Altes Lager (Niedergörsdorf)

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Gründungsdokument von Altes Lager: so genanntes Franzosendenkmal von 1871

Altes Lager ist ein Ortsteil der Gemeinde Niedergörsdorf im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg (Deutschland).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Gründungsdatum gilt der 7. Oktober 1870, als das preußische Militär insgesamt 20 Hektar Land vom Dorf Zinna kaufte, um dort Baracken zu errichten. Das Militär brachte dort insgesamt rund 9.000 französische Kriegsgefangene aus dem Deutsch-Französischen Krieg unter. Sie wurden zur Zwangsarbeit beim Ausbau des seit 1864 existierenden Schießplatzes herangezogen. Nach dem Bau eines zweiten Barackenlagers für die Jüterboger Artillerieschule[1] wurde es zunächst als „Lager 1“ bezeichnet. Später bürgerten sich die Begriffe „Altes Lager“ und „Neues Lager“ für die beiden Militärsiedlungen ein, die wie „Jüterbog 2“ zum Militär-Gutsbezirk „Schießplatz Jüterbog“ gehörten. Viele der Zwangsarbeiter starben und wurden zunächst auf einem als Franzosenfriedhof genannten Friedhof in der Nähe der Munitionsanstalt beigesetzt. Dort errichtete 1871 der Steinmetz Schnürpel ein Kriegerdenkmal.

1916 entstand auf der Gemarkung der Flugplatz Altes Lager.

Am 15. September 1946 wählten die Einwohner einen eigenen Gemeinderat, wodurch eine selbständige Gemeinde mit dem Namen Altes Lager begründet wurde. Durch die umfangreiche Sowjetgarnison lag der deutsche Ort bis Anfang der 1990er Jahre inmitten des militärischen Sperrgebietes.

Der aufgegebene Militärflugplatz wurde zwischenzeitlich als Sonderlandeplatz für Hängegleiter, Gleitschirme und Ultraleichtflugzeuge dauerhaft zugelassen. Halter ist der Drachenflieger-Club Berlin e. V. Der Platz ist außerdem Schleppzentrum Ost des Deutschen Hängegleiterverbands e. V.

Am 31. Dezember 1997 wurde die Gemeinde nach Niedergörsdorf eingemeindet.[2]

Kriegerdenkmal von 1871

1994 entdeckten Historiker auf dem Gelände der Munitionsanstalt den 1871 aufgestellten Obelisken und versetzten ihn 2004 in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde an die Kastanienallee, die vom Bahnhof aus in südlicher Richtung durch den Ort verläuft. Gegenüber befindet sich das Kulturzentrum Das Haus sowie das Garnisonsgeschichtsmuseum. Das Denkmal wurde gereinigt und instandgesetzt. Dabei wurde auch die lateinische Inschrift wieder sichtbar gemacht. Die Übersetzung lautet: „Den durch das Kriegsunglück aus Sachsen nach Jüterbog geführten französischen Soldaten, die sich durch ihren Tod anstelle von irdischem Gewinn nicht unverdienter Maßen himmlischen Ruhm erhofften, hat das trauernde Vaterland diesen Stein im Jahre 1871 errichtet“. Ein Restaurator ersetze fehlende Teile und fertigte aus Sandstein einen Helm, der auf der Spitze des Denkmals platziert wurde. Am 13. September 2008 wurde der Obelisk anlässlich des Tag des offenen Denkmals der Öffentlichkeit präsentiert.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Militärhistorische Führungen im ehemaligen Bereich der Artillerie-Schießschulen in Jüterbog II
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1997
  3. Informationstafel: Gedenkstein für französische Kriegsgefangene in Altes Lager, aufgestellt an der Kastanienallee am Gedenkstein, März 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Altes Lager (Niedergörsdorf) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schulze, Henrik: Militärgeschichte Jüterbog 1982–2014. 1. Bd.: Jammerbock I von den Anfängen bis 1918. Verlag + Projekt Dr. Meißler, Hoppergarten b. Berlin, 2014, ISBN 978-3-932566-74-5.

Koordinaten: 52° 1′ N, 13° 0′ O