Ancistrocerus nigricornis

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Ancistrocerus nigricornis
Ancistrocerus nigricornis-pjt2.jpg

Ancistrocerus nigricornis

Systematik
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)
Familie: Faltenwespen (Vespidae)
Unterfamilie: Solitäre Faltenwespen (Eumeninae)
Gattung: Ancistrocerus
Art: Ancistrocerus nigricornis
Wissenschaftlicher Name
Ancistrocerus nigricornis
(Curtis, 1826)

Ancistrocerus nigricornis ist eine solitäre Faltenwespe.[1] Die Art kommt in der Paläarktis vor, in Europa, im Nahen Osten, in Nordafrika und in der indomalayischen Zone,[2][3] östlich bis Sachalin, Primorje und Japan. Die Wespen leben auf feuchten Wiesen,[4] in offener Landschaft, gelegentlich in Gärten und anderen Gebieten, in denen ihre Futter- und bevorzugten Nistplätze vorkommen.[3]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rückansicht im Flug

Männchen von Ancistrocerus nigricornis erreichen eine Länge von 10 mm, Weibchen werden 9–13 mm groß.[4] Die mittelgroßen Solitärwespen sind gelb-schwarz gefärbt, mit braunen Haaren auf Thorax.[5]

Die Tergite I–IV des Metasoma weisen am Hinterrand gelbe Bänder auf (bei der ähnlichen Ancistrocerus coreanus fehlen die Bänder auf den Tergiten III und IV). Bei den Weibchen fehlt der Fleck zwischen Antennenansatz und Augen.[6] Gelb gefärbt sind außerdem: Am Kopf vier Flecken auf dem Clypeus (selten fehlen zwei, oder alle vier) und ein Fleck auf der Stirn sowie die Unterseite der Antennengeißel, am Rumpfabschnitt ein, mittig oft unterbrochenes schmales Band vorn am Pronotum, jeweils zwei Flecken auf den Flügelschuppen und seitlich am Mesothorax sowie jeweils ein buchtig begrenztes Band am Hinterrand der Sternite II und III des freien Hinterleibs. An den Beinen sind die Spitzen der Vorderschenkel und die Schienen aller Beinpaare gelb, die Tarsen meist bräunlich. [7]

Biologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art bringt jährlich eine Generation hervor (univoltin). Männchen treten von Juni bis September auf,[4] während Weibchen zwischen Februar und Oktober beobachtet wurden. Nach der Begattung sterben die Männchen, die Weibchen überwintern und erscheinen im Frühjahr wieder.[3] Erwachsene Tiere ernähren sich von Pflanzensäften, Honigtau und Nektar verschiedener Pflanzen, hauptsächlich Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris),[4] Bärenklau (Heracleum), Brombeeren (Rubus fruticosus), Nachtschattengewächsen (Solanaceae), Goldruten (Solidago) und Disteln.[3]

Nester werden im Frühjahr und frühen Sommer gebaut. Sie bestehen aus Löchern oder Röhren in Holz, meist in Holunder- oder Beerenstängeln, mit Teilern aus Lehm. Die Wespen legen ein Ei in jede Zelle und bringen gelähmte kleine Raupen ein, hauptsächlich von Tortricidae. Wenn die Larven schlüpfen, ernähren sie sich von dieser Beute.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Antonio Giordani Soika (1970): Contributo alla conoscenza degli Eumenidi del Medio Oriente. (Missione Giordani Soika in Iran 1965, III). In: Boll. Mus. Civ. Stor. nat. Venezia, Band 20–21, 1970, S. 27–183
  • Horst-Günter Woydak: Die solitären Faltenwespen: Eumenidae (Lehmwespen) und Masaridae (Honigwespen) im Westfälischen Museum für Naturkunde Münster. In: Natur und Heimat, Band 61, Westfälisches Museum für Naturkunde, Münster (Hrsg.), Münster 2001 S. 85–95
  • Michael E. Archer: The wasps, ants and bees (Hymenoptera: aculeata) of Watsonian Yorkshire. Yorkshire Naturalists Union, 2002, S. 1–200
  • Michael Kuhlmann: Struktur der Wildbienen- und Wespenzönosen ausgewählter Waldstandorte. In: NachrBl.bayer.Ent. Band 51, 2002, S. 61–74
  • Volker Haeseler: Ameisen, Wespen und Bienen der Weserinsel Harriersand bei Bremen. In: Oldenburger Jb. Band 103, 2003, S. 333–363
  • J. Gusenleitner: Bestimmungstabellen mittel- und südeuropäischer Eumeniden (Vespoidea, Hymenoptera). In: Linzer biol. Beitr. Band 27/2, 1995, S. 753–775

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Catalogue of life
  2. Fauna europaea
  3. a b c d e Bees, Wasps & Ants Recording Society
  4. a b c d CommansterVorlage:Toter Link/!...nourl (Seite nicht mehr abrufbar)
  5. Ispot Nature
  6. Ju You, Bin Chen, and Ting-jing Li: Two new species of the genus Ancistrocerus Wesmael (Hymenoptera, Vespidae, Eumeninae) from China, with a key to the Oriental species. In: Zookeys, Band 303, 2013, S. 77-86
  7. Jeong Kyu Kim, Seiki Yamane: Taxonomic review of the genus Ancistrocerus Wesmael (Hymenoptera: Vespidae: Eumeninae) from the far east, with a description of a new species from Korea. In: Animal Cells and Systems Band 13, 2009, S. 31-47. doi:10.1080/19768354.2009.9647192

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ancistrocerus nigricornis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien