Anne Breick

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Anne Breick

Anne Breick (* 1961 in Münster) ist eine deutsche Perkussionistin, Bandleaderin, Komponistin, Studiomusikerin, Musikpädagogin, Lehrbeauftragte sowie Musikjournalistin.  

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tochter eines Schmieds und gelernte Tourismusfachwirtin erlernte mit acht Jahren Flöte, dann Klavier und später Rhythmus- und Jazzgitarre. Als Reiseleiterin begegnete sie 1984 in Marokko der ersten Trommel, die fortan ihr Leben bestimmte.

1984 begann sie ihre Ausbildung in afrikanischer, afro-Kubanischer und brasilianischer Percussion mit Studienaufenthalten in Kuba (Havanna und Santiago de Cuba) und Brasilien (Salvador und Olinda). Ausgebildet wurde sie u. a. vom Khalifi-Dance-Ensemble (Ghana/D), Jürgen Fischer (Münster), John Santos vom Machete Ensemble (USA), Dudu Tucci (Brasilien/Berlin), Robyn Schulkowsky (USA/D), José Cortijo (E/D).

Parallel dazu begann ihre Bühnenkarriere 1984 mit der Frauen-Percussion-Band „Black Magic Women“. Anfang der 1990er Jahre arbeitete sie als „Aye Bee Groove“ mit Szene-DJanes zusammen und trommelte live zu „house-music“, beim Christopher Street Day (CSD) in Frankfurt und trat in den European Gay Games auf.[1]

Im Jahr 1990 gründete Anne Breick mit der Latin-Funk-Bassistin Uli Pfeifer und der Soulsängerin und Songwriterin Elke Voltz die Weltmusik-Formation „Kick la Luna“, die 1992 ihren ersten Auftritt hatte. Mittlerweile gehören auch die brasilianische Drummerin Angela Frontera (seit 1998) und die Salsa-Keyboarderin Christiane Sattler (seit 2016) zur Band. Die Frauen-Weltmusik-Band war mit Live-Konzerten in Europa, USA und Kanada unterwegs und veröffentlichte neun CDs. Kick La Luna arbeitete u. a. zusammen mit der Gitarristin Jutta Keller (1992 bis 2006), der brasilianischen Musikerin Zélia Fonseca (seit 2007) und den Produzenten Elke Diepenbeck (1994), Christina Fuchs (1996) und Edo Zanki (1998 bis 2008). Ein Fan der ersten Stunde war der Moderator, Autor und Radiosprecher vom HR 3, Volker Rebell, der Anne Breick und ihre Projekte und Bands unterstützt.

Im Jahr 1998 komponierte, arrangierte und inszenierte Anne Breick anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Frankfurter Müllabfuhr die Müllpercussion-Formation „Ten on Tons“. „Ten on Tons“ spielen auf Mülltonnen, später kamen dann auch Samba-Instrumente, Cajones, Congas und Djembés dazu. Jetzt lieferten Ukulelen, Helikon und Sopransaxophon die Melodien, kombiniert mit mehrstimmigen Ethno-Songs.

Weitere Bands, in denen Anne Breick mitwirkte, sind „Laras Affairs“ zusammen mit Dora Michel und Claudia Zinserling (2005–2007) sowie HaCaBa mit Barbara Schirmer und Uli Pfeifer (2006–2008). Außerdem initiierte sie eine der ersten Frauen-Samba-Bands Deutschlands, die „Female Samba Connection“ (1997–2005) mit 25 Percussionistinnen, für die sie die Rhythmen komponierte.[2]

Den 1984 in Hamburg gegründeten Verein „Frauen machen Musik e. V.“ holte Anne Breick als Vorstandsfrau 1989 nach Frankfurt. Im Vorstand arbeitete sie von 1989 bis 2014 ehrenamtlich und trug zur Gründung des „Frauen Musik Büros“ in Frankfurt bei, das sich für die Vernetzung und Unterstützung von Musikerinnen in der POP- und Jazzmusik in Deutschland und Europa einsetzt. In diesem Kontext trat sie auch als Herausgeberin und Musikjournalistin des Frauen-Musik-Magazins „Rundbrief“ in Aktion. Der Rundbrief begann als Informationsblatt des „Frauen machen Musik e. V.“ und wurde durch Anne Breick und Sabine Kemna zu einem Frauen-Musik-Magazin weiterentwickelt und ab 1996 unter dem Titel „Melodiva“ veröffentlicht.[3] 50 Printausgaben wurden hergestellt und deutschlandweit über Buchläden und bei Abonnenten vertrieben. Sie bilden bis heute eine Dokumentation der Musikerinnen im Pop-Musik-Business. Alle Ausgaben (Rundbrief und Melodiva) sind im Archiv in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt gelistet und erhältlich.[4] Als die Printproduktion 2001 mit einem Sonderheft eingestellt wurde, sorgte Anne Breick für die Weiterführung als „Deutschlands 1. Frauen-Musik-Onlinemagazin Melodiva Net Club“.[5]

Von 2005 bis 2015 entwickelte und leitete Anne Breick die vom Hessischen Kultusministerium anerkannte zweijährige Percussion-Aus-und-Weiterbildung “ ALL AROUND GROOVES” in 4 Modulen (AFRO, LATIN, BRASIL, POP-MUSIC). Seit 2006 ist Anne Breick zudem Lehrbeauftragte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) in Frankfurt am Main, dort zuständig für die Ausbildung von Musiklehrern, und unterrichtet im Fachbereich Musikpädagogik mit den Schwerpunkten Rhythmische Grundlagen, Latin-Percussion (Cajon/Conga), Brasil-Percussion (Samba) und Pop-Musik-Rhythmen.[6]

Von 2012 bis 2015 entwickelte Anne Breick für die Joblinge gAG FrankfurtRheinMain künstlerisch-kulturelle Percussion-Workshops für benachteiligte Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren. Außerdem ist sie als ehrenamtliche Mentorin für die Joblinge tätig.[7]

Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kick La Luna (Kick la Luna) CD 1994
  • Secret Waves (Kick la Luna) CD 1996
  • Celebrate (Kick la Luna) CD 1997
  • Lucina lacht (Kick la Luna) CD 1998
  • Patience & Sarah (Regina Pastuszyk) Theatermusik1999
  • Die Rose (Kick la Luna) CD 2000
  • Live in der Alten Oper Frankfurt (Female Samba Connection) CD 2000
  • Live in der Brotfabrik (Ten On Tons) CD 2001
  • Bridges to you (Kick la Luna) CD 2002
  • Luna La Luz (Kick la Luna) Single 2002
  • Song in my Soul (Kick la Luna) CD 2008
  • Hier sind wir – Frankfurter Song zur Frauenfußball-WM (Kick la Luna) Single 2011
  • Sommer unterm Mond (Kick la Luna) CD 2012

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Trommelschmiede der Aye Bee Groove – Melodiva. Abgerufen am 26. September 2018 (deutsch).
  2. Bands. Abgerufen am 26. September 2018.
  3. pattysplanet: Frauen Musik Büro Frankfurt. Abgerufen am 26. September 2018.
  4. Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Abgerufen am 26. September 2018.
  5. Melodiva Home - Melodiva. Abgerufen am 26. September 2018 (deutsch).
  6. HfMDK Frankfurt: Anne Breick. Abgerufen am 26. September 2018 (deutsch).
  7. Frank Niklaus: Crespo Foundation: Evaluation JOBLINGE hochkreativ. Abgerufen am 26. September 2018 (englisch).