Bündner Tagblatt

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Bündner Tagblatt
Bündner Tagblatt
Beschreibung Schweizer Tageszeitung
Verlag Somedia (Südostschweiz Presse und Print AG)
Erstausgabe 1852 (als Tagblatt für den Kt. Graubünden)
Erscheinungsweise werktäglich (am Sonntag als Die Südostschweiz am Sonntag)
Verkaufte Auflage
(WEMF-Auflagebulletin 2017[1])
7'603 (Vj. 7'629) Exemplare
Verbreitete Auflage (WEMF-Auflagebulletin 2017) 8'620 (Vj. 8'487) (Grossauflage 22'997; Vj. 22'703) Exemplare
Chefredaktor Luzi Bürkli
Weblink www.buendnertagblatt.ch

Das Bündner Tagblatt ist eine Tageszeitung der Somedia im Kanton Graubünden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde die Zeitung 1852 von den Buchdruckern Pargätzi & Felix in Chur als Tagblatt für den Kt. Graubünden. Im Jahr darauf wurde das Blatt in Bündner Tagblatt umbenannt. Die parteipolitisch unabhängige Publikation entwickelte sich unter dem Redaktor Christian Tester von 1857 bis 1871 zu einer weit verbreiteten Zeitung.

Mit dem Besitzerwechsel 1870 und dem Rücktritt Testers 1872 änderte sich auch die politische Grundhaltung der Zeitung. Fortan wurde unter dem Einfluss führender konservativer Politiker wie Hermann von Sprecher, Plazidus Plattner, Theophil Sprecher von Bernegg und Friedrich Brügger konservative Politik unterstützt. Ab 1921 diente das Bündner Tagblatt als Organ verschiedener konservativer, ausdrücklich nicht nur katholischer Parteien, von 1938 bis 1960 mit dem Untertitel Organ der Konservativen Volkspartei Graubündens (der heutigen CVP).[2]

In den 1970er Jahren geriet das Blatt in finanzielle Schwierigkeiten. Die Folge davon war eine kurzfristige Zusammenarbeit mit dem Freien Rätier, der Ostschweiz und dem Rheintaler. 1977 erklärte sich das Bündner Tagblatt für politisch unabhängig. 1986 wurde die Aktienmehrheit an der von der Schliessung bedrohten Zeitung vom Zürcher SVP-Nationalrat und Konzernchef der Ems-Chemie Holding Christoph Blocher übernommen.

1996 wurde das Bündner Tagblatt operativ in die Gasser Media AG, der heutigen Südostschweiz Presse und Print AG, integriert, blieb aber redaktionell weiterhin unabhängig. Der Inserateteil wurde von der bündnerischen Regionalausgabe der Südostschweiz übernommen, während die Aktienmehrheit weiterhin im Besitz von Blocher blieb. 2017 beträgt die WEMF-beglaubigte Auflage 7'603 (Vj. 7'629) verkaufte bzw. 8'620 (Vj. 8'487) verbreitete Exemplare. Wöchentlich wird eine Grossauflage von 22'997 (Vj. 22'703) Exemplaren verteilt.[1]

Seit dem 4. März 2017 erscheint samstags unter dem Namen Bündner Tagblatt am Wochenende[3] die von AZ Medien produzierte Wochenendausgabe der az Nordwestschweiz, Schweiz am Wochenende, die von AZ Medien, Somedia und ZT Medien (Zofinger Tagblatt) als Nachfolgerin der eingestellten Schweiz am Sonntag gemeinsam herausgegeben wird.[4]

Der im Januar 2018 bekanntgegebene Plan einer Zusammenlegung der Redaktionen des Bündner Tagblatts und der ebenfalls von Somedia herausgegebenen Südostschweiz[5] wurde im März 2018 zurückgenommen. Die Redaktionen bleiben eigenständig, arbeiten jedoch ab Mitte April 2018 verstärkt zusammen.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b WEMF-Auflagebulletin 2017, S. 27 (PDF; 640 kB).
  2. Festschrift 100 Jahre CVP Graubünden, S. 23.
  3. Hansruedi Berger: Die «Südostschweiz» setzt auf Samstag. In: Website der Südostschweiz. 21. Februar 2017.
  4. Der Sonntag beginnt schon am Samstag. In: Website der AZ Medien. 17. Dezember 2016.
  5. Somedia führt eine Zentralredaktion ein. In: persoenlich.com. 30. Januar 2018.
  6. Tageszeitungen bleiben nun doch «unabhängig». In: persoenlich.com. 19. März 2018.