Badische IX (alt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
IX
IIa alt (ab 1868)
Badische IX.jpg
ADLER und FALKE COMET bis BASEL RHEINFELDEN bis PFALZ BADENIA bis OFFENBURG
Anzahl 2 8 8 8
Hersteller Maschinenbau-Gesellschaft Karlsruhe
Baujahr 1854 1854–1856 1858–1859 1863
Ausmusterung 1875–1903
Achsformel 2A n2 2'A n2 2A n2
Spurweite 1.435 mm
Länge über Puffer 13.030 mm 13.150 mm 13.110 mm 12.580 mm
Höhe 4.584 mm
4.550 mm (nach Umbau)
4.500 mm 4.410 mm
Gesamtradstand 3.750 mm 4.380 mm 3.750 mm
Leermasse 25,90 t 26,35 t 24,00 t 24,25 t
Dienstmasse 27,90 t 28,50 t 27,70 t 28,00 t
Reibungsmasse 11,5 t – 13,0 t
Radsatzfahrmasse 13,0 t
Treibraddurchmesser 2.134 mm
Laufraddurchmesser 1.374 mm (1. Achse)
1.220 mm (2. Achse)
1.220 mm
Steuerungsart Gooch Stephenson
Zylinderanzahl 2
Zylinderdurchmesser 405 mm
Kolbenhub 560 mm
Kessel Birnkessel Crampton
Kesselüberdruck 7,0 bar 8,0 bar
Anzahl der Heizrohre 215 205 209
Heizrohrlänge 3.085 mm 3.095 mm
Rostfläche 1,07 m² 0,98 m² 0,92 m²
Strahlungsheizfläche 6,74 m² 5,83 m² 5,62 m²
Rohrheizfläche 76,06 m² 72,52 m² 74,17 m²
Verdampfungsheizfläche 82,80 m² 78,35 m² 79,79 m²
Lokbremse Schraubenbremse am Tender
Tender Kessler 3 T 5,4

Die Dampflokomotiven der Gattung IX[1], ab 1868 Gattung II a alt der Großherzoglich Badischen Staatseisenbahn waren Crampton-Lokomotiven. Sie waren ursprünglich für die 1.600 mm-Breitspur entworfen worden, wurden jedoch wegen der Umspurung des Streckennetzes auf Normalspur gleich für diese Spurweite hergestellt. Die Fahrzeuge waren als reine Güterzug-Maschinen geplant, durch die Änderung auf Normalspur wurde der Entwurf zu einer Schnellzuglokomotive abgeändert.

Aufgrund der fast zehnjährigen Bauzeit kam es zu konstruktiven Änderungen und Experimenten, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Die ersten beiden Loks ADLER und FALKE erhielten ein rückkehrendes Flammrohr (Schornstein auf der Kesselmitte) wurden aber noch vor der endgültigen Übernahme durch die Staatsbahn auf eine normale Rauchkammer umgebaut. Bei der zweiten Lieferserie COMET bis BASEL wurde statt der zwei Laufachsen ein Drehgestell verwandt. Die BASEL wurde 1885 bei der Weltausstellung in Paris präsentiert. Mit einem Zug von 67 t erreichte die Lok eine Geschwindigkeit von 64 km/h.

Als die Reibungsmasse von rund 12 t nicht mehr für die schwerer werdenden Schnellzüge ausreichte, wurden die Loks in den Reisezugdienst und später in den Rangierdienst versetzt.

Die Lokomotiven waren mit Außenrahmen, außen liegenden Zylindern und Hallschen Exzenterkurbeln ausgestattet. Sie besaßen alle typischen Merkmale einer Crampton-Lokomotive, wie die einzelne, hinter dem Stehkessel liegende Treibachse mit Rädern großen Durchmessers oder die tiefe Kessellage. Anfänglich war der Führerstand offen und nur von einem Geländer umgeben, erst später wurde durch den Aufbau eines einfachen Führerhauses mit schmalen Seitenwänden das Lokpersonal besser geschützt.

Erhalten gebliebenes Exemplar der Baureihe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1863 gebaute Lokomotive PHOENIX der Baureihe war bis in die 1890er Jahre als Rangierlok auf dem Bahnhof Mannheim im Einsatz. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Lok stark beschädigt. 1960 wurde sie im Ausbesserungswerk München-Freimann aufgearbeitet und ist heute im Verkehrsmuseum Nürnberg ausgestellt.

Fotos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Lohr, Georg Thielmann: Lokomotiv-Archiv Baden. transpress, Berlin 1988, ISBN 3344002104

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zur Unterscheidung der nach dem Schema von 1868 bezeichneten Lokomotiven auch als IX (alt) bezeichnet.