Aurel Popovici

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Aurel Constantin Popovici (* 16. Oktober 1863 in Lugosch, Banat, Kaisertum Österreich; † 9. Februar 1917 in Genf) war ein österreich-ungarischer Politiker und Publizist rumänischer Nationalität.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verteilung der Sprachgruppen in Österreich-Ungarn

Aus dem multikulturellen Banat stammend war er Nachkomme von rumänischsprachigen, griechisch-orthodoxen Wehrbauern der alten österreichischen Militärgrenze. Er besuchte Schulen in Kronstadt (Brașov) und Belényes (Beiuș). Anschließend studierte er Medizin in Wien und Graz, Studium welches er nach eigenen Angaben nicht abgeschlossen hat.[1] Schon frühzeitig wandte er sich gegen die Magyarisierungspolitik in der transleithanischen Reichshälfte, u. a. in der von ihm mitverfassten Protestschrift Replică (Antwort) auf eine ungarische Denkschrift, aus dem Jahre 1893. Daraufhin kam es nach einer Anklage der Klausenburger Staatsanwaltschaft zu einer Verurteilung zu vier Jahren Gefängnis. Gegen Kaution auf freiem Fuß floh Popovici über die Schweiz nach Rumänien. Popovicis Kampf richtete sich nur gegen die ungarische Reichshälfte, er blieb zeit seines Lebens Anhänger der Habsburgermonarchie.[2]

Zusammen mit Gleichgesinnten fand er sich Anfang des 20. Jahrhunderts in einem Kreis um den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand zusammen, die Ideen für eine Umgestaltung des Vielvölkerreiches sammelten. In diesem Kontext schlug Popovici 1906 die Schaffung einer föderalen Staatsstruktur vor, der er den Namen Vereinigte Staaten von Groß-Österreich geben wollte. Das Konzept beinhaltete die Errichtung von 16 weitgehend autonomen Provinzen, die nach dem Nationalitätenprinzip gegliedert sein sollten. Einer der wichtigsten Inhalte des Konzeptes war der Bedeutungsverlust Ungarns. Aufgrund der Widerstände der ungarischen Seite und durch die Ermordung Franz Ferdinands hatte das Modell keine Realisierungschancen mehr.

Noch zu Beginn des Ersten Weltkriegs führte Popovici von der Schweiz aus seine Vermittlungstätigkeit zwischen Rumänien und der Habsburgermonarchie fort, scheiterte aber letztendlich an den unüberbrückbaren Gegensätzen zwischen Ungarn und Rumänien.[3]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Vereinigten Staaten von Groß-Österreich. Politische Studien zur Lösung der nationalen Fragen und staatsrechtlichen Krisen in Österreich-Ungarn. Leipzig 1906.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nicolae Cordoș: Aurel C. Popovici și „dezvăluirile“ (Aurel C. Popovici und die „Enthüllungen“ ). (PDF; 40,5 MB) Abgerufen am 13. Mai 2021 (rumänisch).
  2. Franz Wolf: Aurel Constantin Popovici. In: Österreich in Geschichte und Literatur. Jg. 8. Folge 10 (1964). S. 477–492. Hier: S. 477–480.
  3. Franz Wolf: Aurel Constantin Popovici. In: Österreich in Geschichte und Literatur. Jg. 8. Folge 10 (1964). S. 477–492. Hier: S. 488.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Aurel Popovici – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien