Annette Deeken

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Annette Deeken (* 23. November 1954 in Burgsteinfurt) ist eine deutsche Kulturjournalistin und Medienwissenschaftlerin.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Annette Deeken studierte Geschichte, Germanistik und Philosophie. 1983 wurde sie mit einer Arbeit zu Karl Mays Abenteuertourismus an der Universität Marburg zum Dr. phil. promoviert. [1] Als Kulturjournalistin veröffentlichte sie u.a. in der "Oberhessischen Presse", der "Neuen Ärztlichen" (herausgegeben von der FAZ GmbH), im "Hessischen Rundfunk" HR 2, im "Norddeutschen Rundfunk". Von 1984 bis 1993 war sie fest angestellte Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Dort arbeitete sie zunächst in der Redaktion „FAZ-Fernsehnachrichten“, in der sie 1984 auch die erste Nachrichtensprecherin des privatrechtlichen Fernsehens war. Für die erste Sondersendung über die Internationale Buchmesse Frankfurt, die von der „Programmgesellschaft für Kabel- und Satellitenrundfunk“, (PKS Ludwigshafen) gesendet wurde, interviewte sie u.a. Ernst Jandl und Hans Magnus Enzensberger. 1985 wechselte sie in die Magazin-Redaktion, die wöchentlich jeweils sonntags das einstündige FAZ-Fernsehmagazin „Fazit“ auf SAT.1 sendete. Ab 1986 hieß das wöchentlich ausgestrahlte, nunmehr halbstündige Magazin „FAZetten“. [2] 1987 realisierte sie zusammen mit Wenzel Jacob im Auftrag der FAZ einen Film über die "documenta 8" in Kassel, der als VHS auf den Markt kam und auch im Rahmen der documenta-Besucherschule von Bazon Brock gezeigt wurde.

Lehraufträge für Medien- und Literaturwissenschaft führten sie an die Hochschulen von Marburg, Frankfurt/M., Darmstadt, Mainz und Trier. Seit der ersten Ausgabe von "Medienwissenschaft. Rezensionen" 1984 ist sie Autorin dieser Zeitschrift.

Seit 1994 lehrt Annette Deeken Medienwissenschaft mit dem Schwerpunkt Mediengeschichte an der Universität Trier. Dort habilitierte sie sich im Jahr 2000 mit einer Arbeit über Reisefilme. Seit 2003 war sie Kommissionsmitglied der Filmbewertungsstelle Wiesbaden (FBW). Seit 2007 ist sie an der Universität Trier außerplanmäßige Professorin.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1996 erschien ihre kulturhistorische Studie über die deutschen Frauenreisen in den Orient.[3] „Das Buch ist eine höchst angenehme Lektüre“, urteilte die Orientalistin Annemarie Schimmel [4], „kenntnisreich und spannend, sehr gut recherchiert und dargestellt.“ Und "Die Zeit" schrieb: " Deeken und Bösel gehören einer Frauengeneration an, die sich von einer unkritischen Bewunderung dieser Reisepionierinnen längst verabschiedet hat. Ihr Buch ist ein Sittenbild des 19. Jahrhunderts, angereichert mit Hintergrundinformationen zur herrschenden Moral, zur deutschen Orientpolitik und gespickt mit biographischen Anmerkungen."[5]

In der Reihe „film.kunst“ der „Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehenfilm“ erschien anlässlich der Ausstellung über Ulrike Ottinger ihr Essay „Wie die Farbe des Himmels nach dem Regen. Die poetischen Bildwelten der Ulrike Ottinger“.[6] Der Beitrag wurde ins Polnische und Englische übersetzt.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Seine Majestät das ich. Zum Abenteuertourismus Karl Mays (= Abhandlungen zur Kunst-, Musik- und Literaturwissenschaft. Band 339). Bouvier, Bonn 1983, ISBN 3-416-01757-9. (zugleich: Dissertation, Universität Marburg, 1983)
  • Annette DeekenMay, Karl. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 16, Duncker & Humblot, Berlin 1990, ISBN 3-428-00197-4, S. 519–522 (Digitalisat).
  • mit Monika Bösel: An den süßen Wassern Asiens. Frauenreisen in den Orient. Campus-Verlag, Frankfurt am Main/ New York 1996, ISBN 3-593-35563-9.
  • Fernsehklassiker (= Aufsätze zu Film und Fernsehen. Band 59). Coppi-Verlag, Alfeld 1998, ISBN 3-930258-58-7.
  • Reisefilme. Ästhetik und Geschichte. Mit einem Vorwort von Wim Wenders (= Schriftenreihe Filmstudien. Band 38). Gardez!-Verlag, Remscheid 2004, ISBN 3-89796-130-X. (zugleich: Habilitationsschrift, Universität Trier, 2000)
  • „Geschichte und Ästhetik des Reisefilms“. In: Jung, Uli/ Loiperdinger, Martin (Hg.): Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland. Bd. 1: Kaiserreich (1895–1918). Stuttgart: Reclam, 2005, S. 299–323
  • Voyage op Trier. Amateurfilme aus Luxemburg. Universität Trier, Trier 2006, ISBN 3-00-017018-9.
  • www.deutsche-kinemathek.de/sites/default/files/public/node-attachments/deeken_ottinger.pdf
  • Die Erfindung des DEFA-Indianers. Eine deutsch-deutsche Mediengeschichte. S. 158–180 In: Thomas Koebner (Hg.): Indianer vor der Kamera. München: edition text + kritik, 2011
  • Die weisse Hölle vom Piz Palü / The White Hell of Pitz Palu. In: Joseph Garncarz/ Annemone Ligensa (Hg.): The Cinema of Germany. New York: Columbia University Press, 2012
  • PREMIER PRIX DE VIOLONCELLE, 1907. Der erste und sehr „barocke“ Cello-Film – und die Anfänge der Tonkonserve. In: Barock. Violoncello. Festschrift für Gerhart Darmstadt zum 60. Geburtstag. Trier 2012, S. 83–95

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dissertation: „Seine Majestät das Ich“: zum Abenteuertourismus Karl Mais. Bouvier-Verlag Bonn, 1983
  2. Ingeborg Lukas (Bearb.), FAZ (Hrsg.): Sie redigieren und schreiben, Frankfurt am Main 1988
  3. An den süßen Wassern Asiens. Frauenreisen in den Orient. Frankfurt, New York: Campus, 1996
  4. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Januar 1997, Nr. 6, S. 31
  5. Christel Burghoff: Die fremde Welt des Harems. In: Die Zeit. 21. März 1997, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 2. Mai 2017]).
  6. http://www.deutsche-kinemathek.de/sites/default/files/public/node-attachments/deeken_ottinger.pdf