni und anderen städtebaulich herausragenden Orten finden zahlreiche international bedeutende Veranstaltungen statt.[42]

(Auswahl)

Die Arminiusmarkthalle

Clubs und Restaurants[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den bekanntesten Klubs in Mitte zählen das Golden Gate, der KitKatClub, das Weekend, der Tresor und das Soho House Berlin (Stand: 2019).

Über zwei Drittel von den insgesamt 23 in Berlin mit Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurants im Jahr 2019 befinden sich im Bezirk Mitte.[44] Zu den bekanntesten Cafés gehören u. a. das Café am Neuen See, das St. Oberholz und das Café Einstein Unter den Linden. Darüber hinaus hat sich in Mitte eine äußerst vielseitige Barszene etabliert.

Die Arminiusmarkthalle ist eine wichtige Adresse im Moabiter Kiez.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mitte (district of Berlin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Mitte – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Statistischer Bericht – Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember 2016 (PDF; 3,1 MB). Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Abgerufen am 25. Juni 2016.
  2. a b Arbeitsmarkt im Überblick – Berichtsmonat Oktober 2018 – Mitte. In: statistik.arbeitsagentur.de, abgerufen am 30. Oktober 2018.
  3. Nummerierung gemäß Bezirksschlüssel
  4. Startup Genome legt seinen Global Startup Ecosystem Report 2017 vor. Berlin landet auf Platz sieben der Weltrangliste, BerlinValley, abgerufen am 29. Juni 2017.
  5. a b Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 30. Juni 2019, Daten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, abgerufen am 9. November 2019 (PDF-Datei) (Hilfe dazu).
  6. Mischwasserkanalisation und ihre Überläufe, Flussbad Berlin, abgerufen am 2. Februar 2020.
  7. Tauchsportler holen jede Menge Müll aus der Spree, Berliner Woche, abgerufen am 2. Februar 2020.
  8. Statistischer Bericht A I 5 – hj 2 / 11 - Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember 2011
  9. Statistischer Bericht A I 5 – hj 1 / 17 Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 30. Juni 2017
  10. Berlin- Eine Stadt mit vielen Sprachen, mr-artographie.de, abgerufen am 18. Januar 2020.
  11. Gesundheits- und Sozialbericht 2018, Bezirksamt Mitte, abgerufen am 26. Januar 2020.
  12. The world's top cities face stiff competition, here’s why, World Economic Forum, abgerufen am 1. Februar. 2020.
  13. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: Stadtentwicklungsplan Industrie und Gewerbe. 2011, abgerufen am 6. April 2018.
  14. Corinna Visser: Die Turbinen drehen langsamer. In: Der Tagesspiegel Online. 20. Dezember 2012, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 6. April 2018]).
  15. Auf diese Zentren baut der Senat, Der Tagesspiegel, abgerufen am 1. Februar 2020.
  16. Tourismus-Statistik in Berliner Bezirken, visitberlin, abgerufen am 23. Januar 2020.
  17. Einzelhandels- und Zentrenkonzept. 2. September 2014, abgerufen am 6. April 2018.
  18. N26, Revolut, Klarna – Berlin avanciert zur Fintech-Hauptstadt Europas, Gründerszene, abgerufen am 1. Februar 2020.
  19. Kultur - und Kreativwirtschaftsindex Berlin - Brandenburg 2015, PDF Seite 11, Berlin.de, abgerufen 30. Januar 2020.
  20. Stadtmagazin ‚Il Mitte‘: Italiener erzählen ihr Berlin. Bei: cafébabel.de, abgerufen am 3. Juli 2017.
  21. Guck mal, Gotthard! Auch Berlin hat ein paar (relativ) lange Tunnel, BZ, abgerufen am 30. Januar 2020.
  22. Berliner Kirchtürme, Berliner Kirchtürme, abgerufen am 30. Januar 2020.
  23. a b Die Landeswahlleiterin für Berlin
  24. Rat der Bürgermeister – abgerufen am 18. Mai 2019
  25. Kleine Anfrage der FDP – abgerufen am 18. Mai 2019
  26. Hoheitszeichen von Berlin – Bezirkswappen, abgerufen am 28. Januar 2020.
  27. Berliner Feuerwehr-Standorte. Bei: Berlin.de, abgerufen am 30. Juni 2017.
  28. Vertretungen der Länder in der Bundeshauptstadt, Berlin.de, abgerufen am 24. Juni 2017.
  29. Der Fachbereich Schule. 2. Januar 2018, abgerufen am 18. Januar 2018.
  30. Übergabe der neuen Grundschule „Europacity Mitte“ an den Bezirk Mitte. 18. Oktober 2017, abgerufen am 18. Januar 2018.
  31. Maßnahmen und Finanzen. 23. April 2018, abgerufen am 24. April 2018.
  32. Heinrich-von-Stephan-Schule – Gemeinschaftsschule in Berlin. Abgerufen am 18. Januar 2018 (deutsch).
  33. R. Köhler und F. Anders: Das sind Berlins beliebteste Oberschulen. (morgenpost.de [abgerufen am 18. Januar 2018]).
  34. Stadt der Grässlichkeiten, Der Tagesspiegel, abgerufen am 23. Januar 2020.
  35. Stimmungskiller, Süddeutsche Zeitung, abgerufen am 23. Januar 2020.
  36. Filmrauschpalast - Das unabhängige Kiez-Kino in Moabit. Abgerufen am 18. Januar 2018.
  37. Der Bezirk Mitte und seine Stadtteile. 10. Juli 2017, abgerufen am 19. April 2018.
  38. Stadion Rehberge, BSC Rehberge 1945 – Stadionwelt. In: Stadionwelt. (stadionwelt.de [abgerufen am 13. April 2018]).
  39. Der Bezirk Mitte und seine Stadtteile. 10. Juli 2017, abgerufen am 19. April 2018.
  40. Fitnessstudios in Berlin, Berlin.de, abgerufen am 23. Januar 2020.
  41. World's Fastest Marathon Courses - Men. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 7. November 2017; abgerufen am 18. Juli 2017 (britisches Englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.trackandfieldnews.com
  42. Drei Tage Sperrung gibt es für 20.000 Euro. Abgerufen am 18. Januar 2018.
  43. Christopher Street Day Parade. 20. Dezember 2017, abgerufen am 18. Januar 2018 (deutsch).
  44. Das sind die neuen Sternerestaurants in Berlin, Berliner Morgenpost, abgerufen am 23. Januar 2020.