Aserbaidschaner

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Aserbaidschaner: Junge und Mädchen

Aserbaidschaner (Eigenbezeichnung: Azərilər[1][2][3][4][5][6][7][8][9][10] oder Azərbaycanlılar[11] ) sind eine turksprachige Ethnie Westasiens.[12] Ihr Siedlungsgebiet erstreckt sich vom Nordwesten Irans[13] bis in die Republik Aserbaidschan.

Die Aserbaidschaner bezeichnen sich auf Grund der nahen sprachlichen Verwandtschaft zu den Türken gelegentlich als aserbaidschanische Türken (Azərbaycan türkləri)[14] und werden im Iran auch als آذری / Āẓarī / Azəri, und auch in der Türkei als Azeri[15][16][17][18] bezeichnet.

Sprache

Die Sprache der Aserbaidschaner, das Aserbaidschanische (im unabhängigen Aserbaidschan 1918–20 so bezeichnet, in frühsowjetischer Zeit Türkische Sprache genannt, danach wieder aserbaidschanische Sprache), wird zum (west-)oghusischen Zweig der Turksprachen gerechnet. Damit ist sie eng mit dem Türkischen und Gagausischen sowie etwas entfernter mit dem Turkmenischen verwandt.

Religion

Die Mehrheit der Aserbaidschaner sind Anhänger der Zwölfer-Schia. Religiöse Minderheiten sind Sunniten (meistens Hanafitisch), Zoroastrier, Christen und Bahai.[19] Ein Teil der Aserbaidschaner in der Republik Aserbaidschan sind religionslos, viele beschreiben sich als kulturell muslimisch.[20][21] Unter den Muslimen gibt es eine kleine Anzahl Naqschbandi (ein Sufiorden), besonders in Dagestan.[22] Die etwa 5.000 christlichen Aserbaidschaner in Aserbaidschan bestehen meistens aus Leuten, die erst vor kurzem konvertiert sind.[23] Einige Aserbaidschaner in ländlichen Gegenden zeigen noch Elemente vorislamischer animistischer Religion, wie zum Beispiel der Glauben an heilige Orte und die Verehrung von Bäumen und Felsen.[24] In Aserbaidschan werden neben den muslimischen Festen traditionellerweise auch andere religiöse Tage wie Weihnachten und Nouruz gefeiert. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erlebte der Islam aber eine Wiedergeburt. Immer mehr Menschen wandten sich dem Islam wieder zu.[25] Eine aktuelle Studie zeigt, dass der radikale Islam in Aserbaidschan wächst.[26]

Anzahl

Das Siedlungsgebiet der Aserbaidschaner

Weltweit gibt es derzeit etwa 25 Millionen Aserbaidschaner. Rund 9,5 Millionen Aserbaidschaner leben in Aserbaidschan[27] und 12–15 Millionen im benachbarten Iran (rund 16 % der Gesamtbevölkerung laut CIA World Factbook (2012)).[28] Bilingualismus – Russisch in Aserbaidschan und Persisch im Iran – ist weit verbreitet.

Knapp 300.000 Aserbaidschaner leben in Georgien und 622.000 in Russland, die in Dagestan auch als „Derbent-Turkmenen“ bezeichnet werden. In Armenien leben 20.000 Aserbaidschaner und in der Ukraine 45.200. Über 700.000 Aserbaidschaner leben in anderen Turkstaaten, 535.000 in der Türkei, 78.300 in Kasachstan, 62.000 in Usbekistan und 52.000 in Turkmenistan. In der Türkei leben die Aserbaidschaner überwiegend in den Provinzen Iğdır und Kars. 4.000 Aserbaidschaner leben auch in Jordanien und 30.000 in Syrien, die dort allerdings als syrische Turkmenen bezeichnet werden. Auch die heute rund 340.000 Personen umfassende Volksgruppe der irakischen Turkomanen ist sprachlich den Aserbaidschanern zuzurechnen.

