Altersdepression

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Die Gerontopsychiatrie geht davon aus, dass es eine spezielle Altersdepression nicht gibt. Im Alter kommen alle Arten von depressiven Syndromen vor. Daher ist es besser von Depression im Alter zu sprechen. Im Alter stehen die depressiven Symptome oft nicht im Vordergrund, sondern werden häufig von körperlichen Beschwerden überlagert. Auch werden häufig depressive Symptome im Alter fälschlicherweise als normales Merkmal beschwerlicher Lebensumstände angesehen.[1][2][3]

Ursache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ursachen einer Altersdepression setzen sich zusammen aus genetischen, biologischen und psychosozialen Faktoren. Die genetische Veranlagung eines Menschen ist immer individuell und kann ihn unter gewissen Umständen anfälliger für eine Depression machen. Des Weiteren spielen biologische Faktoren (z. B Multimorbidität) eine wichtige Rolle, da man im späten Alter automatisch gebrechlicher wird. Unter den Aspekt der psychosozialen Faktoren fallen z. B der Rollenverlust der auftreten kann, wenn man seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann und in Rente geht. Ein zusätzlicher psychosozialer Faktor wäre, dass es im hohen Alter vorkommen kann, dass man Familie, Freunde oder den Ehepartner verliert. [3]

Diagnose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man spricht von einer Episode einer Major Depression, wenn mindestens 5 der folgenden Symptome über mindestens 2 Wochen bestehen und 1 Kriterium davon eine „depressive Verstimmung“ (1) oder „deutlich vermindertes Interesse“ (2) ist.[4]

1.     Depressive Verstimmung

2.     Deutlich vermindertes Interesse

3.     Deutlicher Gewichts-Appetitverlust

4.     Schlaflosigkeit/vermehrter Schlaf

5.     Psychomotorische Unruhe/Verlangsamung

6.     Müdigkeit/Energieverlust

7.     Gefühle von Wertlosigkeit/Schuld

8.     Konzentrations-und Entscheidungsprobleme

9.     Tod, Suizidgedanken oder Handlungen

Symptome[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einer Altersdepression sind, im Gegensatz zu einer normalen Depression, körperliche Beschwerden, Wahngedanken, bizarres Verhalten und dementielle Symptome im Vordergrund.[3]

Körperliche Symptome[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

-      Appetitlosigkeit, starker Gewichtsverlust

-      Stuhlverstopfung

-      Schlaflosigkeit, Durchschlafstörungen

-      Schmerzen in Kopf und Rücken

-      Beklemmungen und Herzbeschwerden

-      Weitere körperliche Beschwerden (u.a. Druck im Kopf, Tinnitus, Flache Atmung)

Psychische Symptome[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

-      Antriebsstörungen

-      Interessenverlust

-      Angst

-      Gefühl der Sinnlosigkeit

-      Schuldgefühle

-      Pessimistische Gedanken, Selbstvorwürfe

-     Aufmerksamkeit- und Konzentrationsstörung

Behandlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Psychotherapie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirksamkeit der Psychotherapie ist abhängig von:

-     Richtiger und passender Methode

-     Vertrauensvoller therapeutischer Beziehung

-     Motivation und Mitarbeit des Patienten

Die Psychotherapie ist daher nur bei leichten und mittelschweren Depressionen sinnvoll. Jedoch werden die positiven Effekte der psychotherapeutischen Herangehensweisen nicht durch das Alter reduziert und ältere Menschen haben oft eine höhere Komplianz, brechen Therapien seltener ab und haben oft eine positivere Resonanz als jüngere Menschen.[5]Unter den psychotherapeutischen Methoden zählen unter anderem die kognitive Verhaltenstherapie, die tiefenpsychologisch fundierte Therapie und die Psychoanalyse.[6]

Medikamentöse Therapie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einer medikamentösen Behandlung sollte beachtet werden, dass durch das Alter und die Einnahme von internistischen Medikamenten ein höheres Nebenwirkungsrisiko besteht und daher die fachärztliche Begleitung umso wichtiger ist.[6]

