Antiteater

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Das Münchner Antiteater ging im Mai 1968 aus dem von Ursula Strätz, Horst Söhnlein und Peer Raben 1966 gegründeten Action-Theater hervor und wurde auf Initiative von Rainer Werner Fassbinder und Peer Raben gegründet. Es war gedacht als Gegenmodell zum Staatstheater und bestand aus Rainer Werner Fassbinder, Peer Raben, Doris Mattes, Hanna Schygulla, Irm Hermann, Kurt Raab, Hans Hirschmüller, Ingrid Caven, Rudolf Waldemar Brem, Harry Baer und Jörg Schmitt.

Insgesamt entstanden zwischen August 1967 und September 1969 sechzehn Stücke. Autor war Fassbinder, die Regie führten er und Peer Raben. Es kristallisierte sich in dieser Zeit ein festes Ensemble heraus, das Fassbinders große künstlerische Kraft auch für sich nutzte und sich ihm teilweise auch unterordnete. Dadurch konnten auch Rainer Werner Fassbinders erste zehn Filme entstehen, die unter dem – nicht registrierten – Firmennamen antiteater-X-Film realisiert wurden, unter anderem auch Katzelmacher, Fassbinders erster Langfilm und gleichzeitig sein künstlerischer Durchbruch.

1970 brach das Antiteater auseinander, da einige Mitglieder der Gruppe ihre Einnahmen nicht versteuert hatten und das Finanzamt München eine angenommene Gewinnsumme des Antiteaters und der antiteater-X-Film als Grundlage von Steuerberechnungen ausstellte. Hinzu kamen Schulden der antiteater-X-Film, was nach langwierigen Verhandlungen und Nachweiserbringungen gegenüber dem Finanzamt und Verhandlungen mit Gläubigern um die 200.000 Deutsche Mark ausmachte.

1970 erhielt das Ensemble des Antiteaters das Filmband in Gold für die darstellerische Leistung in Liebe ist kälter als der Tod, Katzelmacher und Götter der Pest.

Theateraufführungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antiteater X-Film-Produktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernd Eckhardt: Rainer Werner Fassbinder. In 17 Jahren 42 Filme – Stationen eines Lebens für den deutschen Film. In: Heyne Filmbibliothek. Band 55. Heyne, München 1982, ISBN 3-453-86055-1.
  • Peter W. Jansen, Wolfram Schütte: Rainer Werner Fassbinder (Fischer Cinema; 11318). 5. Aufl. Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt/M. 1992, ISBN 3-596-11318-0.
  • Juliane Lorenz: Das ganz normale Chaos. Gespräche über Rainer Werner Fassbinder. Henschel-Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-89487-227-6.
  • Herbert Spaich: Rainer Werner Fassbinder. Leben und Werk. Beltz Verlag, Weinheim 1992, ISBN 3-407-85104-9.
  • Herbert Gehr und Marion Schmid (Redaktion): Rainer Werner Fassbinder. Dichter Schauspieler Filmemacher, Katalog zur Werkschau 28. Mai bis 19. Juli 1992 in Berlin, Rainer Werner Fassbinder Foundation (Hrsg.), Argon Verlag, 1992, ISBN 3-87024-212-4.