Anta Rupflin

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Anta Rupflin (* 27. Januar 1895 in Pasing als Antonia Treu; † 1987 in Augsburg) war eine deutsche Malerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren in Pasing bei München, wuchs Anta Rupflin in Augsburg auf, wo sie die Maria-Ward-Schule besuchte. Nach Ihrem Schulabschluss begann sie ein Studium an der Königlichen Kunstgewerbeschule in München. 1915 trat sie als Krankenpflegerin in einem Lazarett an. Am 22. Mai 1916 heiratete sie Rudolf Lammel. 1917 kam die Tochter Ruth zur Welt und zwei Jahre später 1919 folgte der Sohn Wolf. 1922 ließ sie sich von Rudolf Lammel scheiden und heiratete Karl Rupflin, einen Kunstprofessor an der Städtischen Kunstschule in Augsburg. Ihre künstlerische Tätigkeit hielt sie bis 1984 aufrecht.

Schaffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihre ersten Jahre an der Kunstgewerbeschule in München lernte die junge Künstlerin unter anderem bei Fritz Helmuth Ehmcke. Privaten Unterricht nahm sie zusätzlich bei Hugo Ernst Schnegg (1919 und 1921) sowie Willi Geiger (1922–1923).

Nach einem kurzen Studium der Fotografie bei Franz Kroher (1923) bekam die Künstlerin die außergewöhnliche Gelegenheit, einen Kurs bei Amédée Ozenfant in Paris zu belegen. Neben Ozentfant ist es die in Paris lebende polnische Künstlerin Mela Muter, die Anta Rupflin stark prägte und mit der sich über viele Jahre eine enge Freundschaft entwickelte.

Die Jahre 1925 bis 1931, in denen sie häufig nach Paris reiste, um dort einige Monate bei und mit Mela Muter zu arbeiten, waren künstlerisch für sie sehr prägende Jahre. Melas vom Fauvismus und Kubismus der 1920er Jahre geprägte Porträts, Stillleben und Landschaften hatten einschlägigen Einfluss auf Antas Malerei. Durch ihre Lehrerin und Freundin entwickelte sich jedoch nicht nur ihr künstlerisches Geschick weiter; die Freundschaft öffnete ihr auch Tore in der zu jener Zeit sehr exklusiven Kunstszene in Paris. Unter anderem traf sie dort auf Größen wie Édouard Vuillard – den sie eigenen Angaben zufolge porträtiert hat – und Rainer Maria Rilke.

In den Jahren nach Paris folgten schließlich viele Reisen, unter anderem nach Collioure, Arles, Tunis und Positano, teilweise mit ihrem Mann, aber auch zusammen mit Mela Muter. 1954 sollte sie eine Reise nach Ischia bringen, eine Insel, auf die sie später immer wieder zurückkehren sollte und deren Landschaft, Städte und Menschen häufig in ihren Werken zu finden sind. Während der 1970er Jahre zog es die Malerin schließlich immer wieder nach Ibiza. In der Zeit, die sie auf Ibiza verbrachte, entwickelte sich ihre Farbpalette sowie ihre Malweise immer mehr zum Expressiven. Bis ins hohe Alter schuf Anta Rupflin noch zahlreiche Landschaften, Stillleben und Kompositionen, wobei sie sich mit fortschreitendem Alter immer häufiger von rein gegenständlicher Malerei zu entfernen schien, um sich in vielen ihrer späten Werke der Abstraktion zu widmen.

Anders als ihre Künstlerkollegen jener Zeit hatte Anta Rupflin zu ihren Lebzeiten nur eine öffentliche Ausstellung, nämlich in der Galerie Schöninger in München.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eine rote Tulpe im blauen Glas. Um 1925. Aquarell über Bleistift auf Aquarellpapier. Ca. 18,5 × 14 cm (Blattgröße ca. 35,5 × 25,5 cm). Verso mit dem Nachlassstempel.
  • Junge Frau mit aufgestütztem Arm. Um 1928. Öl auf Leinwand. Ca. 62,5 × 50 cm.
  • Blüten. Um 1980. Aquarell und Gouache auf Velin. Ca. 47 × 34 cm. Zweifach monogrammiert unten rechts und unten links.
  • Obstbäume. Öl auf Karton. Ca. 42,5 × 42,5 cm. Verso auf dem Karton mit dem Nachlassstempel.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Margaretha Krämer: Rupflin, Anta. In: Horst Ludwig (Hrsg.): Bruckmanns Lexikon der Münchner Kunst Band 6: Münchner Maler des 19./20. Jahrhunderts. München 1994, S. 251–254.
  • Rainer Zimmermann: Expressiver Realismus. Malerei der verschollenen Generation. Hirmer, München 1994, ISBN 978-3-7774-6420-6, S. 437–438.
  • Ingrid von der Dollen: Malerinnen im 20. Jahrhundert. Bildkunst der „verschollenen Generation“. München 2000, S. 351.
  • Margaretha Krämer (Hrsg.): Anta Rupflin. Eine vergessene Malerin. (Katalog der gleichnamigen Ausstellung im Holbeinhaus in Augsburg 1992) Augsburg 1992.
  • Margaretha Krämer (Hrsg.): Sehnsucht nach Poesie. (Katalog der gleichnamigen Ausstellungen im Schaezlerpalais in Augsburg 1996 und in der Galerie der Landeszentralbank in München 1996) Augsburg 1996.
  • Margaretha Krämer (Hrsg.): Im südlichen Licht. (Katalog der gleichnamigen Ausstellungen im Volkskundemuseum in Oberschönefeld 2001 und im Stadtmuseum in Lindau 2001) Augsburg 2001.