Siehe auch

Literatur

  • Jacob M. Landau, Barbara Kellner-Heinkele: Politics of Language in the Ex-Soviet Muslim States - Azerbaijan, Uzbekistan, Kazakhstan, Kyrgyzstan, Turkmenistan, Tajikistan. London 2001. ISBN 1-85065-442-5

Weblinks

 Commons: Aserbaidschaner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Mark R. Beissinger; Nader Entessar; Edward Friedman; Solomon Gashaw; Noel Jacob Kent; Alan LeBaron; Herbert S.Lewis; James Quirin; Virginia Sapiro; Ronald J. Schmidt; Douglas Spitz; Tekle M. Woldemikael; Crawford Young: Azeri Nationalism in the Former Soviet Union and Iran.. The University of Wisconsin Press, 1993.
  2. Azeri (Azerbaijani) Genetics: Abstracts and Summaries
  3. ETHNIC SITUATION IN THE CAUCASUS. Rauf A. Guseynov
  4. Ayse Pamir Dietrich Language Policy and the Status of Russian in the Soviet Union and the Successor States outside the Russian Federation. p. 2.
  5. Gidaiat Orudzhev, D.Sc. (Philol.), Azerbaijani State Nationalities Policy Adviser (Baku, Azerbaijan)
  6. "Daghestan: Factors of conflicts and stability". Enver Kisriev, professor, Daghestan Research Center, Russian Academy of Sciences (RAS), (Makhachkala, Russian Federation)
  7. The Azeris in Georgia and the Ingilos: Ethnic minorities in the limelight
  8. South Caucasus: Common Ground
  9. Sabrina Tavernise. The New York Times – 22. Oktober 2008
  10. Who are Azeris?
  11. Dünya Azərbaycanlıları Konqresi (Weltkongress der Aserbaidschaner)
  12. Encyclopædia Britannica: Azerbaijani
  13. Vgl. diese Sprachenkarte des Iran von der Columbia State University. Aserbaidschanisch im Nordwesten (hellgrün unter dem Namen Azeri, nicht zu verwechseln mit der gelb eingezeichneten iranischen Sprache Tati oder Azari). Die eingezeichneten Schahsewenen sind eine traditionell nomadische Dialektgruppe.
  14. Audrey L. Altstadt: The Aserbaijani Turks
  15. http://haber.star.com.tr/dunya/iranda-yasayan-azeriler-ayaklandi/haber-1068684
  16. http://www.hurriyet.com.tr/turkiye-cirpiniyor-azeriler-ise-hic-orali-degiller-14423922
  17. http://www.agos.com.tr/tr/yazi/6537/ermeniler-ve-azeriler-arasinda-dusmanlik-kader-degil
  18. http://www.azerbaijans.com/content_1713_tr.html
  19. Kevin Boyle, Juliet Sheen: Freedom of Religion and Belief. Routledge, 1997, ISBN 0-415-15978-4, S. 273
  20. Azerbaijan, US Library of Congress Country Studies. Abgerufen am 7. Juni 2006.
  21. Azerbaijan, US State Department, vom 26. Oktober 2001, Abgerufen am 9. Juni 2006.
  22. Innere Faktoren islamischer Radikalisierung. In: RIA Dagestan (russisch)
  23. 5,000 Azeris Aserbaidschaner nahmen das Christentum an. Day.az. Abgerufen am 7. Juli 2007 (russisch)
  24. Azerbaijan: Culture and Art. Embassy of the Azerbaijan Republic in the People’s Republic of China.
  25. ISN Security Watch – Azerbaijan young increasingly drawn to Islam. Isn.ethz.ch. Abgerufen am 29. Juni 2009.
  26. jamestown.org
  27. http://m.trend.az/az/news/society/2285224.html
  28. Iran: People. In: CIA: The World Factbook. 16 % der Gesamtbevölkerung Irans; entspricht ca. 12.500.000.