Deutscher Tierschutzbund

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Deutscher Tierschutzbund e.V.
Deutscher Tierschutzbund Logo.svg
Zweck: Tierschutz, Tierschutzrecht, Naturschutz, Umweltschutz, Lobbyarbeit[1]
Vorsitz: Thomas Schröder
Gründungsdatum: 1881
Mitgliederzahl: 800.000[1]
Sitz: Bonn
Website: www.tierschutzbund.de
Bundesgeschäftsstelle Deutscher Tierschutzbund

Der Deutsche Tierschutzbund e.V. wurde im Jahre 1881 als Dachorganisation der Tierschutzvereine und Tierheime in Deutschland gegründet mit Sitz in Bonn. Er verfolgt den Tierschutzgedanken und setzt sich gegen den Missbrauch von Tieren ein. Er ist als Interessenverband in der Lobbyliste des Deutschen Bundestages registriert (Nr. 1076).[1]

Selbstverständnis, Aufgaben und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Selbstverständnis fasst der Verband so zusammen:[2]

„Jedes Mitgeschöpf hat Anspruch auf Unversehrtheit und ein artgerechtes Leben. Wir wollen, dass dieser Anspruch für alle Tiere verwirklicht wird – in der Wirtschaft, der Forschung, im Privathaushalt und wo immer der Mensch mit Tieren Umgang hat. Wir wollen, dass Tiere in ihren natürlichen Lebensräumen geschützt werden. Tier-, Natur- und Artenschutz sind für uns untrennbar miteinander verbunden. Der praktische Einsatz zum Wohl aller Tiere und die Förderung des Tier- und Naturschutzgedankens sind zentrale Aufgaben des Deutschen Tierschutzbundes.“

Hauptaufgaben sind die fachliche und finanzielle Unterstützung in Richtung Tierschutz und die Förderung des Tier- und Naturschutzgedankens. Ein Schwerpunkt der Arbeit des Deutschen Tierschutzbundes ist der kontinuierliche Lobbyismus. Inhaltlich gesehen setzt sich der Deutsche Tierschutzbund aktuell für eine Änderung der Jagdgesetzgebung auf Bundes- und Länderebene ein, um der tierschutzwidrigen Tötung von Wildtieren zu begegnen und tritt für eine Novellierung der Gesetzgebung im Natur- und Artenschutz ein, um u. a. den internationalen Handel mit wildlebenden Tierarten weitestgehend zu beschränken. Er fordert Alternativen zur industriellen Massentierhaltung, wirbt für eine artgerechte Haltung und warnt vor der negativen Auswirkung auf das Klima durch beispielsweise Überdüngung, Überweidung und Brandrodung.

Rückblickend schreibt sich der Deutsche Tierschutzbund aufgrund seiner Aktivitäten folgende rechtliche Veränderungen als seine Erfolge in Deutschland zu:

Struktureller Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeitiger Präsident des Verbandes ist Thomas Schröder. Wolfgang Apel, der zuvor 18 Jahre das Amt des Präsidenten innehatte, wurde 2011 zum Ehrenpräsidenten gewählt.

Die Verbandszentrale befindet sich in Bonn. Bei ihr sind Geschäftsführung, Mitgliederbetreuung und Pressestelle sowie das Deutsche Haustierregister angesiedelt. Mit mehr als 730 angeschlossenen örtlichen Tierschutzvereinen in 16 Landesverbänden und über 520 vereinseigenen Tierheimen vertritt der Verband mehr als 800.000 Tierschützer.

Fachliche Grundlagen der Tierschutzarbeit bearbeitet die Akademie für Tierschutz in Neubiberg bei München. Sie unterhält ein Forschungslabor zur Weiterentwicklung tierversuchsfreier Methoden, beheimatet ebenfalls die Rechtsabteilung des Verbandes und bietet Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen an.

