Andreas Rumler

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Andreas Rumler 2009 bei einer Lesung im Lenau-Forum, Köln

Andreas Rumler (* 13. Februar 1955 in Bremen) ist ein deutscher Autor und Journalist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rumler studierte Germanistik, Politologie und Geschichte in München und Tübingen. Anschließend erhielt er in Köln eine Rundfunk-Ausbildung bei der Deutschen Welle und war dort einige Zeit als Redakteur tätig.

Rumler ist Autor von wissenschaftlichen Biografien und Essays, Reiseführern, Hörspielen, Lyrik und Prosa, hat freiberuflich als Reisejournalist, Kultur- und Literaturkritiker für verschiedene Hörfunkanstalten gearbeitet und Beiträge für Lexika wie das KLG oder Harenbergs Lexikon der Weltliteratur sowie in text + kritik verfasst. Er ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland sowie der internationalen Goethe-Gesellschaft in Weimar.

Pressestimmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm von Sternburg zieht dieses Fazit in seiner Rezension "Der Erfolgreiche und das Genie" in der "Frankfurt Rundschau" (vom 3. Januar 2017, S. 34):[1]

„Es ist jedoch nicht nur das ‚Arbeitsbündnis‘ dieser beiden Intellektuellen, von dem Rumler berichtet, sondern er erzählt auch von dem Drama des Exils, in das ein bedeutender Teil der deutschen Geisteselite nach 1933 gezwungen wurde. Feuchtwanger und Brecht … haben …mutig das Wort gegen die Gewalt gesetzt. Thomas Mann sprach einst von ‚Lübeck als geistige Lebensform‘, um die Nachwirkungen seines Heranwachsens in der Hansestadt auf sein Schaffen und Denken zu unterstreichen. Rumler hat diesen Gedanken mit Bedacht und treffend als Titel für seinen Essay gewählt.“  

Hans-Joachim Kertscher befand im "Jahrbuch der Goethe-Gesellschaft":

„Andreas Rumler hat einen nicht geringen Teil der ‚Bruchstücke einer großen Konfession‘ (Dichtung und Wahrheit) zu einem vergnüglich zu lesenden Teilganzen zusammengefügt.“

Goethe-Jahrbuch Band 132, 2015, S. 214[2]

Christa Hagmeyer kam zu diesem Ergebnis:[3]

„Rumler gelang es, das Werk Goethes so zu streifen, dass die Verknüpfung der biografischen Stationen mit der Entwicklung des thematischen Fächers deutlich wird. Die Einbettung ins Zeitgeschehen und in damals aktuelle Auseinandersetzungen wird an Zitaten aus der Rezeptionsgeschichte und aus dem Briefwechsel mit Zeitgenossen aufgezeigt. Bildnerische Darstellungen von Personen, Landschaften und Räumen lassen auf dezente Weise an der Epoche und dem persönlichen Leben des großen Dichters und Staatsbeamten teilhaben. Zeittafel und Personenverzeichnis ermöglichen einen raschen Überblick und dann ergibt es sich fast von selbst, dass man als Leser selbst wieder einmal nach Weimar fährt und anhand eines ‚Stadtrundgangs auf Goethes Spuren‘ dieses Dichterleben Revue passieren lässt und gewiss auch das eine oder andere Werk neu liest. Vielleicht den ‚West-östlichen Divan‘ als Zeichen der Aktualität von Goethes Denken.“

Hanna Styrie urteilte in der Kölnischen Rundschau vom 17. Juli 2007 über die Erft-Land-Splitter:

„Längst hat Rumler großen Gefallen an der Lyrik gefunden und beweist in den "Erft-Land-Splittern" atmosphärisches Gespür und Sprachgefühl. In knappen bildhaften Zeilen beschreibt er die Zerstörung der Landschaft: "monströse riesen höher als kirchen länger als alles/ ringsum walzen äcker wiesen bäume nieder" und ihre Begleiterscheinungen: "gestohlen die satellitenschüssel was brauchbar scheint/ findet neue besitzer straßenlaternen beleuchten ruinen." (…) Rumler selbst bekommt die Auswirkungen aus nächster Nähe zu spüren, denn der Bagger "schaufelt uns sand in die augen" und "lässt meine zähne knirschen und wirft kohle durch alle ritzen ins haus". Dennoch empfindet er seine Gedichte als "kleine Liebeserklärung" an die Region.“

