Andreas Jüttemann

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Andreas Jüttemann (* 13. Oktober 1985 in Berlin-Charlottenburg) ist ein deutscher Stadthistoriker, Psychologe und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jüttemann ist Sohn des Psychologen Gerd Jüttemann und Neffe des Technikhistorikers Herbert Jüttemann. Er wuchs in Berlin-Zehlendorf auf, studierte an der Freien Universität Berlin sowie an der Universität Bremen Psychologie und an der Bauhaus-Universität Weimar Urbanistik.

Nach Studienaufenthalten an den Universitäten in Breslau und Posen gründete Jüttemann 2010 eine eigene Agentur, um Führungen durch die ehemalige militärische Abhörstation der NSA auf dem Berliner Teufelsberg anzubieten.[1] Durch sein Engagement ermöglichte er die weitergehende touristische Nutzung dieses einzigartigen Relikts aus der Zeit des Kalten Krieges.[2]

Im August 2015 wurde Jüttemann mit einer Arbeit über die preußischen Tuberkuloseheilstätten am Institut für Geschichte der Medizin der Berliner Charité promoviert. Als Wissenschaftlicher Mitarbeiter ist er an der Charité am Institut für Geschichte der Medizin sowie am Institut für Arbeitslehre und Berufliche Bildung der Technischen Universität Berlin im Bereich Technikgeschichte beschäftigt. Er vertrat die Lehrstühle für Persönlichkeitspsychologie an der Medizinischen Hochschule Brandenburg und der PFH Private Hochschule Göttingen. Zu seinen weiteren Forschungsschwerpunkten gehören neben der Krankenhausgeschichte und der Geschichte der Psychologie auch die Stadt- und Verkehrsgeschichte.

Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit organisierte er stadthistorische Ausstellungen (zuletzt 2019 zur Geschichte des letzten Bauhaus-Standorts in Berlin-Steglitz[3]) und verfasste mehrere Bücher zur Regionalgeschichte (u. a. zu Steglitz[4], Schmargendorf[5], Düppel[6] und das Ostpreußenviertel[7] sowie zu den Beelitzer Heilstätten[8].

Würdigungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aus der Geschichte lernen: Die Berliner Lungenkliniken 1892–2007. Das Krankenhaus; 112(7; 2020): 587–594, ISSN 0340- 3602.
  • Das Siechenheim Eilanghof bei Reppen (Rzepin). Brandenburgisches Ärzteblatt; 7–8 (2020): 43–46, ISSN 0939-3471.
  • 100 Jahre Bauhaus – der Standort Steglitz 1932-1933. Orte der Geschichte, Berlin 2019, ISBN 978-3-94643-806-9.
  • (Hrsg.): Stadtpsychologie. Handbuch als Planungsgrundlage. Pabst Science Publishers, Lengerich 2018, ISBN 978-3-95853-389-9.
  • Alles unter vier Dächern. Das Klinikum Steglitz. Bauwelt; 20 (2018): 40–55, ISSN 0005-6855.
  • Die Geschichte des rätselhaften Phänomens „Haffkrankheit“. ASU Arbeitsmed Sozialmed Umweltmed; 53 (2018): 465–468, ISSN 0300-581X
  • Alles unter einem Dach. 50 Jahre: Vom Klinikum Steglitz zum Charité Campus Benjamin Franklin. Orte der Geschichte, Berlin 2019, ISBN 978-3-946438-04-5.
  • Berlin-Steglitz und Lichterfelde-West. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-220-7.
  • Das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach unter Carl Alexander und Sophie (1853 – 1901) in medizinhistorischer Sicht: Ein progressiver deutscher Kleinstaat. Thüringer Ärzteblatt; 2 (2017): 109 – 111, ISSN 0863-5412.
  • (gemeinsam mit Friederike Butzengeiger): Zur Geschichte des 1927 eingeführten Narkotikums Avertin. Anästh Intensivmed; 58 (2017): 268–273, ISSN 0170-5334.
  • 70 Jahre nach Schließung des Kaiser-Wilhelm-Kinderheims im Ostseebad Ahlbeck (Usedom). Notiz zur Geschichte der Kinderfürsorge. Monatsschrift Kinderheilkunde; 164 (1; 2016), 43–46, ISSN 0026-9298.
  • Berlin-Frohnau und Hermsdorf. Pharus-Plan, Berlin 2016, ISBN 978-3-939401-48-3.
  • Die preußischen Lungenheilstätten. Pabst Science Publishers, Lengerich 2015, ISBN 978-3-95853-138-3.
  • (gemeinsam mit Andreas Böttger und Irene Krause) Beelitz-Heilstätten. Vom Sanatorium zum Ausflugsziel. Orte der Geschichte, Berlin, ISBN 978-3-946438-00-7.
  • History of the Prussian tuberculosis sanatorium movement, 1863–1934. The brief history of the Prussian tuberculosis sanatorium movement in today Western Polish landscapes and its first site in Sokolowsko, Lower Silesia. Acta Medicorum Polonorum; 5 (2015), 5–14, ISSN 2083-0343
  • Berlin-Düppel. Spaziergänge und Entdeckungen zwischen Zehlendorf, Kleinmachnow und Dreilinden – entlang der historischen Verkehrswege von Stammbahn und Friedhofsbahn. 2. Auflage. Pharus-Plan, Berlin 2015, ISBN 978-3-86514-205-4.
  • Berlin-Schmargendorf. Spaziergänge und Entdeckungen im Kurbäderviertel: Schlesisches Viertel, Böhmische Viertel, Seebäderviertel, Thüringisches Viertel. Pharus-Plan, Berlin 2014, ISBN 978-3-86514-203-0.
  • Der Berliner Teufelsberg. Trümmer, Truppen und Touristen (gemeinsam mit Klaus Behling). BerlinStory Verlag, Berlin 2011, 2. Aufl. 2015, ISBN 978-3-95723-047-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oliver Ohmann: B.Z. auf Spionage-Tour im Teufelsberg. B.Z. online, 14. Februar 2011.
  2. Der Teufelsberg bekommt Museum. B.Z. online, 28. März 2011.
  3. Karla Rabe:Zum 100-jährigen Jubiläum des Bauhauses erinnert eine Ausstellung an die „Steglitz-Episode“. Berliner Woche, online, 7. September 2019)
  4. Annette von Nayhauß: Mit der Straßenbahn zur Kadettenanstalt. Berliner Morgenpost online, 20. April 2019
  5. Anette von Nayhauß: Auf Spurensuche in Schmargendorf. Berliner Morgenpost online, 28. Oktober 2014 (Bezahlschranke).
  6. Anett Kirchner: Warum Düppel heute Düppel heißt. Der Tagesspiegel online, 15. März 2015.
  7. Anette von Nayhauß: Im Berliner Westen lebt ein Teil von Ostpreußen weiter. Berliner Morgenpost online, 25. Juni 2013.
  8. Anette von Nayhauß: Von Hitler bis Honecker: Die Geschichte der Beelitzer Heilstätten. Berliner Morgenpost online, 15. Januar 2016.