Alte Synagoge Einbeck

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Die Alte Synagoge Einbeck ist ein um 1800 errichtetes Fachwerkbauwerk im Stile einer schlichten Landsynagoge in Einbeck im Landkreis Northeim.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie befindet sich in typischer Hinterhoflage in zweiter Reihe in der Baustraße 15a in Einbeck. Daneben befinden sich seit dem 20. Jahrhundert Gemeindehaus und Kirche der Baptisten.

Nutzungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Bau einer neuen steinernen Synagoge in der Bismarckstraße 1896 wurde das Gebäude entwidmet und in Privathand verkauft. Dadurch geriet ihr Ursprung in Vergessenheit und verschonte das Gebäude vor der Zerstörung durch Nationalsozialisten im November 1938. Erst Anfang der 1990er Jahre wurde die Alte Synagoge wiederentdeckt und unter Denkmalschutz gestellt.

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1798 wurde Elias Meyer, einem in Einbeck ansässigen Juden, der Kauf und Umbau eines Hauses in der Baustraße genehmigt. Hier wurde dann aber ein Neubau errichtet, welcher etwa 100 Jahre als Synagoge diente.

Es handelt sich bei dem Haus um einen schlichten, einstöckigen Saalbau mit ursprünglich 4,65 m hohen Wänden, hohen Fenstern mit Stichbögen und einer Grundfläche von etwa 80 m². Im Fachwerkgerüst erhaltene Zapflöcher weisen auf eine nicht mehr vorhandene Außentreppe an der Westseite hin, über welche die Frauenempore erreicht werden konnte.

Nachdem das Haus 1906 verkauft wurde, ist es zu Wohnzwecken umgebaut worden, u.a. wurde 1933 ein bewohnbares Obergeschoss geschaffen, indem die Traufhöhe an der Südseite aufgestockt wurde.[1]

Restaurierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Detail nach der Restaurierung (Juni 2013)

2007 begann die Sanierung mit der Entkernung des Gebäudes. 2011 fand das Richtfest statt, nachdem die ursprüngliche Traufhöhe des Daches wiederhergestellt wurde. 2013 wurden die Fenster eingebaut.[2]

Gedenken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2004 haben engagierte Bürger den Förderverein Alte Synagoge in Einbeck e.V. gegründet und das Gebäude erworben, um es zu erhalten, zu sanieren und mit neuer Nutzung zu beleben. Im Sinne des Gedenkens und der Erinnerung an jüdisches Leben in Einbeck finden regelmäßig Veranstaltungen statt: im Mai Lesungen zum Tag der Bücherverbrennung 1933, im November Gedenkveranstaltungen zur Pogromnacht 1938.

2008 wurde, angeregt durch einen Einbecker Bürger, nach intensiven Recherchen in enger Zusammenarbeit des Fördervereins mit der Stadt eine Gedenktafel für die verfolgten und ermordeten Einbecker Juden zwischen 1933 und 1944 realisiert, die am 9. November 2008 am Alten Rathaus vom Bürgermeister enthüllt wurde. Somit gibt es einschließlich der vier jüdische Friedhöfen in Einbeck und dem Mahnmal für die 1938 zerstörte neue Synagoge insgesamt sieben jüdische Gedenkstätten in Einbeck.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alte Synagoge (Einbeck) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Baugeschichte auf der Seite des Fördervereins, abgerufen am 10. Februar 2016
  2. Angaben des Förderverein-Vorstandes vom 20. Mai 2013

Koordinaten: 51° 48′ 56″ N, 9° 52′ 3″ O