Am Etzerschlößl

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Am Etzerschlößl ist ein Ortsteil in der Gemarkung Maria Gern[1] des Marktes Berchtesgaden im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Siedlung Am Etzerschlößl wurde in den 1960er Jahren innerhalb der damals noch Gnotschaft Vordergern auf den Feldern des von Fürstpropst Jakob Pütrich (1523–1594) eingerichteten Meierhofs namens Rosenhof erschlossen.[2] Der Rosenhof selber liegt in der südlich angrenzenden Gemarkung (damals eigene Gemeinde) Salzberg, Gnotschaft Anzenbach. Am Etzerschlößl ist gleichzeitig auch der Straßenname der gut 310 Meter langen Stichstraße, die von der Gerner Straße nach Osten abzweigt und die Siedlung erschließt.

Die Etzermühle um 1900

Seinen Namen hat die Siedlung von dem kleinen Lustschloss Etzerschlößl, das ebenfalls Fürstpropst Jakob Pütrich 1574 am Fuße der Gern errichten und mit kostbarer Zirbenholzvertäfelung sowie kunstvollen Öfen ausstatten ließ. Mit seinen zehn Räumen stand das Etzerschlößl den Bürgern auch zeitweilig als Zufluchtsort bei Epidemiegefahr offen und ging später an diverse Besitzer über. Zuletzt diente es bis zu seinem Abriss 1960 als Kinderheim. Die zum Ensemble gehörende und wegen ihrer Baufälligkeit ebenfalls abgerissene Etzermühle war eine der „altromantischsten Gebäude des Landes“ und am Austritt des Gerer Baches gelegen.[3]

Der frühere Weiler der Gemeinde Maria Gern wurde mit dieser am 1. Januar 1972 in den Markt Berchtesgaden eingemeindet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. MDZ/Digitale Bibliothek: Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus d. Volkszählung 1961 S. 53; online unter daten.digitale-sammlungen.de
  2. Google Maps Skalierbarer Stadtplan von Berchtesgaden zu Am Etzerschlößl
  3. Manfred Feulner: Berchtesgaden – Geschichte des Landes und seiner Bewohner, S. 181.

Koordinaten: 47° 39′ N, 13° 0′ O