Archigymnasium Soest

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Archigymnasium Soest
Haupteingang des Altbaus
Schulform Gymnasium
Gründung 1534
Adresse

Niederbergheimer Straße 9 (Zufahrt: Kurze Straße)

Ort Soest
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 34′ 2,2″ N, 8° 6′ 57,6″ OKoordinaten: 51° 34′ 2,2″ N, 8° 6′ 57,6″ O
Träger Stadt Soest
Schüler etwa 1000
Lehrkräfte 70
Leitung Winfried Papenheim
Website www.archigymnasium.de
Luftaufnahme Sommer 2014

Das Städtische Archigymnasium Soest ist das größte der drei Soester Gymnasien. In ihm werden über 1000 Schüler von rund 70 Lehrern unterrichtet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archigymnasium von 1821 bis 1928, heute Ostflügel des Rathauses

1532 machte die neue evangelische Kirchenordnung in Soest eine neue Lateinschule neben der alten Kapitelschule am Patroklistift erforderlich. Städtische Kämmereirechnungen von 1534 belegten Ausgaben für einen nygen schoylmester. 1544 empfahl Philipp Melanchthon dem Rat der Stadt Lubertus Florinus als Rektor. Auch Johannes Sybel (um 1500-nach 1558) war Rektor des Gymnasiums. Im Zuge der Gegenreformation wurde die Schule 1548 geschlossen und 1560 wiedereröffnet.

1570 wurde ein Renaissance-Schulgebäude, außen mit hebräischen, griechischen und lateinischen Inschriften verziert, von Baumeister Laurenz von Brachum auf dem Vreithof errichtet. Die Didascalia Susatensis erschien 1618 als Lehrplan und Schulordnung im Druck. Zwei Jahre später wurde die Schule Archigymnasium (Obergymnasium) genannt, und zwar in Konkurrenz zu den kurzfristig eingerichteten Pfarr- und Winkelschulen und im Blick auf die Lateinschulen der Nachbarstädte. 1681 besuchten 100 Schüler, 56 einheimische und 44 auswärtige, in vier Klassen das Archigymnasium; jährlich erscheinenden Disputationes.

Zwischen 1780 und 1800 begannen die aufklärerische Reformdiskussion und der Wandel von der evangelischen Gelehrtenschule zum neuhumanistischen Gymnasium. 1788 wurde das Archigymnasium an der ersten Abiturprüfung in Preußen beteiligt. Um 1800 war Johann Ludolph Florens Sybel (1736–1823), zugleich Pfarrer an der Kirche St. Petri, Lehrer am Gymnasium, der Vater des Heinrich Ferdinand Philipp von Sybel. Das inzwischen baufällige Renaissance-Schulgebäude wurde 1821 abgerissen und ein Schulneubau an der Ostseite des Rathauses errichtet.

Von 1825 an beaufsichtigte das neugegründete Provinzialschulkollegium in Münster Unterricht und Verwaltung des Archigymnasiums. Im Jahr 1900 übernahm der preußische Staat die Trägerschaft des altsprachlichen Archigymnasiums. 1928 zog die Schule in das 1881 errichtete ehemalige Seminargebäude an der Niederbergheimer Straße um.

1974 übernahm die Stadt Soest die Trägerschaft des Archigymnasiums. Archiv und Bibliothek bewahrte das Stadtarchiv Soest. Die Einführung der Differenzierten Oberstufe 1976 beendete die altsprachliche Ausbildung.

2009 fand am Archigymnasium eine Feier zum 475. Jubiläum statt. Diese wurde mit einem Laternenumzug begleitet.

Differenzierungsfächer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulfahrten und Schüleraustausch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klasse 5 und 6: einwöchiger Aufenthalt im Schullandheim des Archigymnasiums am Möhnesee
  • Klasse 7: einwöchige Ski-Reise nach Jochgrimm nahe Bozen
  • Klasse 8: einwöchiger Aufenthalt im Schullandheim des Archigymnasiums am Möhnesee mit dem Schwerpunkt "Wassersport"
  • Jahrgangsstufe Q2 (Leistungskurse): einwöchige Studienfahrt, zum Teil ins Ausland.

In Austauschprogrammen findet ein Schüleraustausch mit Gymnasien in Évreux (Frankreich) und Krakau (Polen) statt.

Selbstlernzentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Februar 2005 ist das Selbstlernzentrum des Archigymnasiums nutzbar. Oberstufenschüler haben dort die Möglichkeit in ihren Freistunden an vernetzten PCs Informationen aus dem Internet zu suchen oder sich eines von Hunderten von Büchern auszuleihen, um selbständig zu lernen und zu arbeiten.

Das Selbstlernzentrum wurde maßgeblich von den Schülern des Abiturjahrgangs 2007 im Rahmen des Projekts „Soziale Verantwortung“ aufgebaut. Durch die Tatsache, dass sie nicht immer an der Schule bleiben konnten, lernten sie die zukünftigen Unterprima an, um auch zukünftig einen reibungslosen Ablauf und eine weiterhin überdurchschnittliche Organisation zu gewährleisten.

Mittlerweile ist das von den verantwortlichen Schülern liebevoll „SZ“ genannte Selbstlernzentrum ein beliebter Treffpunkt, um bei Tee und Kaffee gemeinsam und im Gespräch dem tristen Schulalltag etwas mehr Farbe zu geben.

Das Selbstlernzentrum wurde weitestgehend durch den Förderverein des Archigymnasiums finanziert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Archigymnasium Soest 1534–1984. Festschrift (Soester Beiträge 43), Soest 1984 (S. 40-44, Quellen und Literaturverzeichnis).
  • Ulrich Löer: Das Archigymnasiums. Von der schola Susatensis zum preußischen Gymnasium. In: Willfried Ehbrecht, Gerhard Köhn (Hrsg.): Soest. Geschichte der Stadt. Bd. 3., Soest 1995
  • Roland Götz: Das Archigymnasium im 19. Jahrhundert. (Arbeitstitel) In: Horst Conrad (Hrsg.): Soest. Geschichte der Stadt, Bd. 4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. CURRICULUM VITAE auf www.wolfgang-holzgreve.de