Der Reutlinger General-Anzeiger schrieb am 11. Juli 2003 in einer Rezension über die Tübinger Dichter-Spaziergänge:

„[Der Autor hat] in Tübingen Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft studiert und einige Jahre als freier Autor und Journalist gearbeitet. Dabei lernte er auch den Reiz dieser alten Stadt mit ihren markanten Bauten, Gässchen und Gaststätten schätzen. So musste ja zwangsläufig eines Tages eine Liebeserklärung an diese Stadt Gestalt gewinnen. Jedoch ist bei Rumler kein Pathos zu finden. Er konnte mit seinen im DuMont-Verlag erschienenen Reiseführern über das Main-Gebiet und Schleswig-Holstein schon früher überzeugen; nun ist auch dem neuen Tübinger Band diese Professionalität abzuspüren. Kenntnisreich und doch in leicht lesbarem Gestus blendet Rumler von einer Gestalt zur anderen, er nimmt seine Leser mit zu den Orten, an denen die Denker gelebt, diskutiert und geschrieben haben. Sonderwege und richtungsweisende Veröffentlichungen und Lehrtätigkeit werden erinnert, ebenso politische Wechselströme, persönliche Schicksale. Lesbar statt wissenslastig: Rumlers Reise reicht bis zu Gegenwartsautoren und bekommt durch seine persönlichen Eindrücke und Begegnungen zusätzlich Farbe. Sein Ziel war, »ein handhabbares Buch zu schaffen, das einführt, aber nicht allzu wissenslastig ist«.“

Über Goethes Lebensweg befand Karina Gómez-Montero im Goethe-Jahrbuch:

„In der fast unüberschaubaren Fülle der Publikationen zum Goethe-Jahr verdient ein Buch die Aufmerksamkeit des Lesers, das sich - material- und kenntnisreich, dabei wohltuend unprätentiös im Stil - von manch anderem unterscheidet. […] Der in dieser Weise von Andreas Rumler beschrittene Doppelweg - Zeugnisse von Goethes Anwesenheit in der von ihm bereisten Welt und die nachwirkenden Bilder dieser Regionen in seinem Werk aufzuspüren - darf als sehr gelungen betrachtet werden […]“

Goethe-Jahrbuch, Band 116 von 1999, S. 421f.

Einzelveröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Exil als geistige Lebensform. Brecht und Feuchtwanger. Ein Arbeitsbündnis. Berlin, Edition A. B. Fischer 2016
  • Johann Wolfgang Goethe: Dichter - Staatsmann - Universalgenie. Weimarer Verlagsgesellschaft, Weimar 2015.
  • Literarische Spaziergänge durch Tübingen. Auf den Spuren von Hölderlin bis Härtling. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2013.
  • Erft-Land-Splitter. Lyrische Notate. edition fundamental, Köln 2007.
  • Tübinger Dichter-Spaziergänge. Auf den Spuren von Hölderlin, Hegel und Co. Attempto-Verlag, Tübingen 2003.
  • Goethes Lebensweg. Wanderungen durch Leben und Werk. DuMont Buchverlag, Köln 1999.
  • Schleswig-Holstein. Kultur, Geschichte und Landschaft zwischen Nord- und Ostsee, Elbe und Flensburger Förde. DuMont Buchverlag, Köln (Kunst-Reiseführer; 1997, 2002, 2007, 2010).
  • Der Main. Bayreuth, Bamberg, Würzburg, Aschaffenburg, Frankfurt: An der „Straße der Kaiser und Könige“. DuMont Buchverlag, Köln 1994 (Kunst-Reiseführer).
  • Schön gedeckt. Tische liebevoll arrangiert. Isis Verlagsgesellschaft, Chur/Schweiz (1993, 1994, 1995).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frankfurt Rundschau vom 3. Januar 2017, S. 34
  2. so nachzulesen im Newsletter der Goethe-Gesellschaft in Weimar, Nr. 1, April 2015, S. 9, über Johann Wolfgang Goethe: Dichter – Staatsmann – Universalgenie.
  3. Christa Hagmeyer: Johann Wolfgang Goethe: Dichter – Staatsmann – Universalgenie. In: Die kleine – Zeitschrift für die besten Lebensjahre, Nr. 3/ 4, März/ April 2015, S. 25.