Augsburg-Bärenkeller

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Wappen von Augsburg
Bärenkeller
Planungsraum (III) von Augsburg
Lage des Planungsraums Bärenkeller in Augsburg
Koordinaten 48° 23′ 50″ N, 10° 51′ 0″ OKoordinaten: 48° 23′ 50″ N, 10° 51′ 0″ O
Fläche 3,135.2 km²
Einwohner 7329 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 2338 Einwohner/km²
Postleitzahl 86156
Gliederung
Stadtbezirke
  • 23 Bärenkeller
Quelle: Fläche[1] Einwohnerzahl[2]

Der Bärenkeller ist ein Stadtteil Augsburgs. Er besteht aus dem 23. Stadtbezirk, der zugleich den Status des III. Planungsraumes der Stadt Augsburg besitzt. Der Bärenkeller hat etwa 7.300 Einwohner und umfasst etwa 3,14 km².

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bärenkeller grenzt östlich an den Stadtteil Oberhausen, südlich an Kriegshaber, westlich an die Stadt Neusäß und nördlich an die Stadt Gersthofen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Konrad im Bärenkeller

Der Name „Bärenkeller“ rührt vom Keller eines Gasthofs her, in dem Gaukler im Mittelalter ihre Tanzbären unterbrachten. Als Stadtteil wurde Bärenkeller 1932 gegründet, jedoch vor allem in der NS-Zeit seit 1933 planmäßig mit den damals ideologisch propagierten Siedlerhäusern und auch kleineren Wohnblöcken bebaut. Mehrere Größen des NS-Regimes, unter anderem Hermann Göring, waren im Bärenkeller unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg von den US-Streitkräften kurzzeitig inhaftiert, bevor sie nach Luxemburg gebracht wurden und warteten dort auf die Prozesse von Nürnberg. Danach wurden viele beschlagnahmten Häuser von höherrangigen amerikanischen Militärs bewohnt, bis die Wohnungen in den neuen "amerikanischen" Augsburger Stadtteilen Centerville, Cramerton, Sullivan Heights und auch Fryar Circle fertiggestellt waren.

Im Zuge der Stadtteilgründung und Bebauung in den 1930er Jahren wurde auch eine katholische Kirche dort geplant. So existierte von 1936 bis 1939 eine Notkirche im Stadtteil und mit dem Bau der Pfarrkirche St. Konrad in den Jahren 1938 und 1939 bekam der Bärenkeller einen stadtteilprägenden Sakralbau des Architekten Michael Kurz.

Charakterisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bärenkeller ist aufgeteilt in eine Wohnblock- und eine Häuschensiedlung. Diese räumliche Gliederung spiegelt auch das soziale Gefälle im Bärenkeller wider; während in der Häuschensiedlung zum Teil sehr wohlhabende Ärzte und Geschäftsleute wohnen, leben in der Wohnblocksiedlung sehr viele Erwerbslose sowie Spätaussiedler. Diese sehen ihren Aufenthalt dort nur als Übergang an und ziehen meist nach kurzer Zeit wieder fort, weswegen es dort eine starke Bevölkerungsfluktuation gibt. Die dortigen Wohnblocks sind zum Teil sehr alt, einige wenige verfügen noch nicht über Bäder in den Einzelwohnungen, sondern haben noch Duschräume im Keller. Zurzeit werden diese Häuser saniert. Es gibt im Bärenkeller drei Kleingartenanlagen, unter anderem die älteste Augsburgs, genannt „Am Viehmarkt“.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bärenkeller steht in der Hirblinger Straße 181 der älteste Gasthof Augsburgs. Er heißt derzeit -wieder- "Zum Bärenkeller" und beinhaltet ein Speiselokal mit Biergarten. Das Haus, dem man aufgrund zahlreicher Renovierungen und Modernisierungen jedoch sein Alter nicht ansieht, steht unter Denkmalschutz und hat fünf Kellergeschosse, zum Teil aus dem 14. Jahrhundert (die zwei untersten stehen aber unter Wasser). In diesen Kellern wurden Tanzbären, die reisenden Gauklern gehörten, untergebracht. Daher ist er der Namensgeber, denn er war ein „Gasthof vor den Toren“, in dem im Mittelalter Reisende einkehren mussten, falls die Stadttore schon geschlossen waren. Gastzimmer werden jedoch nicht mehr angeboten, die Wohnungen im Obergeschoss werden regulär vermietet.

Außerdem stehen im Bärenkeller die katholische Kirche St. Konrad mit zugehöriger Sozialstation und betreutem Altenwohnen, sowie die evangelische Erlöserkirche.

Ein Schwimmbad mit mehreren Becken, darunter einem reinen Schwimmerbecken, ist im Bärenkeller angesiedelt. Dieses Schwimmbad war viele Jahre ein Ganzjahresbad, mehrere Becken waren dabei unter einer Traglufthalle angelegt. Nachdem die Traglufthalle witterungsbedingt irreparabel beschädigt war, wurde im Stadtrat Augsburg entschieden, diese Halle abzubauen und das gesamte Areal nur noch saisonal als Freibad zu betreiben.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bärenkeller ist mit den Buslinien 21, 27 und 502 (Regionalbus nach Wertingen) erreichbar. Früher besaß der Bärenkeller sogar einen kleinen Bahnhof (Hirblinger Straße), der seit den frühen 1990er Jahren für den Personenverkehr geschlossen ist und heute nur noch als Betriebswartepunkt für Nahverkehrszüge genutzt wird. Eine Reaktivierung des Haltepunktes im Rahmen der Regio-S-Bahn Augsburg zur besseren Anbindung dieses randständigen Stadtteils an das Zentrum ist in Planung.

Den Bärenkeller durchläuft die 1995 fertiggestellte Bundesstraße 17. Von 1943 bis 1959 bediente außerdem der Oberleitungsbus Augsburg den Stadtteil.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • aktionsgemeinschaft pro bärenkeller e. V. (Vernetzung und Stadtteilmarketing)
  • ATTiS – „Aktion der Tierfreunde und Tierversuchsgegner in Schwaben“ Eine Tierschutzorganisation
  • Deutsche Pfadfinderschaft St. Konrad (DPSG), die Pfadfinder im Bärenkeller
  • Eishockey-Gemeinschaft Woodstock Augsburg-Bärenkeller e.V.
  • Förderverein für Soziales St. Konrad e. V.
  • Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Rettungswesen
  • Schützengesellschaft Fortuna 1970 Augsburg e.V.
  • SpVgg Bärenkeller 1946 Augsburg e. V. – Fußballverein, Gymnastik und Karate
  • Stadtwerke SV – Fußball, Tennis

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Videoaufnahme von Hermann Göring im Augsburger Stadtteil Bärenkeller (nach der Gefangennahme)

Nach seiner Gefangennahme präsentierte sich Hermann Göring in voller Paradeuniform der amerikanischen Presse und einem Filmteam vor einem (heute nicht mehr existenten) Haus im Bärenkeller.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Augsburg-Bärenkeller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

aktionsgemeinschaft pro bärenkeller e.V.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Strukturatlas der Stadt Augsburg 2013. 31. Dezember 2013, abgerufen am 21. Juni 2014 (PDF).
  2. Statistik Augsburg interaktiv. 31. Dezember 2013, abgerufen am 21. Juni 2014.