Marius Hulpe

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Marius Hulpe auf dem Poesiefestival Berlin 2015

Marius Hulpe (* 6. Juli 1982 in Soest) ist ein deutscher Autor.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marius Hulpe ist fünftes von neun Halbgeschwistern und wuchs als jüngeres zweier Geschwister im westfälischen Soest auf. Er studierte zunächst Philosophie, Literatur- und Theater-/Medienwissenschaft in Leipzig, Potsdam und Berlin und seit 2006 Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim. Dort sowie an der Jagiellonen Universität Krakau erhielt er auch Lehraufträge, u. a. zum Themenkomplex Psychopathologische Literatur.

Erstmals auf sich aufmerksam machte Hulpe in den späten 1990er Jahren, überwiegend mit kleinen Veröffentlichungen in regionalen Magazinen. 2008 debütierte er im Zürcher Ammann Verlag mit dem vielbeachteten Gedichtband „wiederbelebung der lämmer“, über den Walter Hinck in der FAZ schrieb: „Aus diesen Gedichten spricht eine ursprüngliche poetische Ausdruckskraft […] eine Stimme, die sich einprägt“.[1] Im selben Jahr wurde er mit dem Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für junge Künstlerinnen und Künstler ausgezeichnet, den vor ihm Künstler wie Hanns-Josef Ortheil, Pina Bausch oder Thomas Kling erhielten. In der Laudatio attestierte ihm der Autor Friedmar Apel "erstaunliche Stilsicherheit und Ausdruckskraft" und konstatierte: „Wie sich die genaue Beobachtung moderner Wirklichkeit mit poetologischer Reflexion und dem Ausdruck poetischer Lebensfreude in einer für ein Debüt ungewöhnlichen Formen- und Themenvielfalt manifestiert, hat die einmütige Bewunderung der Jury gefunden.“[2] Seine Gedichte, Essays und Erzählungen erschienen daraufhin ebenfalls im Rundfunk (u. a. im WDR) sowie in zahlreichen Magazinen, Zeitungen und Anthologien, u. a. Lyrik von Jetzt 2 (BV), Jahrbuch der Lyrik (DVA) und Fußball ist unser Lieben (Suhrkamp Verlag).

2009 trat er im Rahmen der lit.Cologne im Kölner Gloria-Theater neben der späteren Literaturnobelpreis-Trägerin Herta Müller auf, trug seine Gedichte vor und diskutierte mit den etablierteren Schriftstellern über den Zustand der Welt, was den WDR dazu veranlasste, weitere seiner Gedichte mit Schauspielern im Radio zu inszenieren.

Bis heute wurden seine Gedichte und einzelne Prosatexte in acht Sprachen übersetzt.

Auch journalistisch trat Hulpe immer wieder in Erscheinung, etwa für SZ-Online, die Berliner Morgenpost oder das Magazin Literaturen.

Nach einer Phase des zwischenzeitlichen publizistischen Rückzugs, in der er vornehmlich jüngere Autoren förderte und Anthologien herausgab, erschienen 2013 und 2014 in rascher Abfolge die Gedichtbände „Einmal werden wir“ und „Süße elektrische Nacht“.

2016 veröffentlichte Hulpe den erzählenden Essay "Der Polen-Komplex", über den Florian Felix Weyh im Deutschlandfunk festhielt, dass die Erzählung der eigenen historischen Ungeschütztheit Polen zu einem Modellfall für die europäische Zukunft werden lasse.[3]

2019 erschien sein erster Roman "Wilde grüne Stadt" bei Dumont, dem der Journalist Jochen Overbeck im Spiegel einen großartigen Stil attestierte sowie eine nicht weniger große Geschichte.[4] Burkhard Müller lobte in der Süddeutschen Zeitung die "besondere Sprache" und den "Eigensinn der Handlung", die nicht im exemplarisch Verwertbaren aufgehe. Die Erzählweise und der "charakteristische Stil" ließen zudem "Einzelnes wie Typisches deutlicher hervortreten, als es der linearen Erzählung möglich wäre".[5]

Nach mehreren Jahren in Krakau lebt Marius Hulpe heute in Berlin.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 ließ der Schweizer Schriftsteller Matthias Zschokke den jungen Hulpe als Figur in dem Kolportage-Roman Lieber Niels (Wallstein Verlag) auftreten.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Glühwurmvermessung. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 2. Januar 2020]).
  2. Ammann Verlag :: Die Bücher. Abgerufen am 2. Januar 2020.
  3. Mitteleuropa - Geschichten aus einem wilden Osten. Abgerufen am 2. Januar 2020 (deutsch).
  4. Jochen Overbeck: Familienroman von Marius Hulpe: Ein iranischer Spion in Westfalen. In: Spiegel Online. 21. August 2019 (spiegel.de [abgerufen am 2. Januar 2020]).
  5. Süddeutsche Zeitung: Soester Abendmahl mit persischem Thymian. Abgerufen am 2. Januar 2020.