Arnold Kalle

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Arnold Friedrich Wilhelm Kurt Kalle (* 21. Juni 1873 Biebrich am Rhein; † 1952)[1] war ein deutscher Offizier, Diplomat und Politiker (DVP).

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kalle war der Sohn des Geheimen Regierungsrats und Bergbeamten sowie Mitbegründers der Chemischen Fabrik Kalle und Co. in Biebrich, Jakob Friedrich Kalle (1837–1915) und dessen Ehefrau Anna, geborene Kerdyk. Sein Cousin war der Fabrikant und Reichstagsabgeordnete Dr. Wilhelm Ferdinand Kalle (1870–1954)[2]. Als junger Mann trat er in die Preußische Armee ein, in der er ab 1893 als Kavallerieoffizier Karriere machte. 1908 wurde Kalle Hauptmann im Generalstab. Ab 1909 war er im Stab des Generalkommandos des XV. Armee-Korps in Straßburg tätig.

1912 wurde Kalle als Militärattaché an die deutsche Botschaft in Madrid entsandt, wo ihm seit 1913 die Pflege der militärpolitischen Beziehungen des Deutschen Reiches zum spanischen Königreich oblagen. Historisch in Erinnerung geblieben ist Kalles Tätigkeit in Spanien vor allem aufgrund seiner Beziehung zu der ebenfalls in Spanien wirkenden Agentin Mata Hari im Jahr 1916. Kalle und Mata Hari hatten eine Affäre. Mata Hari sagte später vor einem französischen Militärgericht, dass sie für die sexuellen Kontakte auch Geld von Kalle nahm. Ferner erhielt Mata Hari als Agentin der Franzosen von Kalle Informationen über die Auftankung deutscher U-Boote in spanischen Häfen und die Einschleusung deutscher Agenten nach Monaco. Diese Informationen waren wohl veraltet, und Kalle wusste, dass sie dem französischen Geheimdienst längst bekannt waren.[3] Kalle wiederum schickte Informationen, die er von Mata Hari erhalten hatte, in einem verschlüsselten Telegramm nach Amsterdam. Das Telegramm wurde jedoch vom britischen Geheimdienst abgefangen und entschlüsselt. Die Briten hielten nun Mata Hari für eine mögliche Doppelagentin und warnten die Franzosen vor ihr, die ihr daraufhin eine Falle stellten. Im Februar 1917 wurde Mata Hari verhaftet. Sie wurde vor einem französischen Militärgericht wegen Spionage für das Deutsche Reich angeklagt, für schuldig befunden und hingerichtet.

Nach seiner Rückkehr ins Deutsche Reich im Frühjahr 1919 trat Kalle in die von Gustav Stresemann neugegründete Deutsche Volkspartei (DVP) ein. Aus der Armee schied als Oberstleutnant aus. Von Februar 1920 bis 1923 amtierte er als stellvertretender Reichskommissar für öffentliche Ordnung. Als Stresemann im August 1923 zum Reichskanzler berufen wurde, wurde Kalle als Reichspressechef Mitglied der Reichsregierung. Seine Ernennung erfolgte am 31. August 1923. Das Amt übte er bis zum 23. Dezember 1923, also auch noch in der Folgeregierung, aus.[4]

Kalle heiratete am 19. November 1926 die Schauspielerin Erika Glässner (1890-1959)[5]

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Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geburtsdatum und -ort sowie Sterbejahr nach: Otto Renkhoff: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten, 1992, S. 376.
  2. Ernst Rudolf Huber: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. 1984, S. 182.
  3. Toni Bentley: Sisters of Salome, S. 14.
  4. Ludwig Richter: Die deutsche Volkspartei 1918-1933, 2002, S. 274.
  5. August Ludwig Degener: Wer ist wer?. Das Deutsche Who's Who, 1928.