Andrea Schroeder (Sängerin)

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Andrea Schroeder (geboren in Ostwestfalen) ist eine deutsche Pop-Sängerin und Songschreiberin aus Berlin, die für ihre dunkle Alt-Stimmlage und ihr 'Pop Noir' bekannt ist.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schroeder wuchs im Ostwestfälischen auf und absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung als Grafikdesignerin. Über einen befreundeten Fotografen begann sie zu modeln, das war zunächst so erfolgreich, dass sie auf Wunsch ihrer Agentur zeitweise nach München zog. Dem Gesang wandte sie sich zu, als sie nach einer Operation zeitweise ihre Stimme verlor. Nach deren Wiederherstellung machte sie zunächst eine klassische Gesangsausbildung, widmete sich dem Gospelgesang, und begann später eigene Songs zu schreiben. Bereits 2007 hat sie ein paar davon auf ihre MySpace-Seite ins Internet gestellt und dort eine Fan-Community gesammelt.[2] Im Jahr 2012 kam ihr Debütalbum Blackbird beim deutschen Independent-Label Glitterhouse aus Beverungen heraus, produziert von Chris Eckman (Walkabouts).[3] Es enthält zehn Stücke, zumeist aus eigener Feder, davon neun Songs in englischer Sprache, nur einer auf Deutsch.

Bei Erscheinen ihres zweiten Albums Where The Wild Oceans End erschienen im deutschen Rolling Stone, der Süddeutschen Zeitung und im Stern-Magazin dazu Rezensionen, die ihren Gesang mit Marlene Dietrich und Nico und den Sound mit Nick Cave und Velvet Underground verglichen.[4][5] Ihre deutschsprachige Version von David Bowies Heroes, aufgenommen in den Berliner Hansastudios, fand besondere Beachtung ebenso wie ihr Song Ghosts of Berlin.[2]

Ähnliches schrieben die Rezensenten über ihr drittes Album Void, das Ende August 2016 wiederum bei Glitterhouse herauskam.[6][7][8] Die elf Titel sind nahezu alle Eigenkompositionen von ihr und ihrer Band um Gitarrist Jesper Lehmkuhl. Produziert wurde das Album von Ulf Ivarsson (Joakim Thåström, Sivert Hoyem) mit Andrea Schroeder und Jesper Lehmkuhl. Als Gastmusiker kamen Kristoph Hahn (Swans) und Pelle Ossler (Thåström; Sällskapet) hinzu.

Auf jedem ihrer Alben befindet sich ein Song mit dem Text des US-amerikanischen Beatpoeten Charles Plymell, auf Void der Song Black Sky mit dem Text von dem New Yorker Rob Plath, einem Studenten von Allen Ginsberg, auf Blackbird der Song Blackberry Wine mit dem Text von Gary Heffern (The Penetrators).

2014 erschien Schroeder auf dem The Jeffrey Lee Pierce Session Project-Album Axels and Sockets, einer Kollaboration von Künstlern wie Iggy Pop, Nick Cave, Blondie und Mick Harvey zu Ehren von Jeffrey Lee Pierce.

Schroeder übernimmt überwiegend selbst das Artwork ihrer Alben, Tourplakate und Videos. In ihrer Band spielen der dänische Gitarrist Jesper Lehmkuhl, der britisch-australische Bassist Dave Allen, der australische Schlagzeuger Chris Hughes (Fatal Shore) und der Italiener Maurizio Vitale, die belgische Violinistin Catherine Graindorge und der Berliner Keyboarder Mike Strauss (Les Hommes Sauvages). Auf der Bühne spielt Schroeder ein indisches Handharmonium und die Shrutibox;[9] auch dies eine Parallele zu Christa Päffgen, die als Nico mit The Velvet Underground bekannt wurde. Jesper Lehmkuhl ist auch an der Erarbeitung der Songs beteiligt.

Andrea Schroeder lebte einige Jahre in Kopenhagen und zog im Herbst 2011 nach Berlin.

Diskografische Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

unter eigenem Namen
  • Blackbird, Album (Glitterhouse, 2012)
  • Where The Wild Oceans End, Album (Glitterhouse, 2014) – mit Jesper Lehmkuhl (g), Dave Allen (b), Chris Hughes (dr), Catherine Graindorge (v)
  • Void, Album (Glitterhouse, 2016)
als Bandmitglied oder Gastmusiker
  • Strange Dreams von The Stars And The Madness (Andrea Schroeder, Jesper Lehmkuhl und Dave Allen) (Fear Of Speed, 2013)
  • Kisses For My President auf Axels and Sockets von The Jeffrey Lee Pierce Session Project
  • Disparition, Album mit der schwedischen Band Sällskapet (BMG, 2018)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neues Album von Andrea Schroeder: "Void" - Pop Noir vertreibt die Leere, Deutschlandradio Kultur vom 26. August 2016, abgerufen 11. September 2016
  2. a b Die Geisterseherin, Berliner Zeitung vom 5. März 2014, abgerufen 11. September 2016
  3. Andrea Schroeder stellt ihr Album "Blackbird" im Pantheon Casino vor, General-Anzeiger vom 1. April 2013, abgerufen 11. September 2016
  4. Andrea Schroeder: Dunkle Stimme, düstere Songs, Frankfurter Rundschau vom 3. Februar 2014, abgerufen 11. September 2016
  5. Where The Wild Oceans End - Unheimlich zuversichtlich, Rezension auf fairaudio.de vom September 2014, abgerufen 11. September 2016
  6. Andrea Schroeder: "Void" (Memento vom 16. September 2016 im Internet Archive), MDR vom 29. August 2016, abgerufen 11. September 2016
  7. Andrea Schroeder: Das Unausweichliche willkommen heißen, Rezension von Void in Der Standard vom 30. August 2016, abgerufen 11. September 2016
  8. Rezension zu Void, dt. Rolling Stone vom 25. August 2016, abgerufen 11. September 2016
  9. laut.de-Biographie Andrea Schroeder, abgerufen 12. September 2016