Bahnhof Alexisbad

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Alexisbad
Bahnhofsgebäude von der Gleisseite
Bahnhofsgebäude von der Gleisseite
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 3
Abkürzung LAX
IBNR 8017001
Eröffnung 1888
Lage
Stadt/Gemeinde Harzgerode
Ort/Ortsteil Alexisbad
Land Sachsen-Anhalt
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 38′ 52″ N, 11° 6′ 53″ OKoordinaten: 51° 38′ 52″ N, 11° 6′ 53″ O
Höhe (SO) 325 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Sachsen-Anhalt
i16i18

Der Bahnhof Alexisbad ist eine Betriebsstelle der Harzer Schmalspurbahnen im Harzgeroder Ortsteil Alexisbad. Der Bahnhof liegt an der Selketalbahn, die sich hier in Streckenäste nach Harzgerode und nach Hasselfelde verzweigt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof liegt etwa in der Mitte des Ortes, parallel zur Bundesstraße 185. Auf der anderen Seite begrenzt die Selke das Bahnhofsgelände.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

99 7237-3 im Mai 1990 im Bahnhof Alexisbad

Im Jahr 1888 erreichte die meterspurige Gernrode-Harzgeroder Eisenbahn Alexisbad. Ursprünglich gab es nur ein kleines Dienstgebäude mit Wartehalle. 1889 wurde Alexisbad zum Trennungsbahnhof, als die – später bis Hasselfelde verlängerte – Strecke Richtung Silberhütte errichtet wurde. Durch den Anschluss an die Eisenbahn erlebte der Fremdenverkehr in Alexisbad, der wegen der schlechten Verkehrsverhältnisse zuvor zurückgegangen war, eine neue Blüte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Selketalbahn 1946 als Reparationsleistung vollständig demontiert. Mit dem teilweisen Wiederaufbau begann die Deutsche Reichsbahn 1947, am 8. Mai 1949 wurde der Güterverkehr auf dem Abschnitt Gernrode–Straßberg wieder aufgenommen; der Personenverkehr folgte am 16. Mai 1949. Im Jahr darauf wurde auch die Strecke nach Harzgerode wieder bedient.[1] Der Bäderbetrieb endete in Alexbad 1950, danach übernahmen der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund und Betriebe einige Unterkünfte. Die Deutsche Reichsbahn unterhielt in Alexisbad die Ferienheime Selketal und Klostermühle.[2]

Zur Rationalisierung des Betriebs und zur Personaleinsparung führte die Deutsche Reichsbahn 1959 auf der Selketalbahn den vereinfachten Nebenbahndienst ein. Der Zugleiter wurde im Bahnhof Alexisbad stationiert.[3] Ein Selkehochwasser zerstörte am 13. April 1994 die Gleisanlagen des Bahnhofs. Bereits am 11. Mai des gleichen Jahres konnte der aus Landes- und Bundesmitteln finanzierte Wiederaufbau abgeschlossen und der durchgehende Verkehr auf der Selketalbahn wieder aufgenommen werden.[4] Im Jahr 2004 wurde die Selketalbahn dem Zugleitbereich Nordhausen Nord zugeordnet und der Zugleiterposten in Alexisbad aufgehoben.[5][6] Die Fahrkartenausgabe wurde 2014 geschlossen, Fahrkarten sind seither in einem Hotel nahe dem Bahnhof erhältlich.[7]

Anlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof verfügt heute über drei Bahnsteiggleise sowie ein zur Ladestraße und zum Güterschuppen führendes Nebengleis. Allerdings wird auf dem Nordteil der Selketalbahn seit 1990 (Gernrode–Harzgerode) bzw. 1991 (Silberhütte–Harzgerode) kein Güterverkehr mehr betrieben.[8] Ein um 1890 errichteter Lokschuppen wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts abgerissen. Zwei Wasserkräne erlauben den Dampflokomotiven das Wassernehmen.

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs ist im Harzer Heimatstil errichtet und ähnelt den Bauten in Mägdesprung und Harzgerode. Nach Abzug des Zugleiters im Jahr 2004 ist dort nurmehr eine Fahrkartenausgabe untergebracht.[9] Die Bahnhofsgaststätte ist bereits seit Mitte der 1990er Jahre geschlossen.[5] Die Harzer Schmalspurbahnen GmbH haben das sanierungsbedürftige Empfangsgebäude an einen ortsansässigen Hotelier verpachtet; eine vollständige Sanierung ist allerdings bisher nicht erfolgt,[10] jedoch wurde mittlerweile das Dach erneuert. Insgesamt macht das Gebäude einen verwahrlosten Eindruck.[11]

Mit dem Abzug des Zugleiters, der auch für das Stellen der Weichen im Bahnhof Alexisbad verantwortlich war, mussten die Gleisanlagen des Bahnhofs umgestaltet und insbesondere vier Rückfallweichen installiert werden.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof wird von Dampf- und Triebwagenzügen der Harzer Schmalspurbahnen bedient. Der Bahnhof ist für die parallele Ausfahrt von Zügen in Richtung Stiege und Harzgerode bekannt.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dirk Endisch: Von der GHE zur HSB. Tradition und Innovation auf Meterspurgleisen im Harz. Band 1: Die Selketalbahn. Verlag Dirk Endisch, Stendal 2011, ISBN 978-3-936893-70-0, S. 160–162.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bahnhof Alexisbad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dirk Endisch: Von der GHE zur HSB. Tradition und Innovation auf Meterspurgleisen im Harz. