Animal Peace

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Animal Peace e.V. ist eine Tierrechtsorganisation, die als gemeinnützig anerkannt ist. Sie führt sowohl legale als auch illegale Aktionen im Bereich des Tierschutzes durch.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Animal Peace wurde 1986 in Frankfurt am Main von den autonomen Tierrechtlern[1] Jacomo A. Waldherr und Andi Wolff gegründet, die auch die Vorsitzenden des Vereins waren. Der Sitz ist seit 2005 Moers, erste Vorsitzende ist Silke Ruthenberg. Nach eigenen Angaben hat der Verein etwa 5000 Mitglieder.

Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel des Vereins ist neben der Anerkennung der den Grundrechten für Menschen nachempfundenen Tierrechten auch die Forderung nach einer veganen, d. h. tierproduktfreien Ernährung. Die Mittel zur Erreichung dieses Ziels sollen nach eigenen Angaben gewaltfrei sein, sind jedoch nicht immer legal. Im Rahmen sogenannter Tierbefreiungen werden Einbrüche und Diebstähle in Tierzuchtbetrieben gefördert und selbst durchgeführt.[2] Weiterhin gehören auch ungenehmigte Demonstrationen in Zoos zu den Aktionsformen der Organisation.

Gefordert werden für Tiere das Recht auf Leben, körperliche Unversehrtheit und Leben in Freiheit. Damit ist jede Tierhaltung zum Zwecke von Forschung, Ernährung oder Unterhaltung nicht vereinbar. Die Mitglieder des Vereins sind meist Veganer.

Ermittlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelte 1995 wegen Betrugs und Untreue gegen Animal Peace. Nach Erkenntnissen der Kriminalpolizei Offenbach hatte die Organisation demnach in drei Jahren rund eine Million DM an Spenden eingenommen, jedoch sei nur ein Prozent der Summe für den Tierschutz verwendet worden.

Ruthenberg sagte in einem Interview mit die Welt, dass „99 Prozent unserer Ausgaben für Werbung und Aktionen draufgehen“. Das sei noch nie anders gewesen.[1]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation wird von verschiedenen Organisationen aus dem Bereich Tierschutz kritisch gesehen. So schreibt der Focus in Ausgabe Nr. 28/1995:

„Heinz Kourim, Vizepräsident im Deutschen Tierschutzbund: ‚Wir leiden, weil die so einen Blödsinn daherreden.‘ Martina Moorbach von der Konkurrenzorganisation ‚Vier Pfoten‘ aus Hamburg stellt sogar die Frage, ob Animal Peace ‚nur Öffentlichkeit oder tatsächlich etwas für die Aktion erreichen will‘. Immerhin habe sie noch nie jemanden von Animal Peace bei der schwierigen und kameraunattraktiven Lobbyarbeit in Bonn gesehen“

Frank Siering: FOCUS Online[1]

Anfang 2015 geriet die Organisation in die Kritik, da sie die Tötung eines Bauern durch einen Rinderbullen in einem Artikel auf einer ihrer Webseiten bejubelt habe.[3][4] In dem Artikel wurde das Tier als „Held“ gefeiert, welches in „Nothilfe“ gehandelt habe und die Bauern als „Kidnapper“, „Sklavenhalter“ und „Komplizen“ bezeichnet.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Frank Siering: TIERSCHUTZ: Geht voll ab. In: Focus Online. 10. Juli 1995, abgerufen am 28. September 2016.
  2. Animal Peace. (Nicht mehr online verfügbar.) In: animal-peace.org. Archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 28. September 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.animal-peace.org
  3. Jost Maurin: Tierrechtler bejubeln Attacke durch Rind: Der Bauer stirbt, Veganer freuen sich. In: taz.de. 31. Januar 2015, abgerufen am 28. September 2016.
  4. Veronika Wulf: Nach tödlichem Unfall eines Bauern: Die zweifelhafte Verehrung eines Stieres. In: Spiegel Online. 27. Januar 2015, abgerufen am 28. September 2016.
  5. Viva Vegan - Stier tötet Kidnapper - ein Nachruf. In: viva-vegan.info. 11. Juli 2016, abgerufen am 28. September 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]