André Butzer

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André Butzer (* 1973 in Stuttgart) ist ein deutscher bildender Künstler.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er lebt in Rangsdorf bei Berlin. In den letzten Jahren wurde er bekannt durch seine von ihm selbst als „Science-Fiction Expressionismus“ bezeichneten Bilder. Sie sind in verschiedene Gattungen eingeteilt, so produziert er „Friedens-Siemense“, „Schande-Menschen“, komplett monochrome oder extreme, abstrakte Bilder, die farbigen Visionen untergegangener technischer Utopien gleichen. Seine Gemälde generieren ständig neue Wesen, die mutierenden Gestalten aus Comics ähneln. Als seine Vorbilder nennt er Walt Disney, Edvard Munch, Henri Matisse, Friedrich Hölderlin und Henry Ford. Unter verschiedenen Namen ist André Butzer bisher in der Öffentlichkeit aufgetreten, so bezeichnet er sich selbst als N-Hölderlin, Henry Butzer oder Calvin Cohn.[1] Sein utopischer, künstlerischer Entwurf lokalisiert sich in dem fiktionalen Ort „Nasaheim“ (=N), einer Art Wallfahrtsort im Weltraum, wo „die Bewohner die stillgelegten Vernichtungsmaschinen betrachten und alle, die dort ankommen, unschuldig gemacht werden“ (Zitat nach Ausstellungsplakat, „N-Leben“, Galleria Gio Marconi, Mailand, 2006). Jedoch scheinen seine Bilder keinesfalls Umsetzungen narrativer Strukturen zu sein, sie bringen eher Inhalte hervor, d. h., sie bringen etwas zur Sprache, was vorher nicht gesagt werden konnte. Der Künstler produziert oft in Serie und instrumentalisiert das Mittel der Wiederholung als „amoralische Methode der Repräsentation“. Die Bilder sind teilweise der Gattung des Historienbildes zuzuordnen, auch durch die Darstellung von Geschichte als Drama von individuellen Figuren (so Thomas Groetz in: Chips und Pepsi und Medizin, Ausstellungskatalog, 2003). Er verwendet meist einen sehr pastosen Farbauftrag, malt in mehreren Schichten oder erzielt leichtere, cartoonhafte Ergebnisse durch Einsatz der Primamalerei. Der Künstler war 1996 bis 2000 Mitglied der Gruppe „Akademie Isotrop“ in Hamburg. Kritiker schätzen seine Werke selten, meist werden sie als reaktionär, dilettantisch, kindisch oder sinnlos provokant bezeichnet. Sammler schätzen seine Werke, meist wird seine Arbeit als progressiv, post-konzeptuell oder provokant bezeichnet.

Einzelausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2016: Neue Galerie, Gladbeck; Hiromi Yoshii, Tokyo-Roppong; Hiromi Yoshii, Tokyo-Shinonome
  • 2015/2016: Kunstverein Reutlingen
  • 2015: Galerie Max Hetzler, Berlin
  • 2011: Kunsthistorisches Museum und CAC Contemporary Art Club im Theseustempel, Wien; André Butzer. Der wahrscheinlich beste abstrakte Maler der Welt, Kestnergesellschaft, Hannover; Viele Tote im Heimatland: Fanta, Sprite, H-Milch, Micky und Donald! Paintings 1999–2009, Kunsthalle Nürnberg
  • 2004: Das Ende vom Friedens-Siemens Menschentraum, Kunstverein Heilbronn

Gruppenausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2014: André Butzer, Christian Eisenberger, Künstlerhaus KM–, Halle für Kunst & Medien, Graz
  • 2008: Brillantfeuerwerk, Haus der Kunst, München; Back to Black, Kestnergesellschaft Hannover; Kommando Tilman Riemenschneider. Europa 2008, Hospitalhof Stuttgart
  • 2007: Niveaualarm kuratiert von Ulrich Wulff, Kunstraum Innsbruck; Imagination Becomes Reality. Eine Ausstellung zum erweiterten Malereibegriff. Werke aus der Sammlung Goetz, ZKM Museum für Neue Kunst, Karlsruhe; Kommando Friedrich Hölderlin Berlin, Galerie Max Hetzler, Berlin
  • 2006: Imagination Becomes Reality: Ein mehrteiliger Ausstellungszyklus zum Bildverständnis aktueller Kunst. Part IV: Borrowed Images, Sammlung Goetz, München

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Larissa Kikol: Tollste Kunst – Kindliche Ästhetik in der zeitgenössischen Kunst. Bielefeld: transcript Verlag, 2017

Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1] Interview mit Melanie Franke 2007