Bab Agnaou

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Bab Agnaou in der Stadtmauer aus Stampflehm
Bab Agnaou

Das repräsentative aus Stein erbaute Bab Agnaou (arabisch باب اكناو) ist der bedeutendste historische Torbau von Marrakesch und ein wichtiges Zeugnis der Maurischen Architektur. Der Name bedeutet wahrscheinlich so viel wie das ‚schwarze Tor‘ oder ‚Tor der Schwarzen‘.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bab Agnaou bildet die Grenze zwischen der Altstadt (medina) von Marrakesch und dem ehemaligen Regierungsviertel (kasbah); es hatte also keine Verteidigungsaufgaben zu erfüllen. In seiner Nachbarschaft befinden sich die Saadier-Gräber und das deutlich einfacher gestaltete Stadttor Bab el Robb.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bab Agnaou wurde um das Jahr 1190 im Auftrag des Almohadensultans Yaʿqūb al-Mansūr (reg. 1184–1199) erbaut; es grenzte das exklusive Kasbahviertel von der Stadt ab. Im 18. Jahrhundert wurde es unter Sultan Mulai Muhammad III restauriert und sein Durchgangsbogen verkleinert.

Architektur und Dekor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der leicht aus der umgebenden Stampflehmmauer hervortretende Kernbau des Bab Agnaou besteht wahrscheinlich aus einem Gemisch von Bruch- und Ziegelstein – sichtbar ist jedoch nur die Verkleidung aus Hausteinen mit Inschriftenbändern und einem mit rauten- oder zinnenartigen Ornamenten (sebkas) geschmückten Aufsatz. Die beiden oberen Säulenpaare sollten jeweils mit einer Art Konsole abschließen, die jedoch beide entweder nicht vollendet oder aber in späterer Zeit zerstört wurden. In den Zwickeln links und rechts des ursprünglich hufeisenförmigen Durchgangs finden sich vegetabilisches Rankenwerk und die für den Maurischen Stil so typischen Muschelornamente. Innerer und äußerer Torbogen zeigen ein Plattendekor; die beiden – in der Tiefe voneinander abgesetzten – mittleren Bögen sind hingegen mit Vielpassbögen geschmückt, von denen der äußere zweigeteilt ist und den Nachbarbogen permanent überschneidet.

Zum Bab Agnaou gehören auch zwei kleinere seitliche Tore im Innern.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arnold Betten: Marokko. Antike, Berbertraditionen und Islam – Geschichte, Kunst und Kultur im Maghreb. DuMont, Ostfildern 2012, ISBN 978-3-7701-3935-4, S. 277ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tore von Marrakesch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 31° 37′ 2,6″ N, 7° 59′ 26,3″ W