Tri- und Tetrazyklische Antidepressiva (TZA)

Trizyklische und Tetrazyklische Antidepressiva bewirken in unterschiedlichem Ausmaß die Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin. TZA hemmen auch eine Reihe verschiedener Rezeptoren für andere Botenstoffe, was Nebenwirkungen zur Folge haben kann. Bei älteren Menschen kann es zum Beispiel durch die Blockade von Acetylcholin zu vorübergehenden Verwirrtheitszuständen kommen

Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer

Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer beeinflussen nur die Wirkung des Botenstoffs Serotonin und werden aufgrund dieser Selektivität von vielen Patienten besser vertragen. Es besteht eine geringere Gefahr für Vergiftungserscheinungen.

Unterscheidung zwischen Altersdepression und Demenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele depressive ältere Menschen haben Symptome, die wie ein dementielles Syndrom wirken. Kognitive Störungen sind laut diagnostischer Abklärung Symptome einer Depression, nicht einer Demenz. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass Depressive zum Teil auch kognitive Störungen haben und dass 30 % der Dementen an depressiven Symptomen leiden.[3]

Demenz Depression
Beginn Meist schleichend, unklar Schnell nach 2 Wochen erkennbar
Dauer Länger als 6 Monate Kürzer als 6 Monate
Arztbesuch In Begleitung Allein
Defizite Patient versucht Defizite zu verbergen Patient stellt Defizite heraus
Alltagskompetenz Eingeschränkt Erhalten
Kompensation Ja Nein

[7]

Prävention[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine bestimmte Prävention gegen Depressionen im Alter gibt es nicht. Es gilt, aktiv am Leben teilzuhaben, um somit das Selbstwertgefühl zu erhalten. Hierfür sollte man regelmäßig die psychomotorischen Fähigkeiten, sowie das Gedächtnis trainieren. Des Weiteren sollte man einen strukturierten Alltag haben. Hierzu gehört das feste Einplanen von Beschäftigungen, Mahlzeiten und sogar regelmäßige Wach- und Schlafzeiten. Da eine Altersdepression oft mit körperlichen Beschwerden einhergeht, sollte die Gesundheit älterer Menschen regelmäßig untersucht werden.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerd Laux: Altersdepression. Erkennen und behandeln. Hrsg.: Walter E. Müller. LinguaMed-Verlags-GmbH, Neu-Isenburg 1999, ISBN 3-928610-28-7 (worldcat.org).
  2. G. Nikelewski: Depression in: Gerontologie. Hrsg.: Wolf D. Oswald. Kohlhammer, Stuttgart 2006.
  3. a b c d Schneider, F. & Nesseler T.: Depressionen im Alter: Die verkannte Volkskrankheit. Herbig, München 2011, ISBN 978-3-7766-2662-9.
  4. American Psychiatric Association: Diagnostic and statistical manual of mental disorders (4th ed., text rev.). Washington, DC. 2000.
  5. George S. Alexopoulos, Patrick J. Raue, Dora Kanellopoulos, Scott Mackin, Patricia A. Arean: Problem solving therapy for the depression-executive dysfunction syndrome of late life. In: International Journal of Geriatric Psychiatry. Band 23, Nr. 8, August 2008, ISSN 0885-6230, S. 782–788, doi:10.1002/gps.1988, PMID 18213605.
  6. a b Niescken, Svenja.: Depressionen bewältigen - die Lebensfreude wiederfinden : wie Sie Depressionen frühzeitig erkennen, die Fülle der Therapien sinnvoll für sich nutzen, einem Rückfall wirksam vorbeugen. TRIAS, 2004, ISBN 978-3-8304-3127-5 (worldcat.org).
  7. Möller, Hans-Jürgen,: Psychiatrie und Psychotherapie : mit 712 Tabellen. Springer, 2005, ISBN 3-540-25074-3 (worldcat.org).
  8. Altersdepression: Vorbeugung - www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org. Abgerufen am 7. Juni 2017 (deutsch).
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