Alfred Grimm

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Ägyptologen, siehe Alfred Grimm (Ägyptologe)

Alfred Grimm (* 16. Juni 1943 in Dinslaken) ist ein deutscher Objektkünstler, Maler und Zeichner.

Leben und künstlerisches Werk[Bearbeiten]

Grimm studierte an der Kunstakademie Düsseldorf Malerei und Bildhauerei bei Karl Bobek und Joseph Beuys. Bekannt wurde er durch seine Variations-, Kruzifix- und TV-Objekte.

Ein Kennzeichen der Kunst Grimms ist, dass er immer wieder Serien von Objekten, Zeichnungen oder Gemälden mit ähnlichen Motiven gestaltet. Im Objekt-Zyklus „Ein schönes Stück Deutschland“ präsentiert der Künstler z. B. auf Tellern künstliche Tortenstücke der besonderen Art, die dem Betrachter bissig-ironisch Realitäten aus deutschen Landen vor Augen führen. In seinem Kruzifix-Zyklus werden reale Kruzifixe so umgestaltet und mit ergänzenden Motiven versehen, dass kritische, teilweise auch sarkastische Aussagen zur frömmlerischen Religiosität unserer Tage zustande kommen. Für seine TV-Serie nutzt er ausgeschlachtete alte Fernsehgeräte, in deren Gehäuse er Miniaturlandschaften zu verschiedenen Themen gestaltet.

Bis zu seiner Pensionierung Anfang 2005 unterrichtete er das Fach Kunst am Dinslakener Theodor-Heuss-Gymnasium. Darüber hinaus wirkt er bis heute als freischaffender Künstler. Alfred Grimm lebt in Hünxe.

Die bekanntesten öffentlichen Werke von Alfred Grimm sind:

  • das Objektfenster für die evangelische Kirche „Unsere Arche“ in Hünxe – Bruckhausen (1992), das erstmals im Rahmen der Kirchenkunst die traditionelle Glasmalerei durch Integration von Alltagsgegenständen zu einem Objektfenster erweitert,
  • das große Bronzemahnmal als Erinnerung an die ehemalige jüdische Gemeinde in Dinslaken (1993),
  • die Außenplastik für die Sparkasse der Homburgischen Gemeinden in Wiehl (2000),
  • die Gedenkstätte für die Clemensschwester Euthymia im Park des St. Vinzenz-Hospitals in Dinslaken (2001),
  • die Außenplastik „Baustelle“ für die Skulpturenmeile der Stadt Dinslaken (2002, im Besitz der Stadtwerke Dinslaken).
  • die Außenplastik zum hundertjährigen Bestehen der Fa. Steinhoff, Kaltwalzen, Dinslaken (2008)
  • die Außenplastiken „Mahnsteine“ zum Gedenken an jüdische Bürger aus Dinslaken zum Gedenkjahr 2013

Der Künstler nahm bisher an 69 Einzelausstellungen und 130 Gruppenausstellungen in Deutschland, Frankreich, Luxemburg, der Schweiz und den USA teil. Es erschienen bisher 11 Einzelkataloge und 50 Gemeinschaftskataloge, sowie über 800 Presseartikel im In- und Ausland. In neun Rundfunk- und sechzehn TV-Sendungen wurde bisher über sein Werk berichtet.

Zu den Schülern von Alfred Grimm gehört der Karikaturist und Disney-Zeichner Andreas Deja.

Kataloge[Bearbeiten]

  • Klaus Battke / Martin Müller: Alfred Grimm: Zeichnungen, Objekte, Malerei, Dinslaken 1985
  • Karl-Heinz Koch: Alfred Grimm: Zeichnungen, Objekte, Malerei, Emmerich 1988
  • Ralf Schreiner: Objektfenster "Unsere Arche", Hünxe 1992
  • Anna-Louise Mathieú: Alfred Grimm: Bilder, Objekte, Rees 1992
  • Alfred Grimm: Kleine Eräugnisse, Objekte und Bilder, Berlin 1993
  • Alfred Grimm: Bilder, Objekte, Dinslaken 1996
  • Anna-Louise Mathieú / Werner Arand / Bernd Krysmanski: Alfred Grimm: Kunst-Baum-Kunst, Wesel 1997
  • Joachim Schneider: Alfred Grimm: Alltätlichkeiten, Bilder und Objekte, Rees 1998
  • Joachim Schneider: Alfred Grimm: Serien.Folgen.Reihen, Dinslaken 2007
  • Bernd Krysmanski: Alfred Grimm: "Grimms Mädchen", Wesel 2008
  • Alfred Grimm: Kruzifix-Objekte. Kamp-Lintfort 2015.

Weblinks[Bearbeiten]