Anna Nikolajewna Jessipowa

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Anna Jessipowa, Portrait

Anna Nikolajewna Jessipowa (russisch Анна Николаевна Есипова, in Deutschland auch bekannt als Anetta Essipoff oder Annette von Essipow und nach ihrer Heirat als Annette Essipow-Leschetizky; * 31. Januarjul./ 12. Februar 1851greg. in St. Petersburg; † 5. Augustjul./ 18. August 1914greg. in Sankt Petersburg) war eine russische Pianistin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jessipowa erhielt ihre musikalische Ausbildung am Sankt Petersburger Konservatorium unter Theodor Leschetitzky, mit dem sie (als dessen zweite Ehefrau) von 1880 bis 1893 verheiratet war.[1] 1869 machte Sie zusammen mit Tschaikowski ihr Examen, beide wurden mit einer Goldmedaille des Konservatoriums ausgezeichnet, die das erste Mal verliehen wurde. Noch während ihres Studiums debütierte sie 1869 unter der Leitung Leschetizkys im Salzburger Mozarteum sowie im selben Jahr in einem Konzert der Kaiserlich Russischen Musikgesellschaft in St. Petersburg.[2]

Sie trat zuerst in Russland und von 1875 an auch auf Konzertreisen in den Hauptstädten Europas sowie in Amerika auf, wo sie auch zusammen mit dem Cellisten Anton Hekking Konzerte gab. Sie galt als eine der hervorragendsten Konzertpianistinnen ihrer Zeit.

Nach ihrer Heirat lebte sie mit Leschetizky bis zur Scheidung 1893 in Wien, wo sie neben ihrer Konzerttätigkeit an der Klavierschule ihres Ehemannes die Vorklasse leitete.

1885 wurde sie zur königlich preußischen Hofpianistin ernannt. Leidenschaftlichkeit und poetische Auffassung wurden als Vorzüge ihres Spiels gerühmt.

Von 1893 bis 1908 war sie Professorin am Sankt Petersburger Konservatorium, 1905 jedoch unterbrochen, als sie aus Protest gegen Rimski-Korsakows Entlassung von ihrer Stelle zurücktrat und für einige Zeit nach Berlin ging. Am 7. Februar 1906 spielte sie für die Freiburger Firma M. Welte & Söhne, Hersteller des Reproduktionsklaviers Welte-Mignon, zehn Stücke auf Klavierrollen ein.

Ihren letzten öffentlichen Auftritt hatte sie am 3. März 1908 in St. Petersburg.[2]

Zu ihren Schülern gehörten Thomas de Hartmann, Leonid Kreutzer und Sergei Prokofjew. Jessipowa verkehrte der damaligen Mode entsprechend viel in theosophischen Zirkeln.

Das Ehepaar Leschetizky-Jessipowa hatte zwei Kinder, Robert sowie Thérèse Leschetizky (1872–1956), die als Sopranistin und Gesangslehrerin wirkte.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Anna Jessipowa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ludwig KarpathErinnerungen an Theodor Leschetitzky. In: Neues Wiener Journal, Nr. 7934/1915 (XXIII. Jahrgang), 2. Dezember 1915, S. 6, oben links. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nwj.
  2. a b Kadja Grönke (Text), Anna Nikolaevna Esipova (Translit.): Europäische Instrumentalistinnen des 18. und 19. Jahrhunderts. Essipoff (…). In: sophie-drinker-institut.de, 2013, abgerufen am 26. August 2015.
  3. Deutsche Nationalbibliothek.