Auschwitz-Protokolle

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Karte aus dem Vrba-Wetzler Report

Als Auschwitz-Protokolle wurden im angelsächsischen Raum in der Nachkriegszeit Berichte bezeichnet, die Regierungsstellen der Vereinigten Staaten über das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz und die dort stattfindende fabrikmäßige Ermordung von Juden aus ganz Europa und weiteren Häftlingen informieren sollten. Das 32-seitige Dokument, auch Vrba-Wetzler Report oder Vrba-Wetzler-Bericht oder Auschwitz notebook genannt, besteht aus drei verschiedenen Teilen:

Aufnahme aus Bratislava, Juni–Juli 1944. R. Vrba (rechts) und A. Rosin (links)
  • einem mehrseitigen Bericht von Arnost Rosin und Czesław Mordowicz, zwei kurz nach Vrba und Wetzler am 27. Mai 1944 ebenfalls aus Auschwitz Entflohenen.

Kopien des Dokuments befinden sich in der Nachlass-Bibliothek Roosevelts, Hudson River Valley, New York, im vatikanischen Archiv und in Yad Vashem, Jerusalem.

Der Anklagevertreter William F. Walsh legte das Dokument am 14. Dezember 1945 im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess vor und erklärte: „Es ist ein amtlicher Bericht der Regierung der Vereinigten Staaten, der von der Kanzlei des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Abteilung Kriegsflüchtlinge, über die deutschen Lager in Auschwitz und Birkenau im Jahre 1944 herausgegeben wurde.“[2] Walsh zitierte daraus nach dem Protokoll lediglich aus Seite 33 eine geschätzte Angabe zur Zahl der bis April 1944 vergasten Juden im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.[3]

Siehe auch: Holocaustkenntnis von Zeitzeugen

Literatur[Bearbeiten]

über die Protokolle
  • Kapitel The Auschwitz Protocols, in: Randolph L. Braham: The politics of genocide. The Holocaust in Hungary. Columbia University Press, New York 1981, S. 708–716
  • Israel Gutman: Encyclopedia of the Holocaust. Band 1. Der Vrba-Wetzler-Bericht. Macmillan, New York 1990 ISBN 0-02-896090-4
  • Henryk Świebocki (Hrsg.): London wurde informiert..., 1997, ISBN 83-85047-64-6 (Dort ist unter anderem der Vrba-Wetzler-Bericht mit ergänzenden Fußnoten des Herausgebers enthalten)
über die Autoren
  • Konstanty Piekarski: Escaping Hell: the Story of a Polish Underground Officer in Auschwitz and Buchenwald, Dundurn, 1990. ISBN 1-55002-071-4 (engl.)
allgemein
  • Edward Ciesielski: Wspomnienia Oświęcimskie [Auschwitz Memoiren], Kraków 1968
  • Józef Garliński: Fighting Auschwitz: the Resistance Movement in the Concentration Camp, Fawcett, 1975 ISBN 0-449-22599-2
  • Wincenty Gawron: Ochotnik do Oświęcimia (Freiwilliger in Auschwitz), Calvarianum, Państwowe Muzeum Auschwitz-Birkenau, Oświęcim 1992 ISBN 8385047034
  • Adam Cyra, Wiesław Jan Wysocki: Rotmistrz Witold Pilecki. Warschau : Oficyna Wydawn. Volumen, 1997. ISBN 83-86857-27-7 (Biografie über Witold Pilecki)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise, Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Alfréd Wetzler bzw. Lánik, Jozef: Oswiecim hrobka styroch miliónov ludi : krátka história a zivot v oswiecimskom pekle v rokoch 1942–1945. (deutsch: Auschwitz, Grab von 4 Millionen Menschen. Enthält auch den Vrba-Wetzler-Bericht.) Bratislava, Verlag Vyd. Poverenictvo SNR pre informácie. 1946, 73 Seiten; deutschsprachiger Auszug: Ein geflüchteter Häftling berichtet, in Hans Günther Adler, Hermann Langbein, Ella Lingens-Reiner (Hrsg.): Auschwitz. Zeugnisse und Berichte. Schriftenreihe 1520. Bundeszentrale für politische Bildung BpB, 6. Aufl. Bonn 2014 ISBN 3838905202 S. 194 - 202 (Zuerst 1962). Der gesamte Bericht wurde als „Amtliches Dokument NG-2061“ im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher in die Dokumentensammlung des Prozesses aufgenommen.
  2. IMT: Der Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher..., München 1984, ISBN 3-7735-2502-8, Bd. 3, S. 634
  3. Als Dokument 022-L ist die S. 33 abgedruckt in IMT: Der Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher..., Nachdr. München 1989, ISBN 3-7735-2527-3, Band 37 (=Dokumentenband 13), S. 433