Um stärker auf die Tierschutzpolitik Einfluss zu nehmen, besitzt der Verband seit 2008 zusätzlich ein Büro in Berlin.

Tier-, Natur- und Jugendzentrum Weidefeld

Darüber hinaus ist der Verband auch an weiteren Standorten tätig. So arbeitet er in Weidefeld bei Kappeln in Schleswig-Holstein im dortigen Tier-, Natur- und Jugendzentrum mit und kümmert sich unter anderem um nicht artgerecht gehaltene Tiere und um in Not geratene Wildtiere. Diesbezüglich unterhält er verschiedene Auffangeinrichtungen wie das Lissi-Lüdemann-Haus für notleidende und hilfsbedürftige Hunde. Dem Tierschutzzentrum Weidefeld angeschlossen ist das Tier-, Natur- und Artenschutzzentrum auf Sylt mit beispielsweise einer Erstaufnahmestation für verletzte oder verölte Seevögel und einem Informationszentrum für Tier- und Artenschutz. Auf einem 25.000 m² großen Waldgelände bei Anholt am Niederrhein nahe der niederländischen Grenze betreibt er gemeinsam mit der International Bear Federation eine Auffangstation für Großbären. In Odessa (Ukraine) unterhält er außerdem ein weiteres Tierschutz- und Kastrationszentrum, das in Osteuropa Modellcharakter genießt.

Der Verband ist vernetzt mit verschiedenen Partnerorganisationen auf nationaler und internationaler Ebene.

Mit dem zweistufigen Tierschutzlabel des Verbandes werden Produkte tierischen Ursprungs gekennzeichnet. Seit Anfang 2013 sind Produkte von Masthühnern und Mastschweinen mit dem Tierschutzlabel im Handel erhältlich.[4]

Der Deutsche Tierschutzbund finanziert seine als gemeinnützig anerkannte Arbeit aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen, Erbschaften und Kapitalerträgen. Er erhält fast keine staatliche Unterstützung. Er ist Gründungsmitglied im Deutschen Spendenrat und hat sich im Rahmen dieser Mitgliedschaft zur transparenten Mittelverwendung und Einhaltung ethischer Standards in der Spendenwerbung verpflichtet. Seit dem Jahr 2007 wird er vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) geprüft. Seitdem wurde dem Deutschen Tierschutzbund das DZI-Spendensiegel jährlich zuerkannt.

Kampagnenmotiv „Ferkelprotest“

Tierschutzjugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusätzlich ist dem Verband das der Tierschutzjugend angeschlossen. Dies ist ein Angebot für Kinder und Jugendliche und soll junge Menschen für den Tierschutz interessieren. Es gibt unter anderem kindgerechte Informationsmaterialien, ein Jugendportal mit Themen rund um den Tierschutz und Mitmachaktionen. Ferner finden Kooperationen mit diversen Schulen statt. Es ist auch möglich, eine Weiterbildung als Tierschutzlehrer zu absolvieren. Die Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes vergibt seit 2001 alle zwei Jahre den Adolf-Hempel-Jugendtierschutzpreis, um junge Tierschützer für ihr Engagement auszuzeichnen. Weiterhin gibt der Deutsche Tierschutzbund die Mitgliederzeitschrift du und das tier heraus.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deutscher Tierschutzbund – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Ständig aktualisierte Fassung der öffentlichen Liste über die Registrierung von Verbänden und deren Vertretern (PDF; 5,85 MB) Deutscher Bundestag. 28. Januar 2011. Abgerufen am 5. Februar 2011.
  2. Aufgaben und Ziele der Organisation
  3. EU verabschiedet Tierversuchsverbot für Kosmetika. ORF, abgerufen am 25. Dezember 2013.
  4. Bayerischer Rundfunk vom 23. Januar 2014: Tiergerechte Haltung - Beobachtungen in Ställen und an Verkaufstheken (Memento vom 22. Februar 2014 im Internet Archive)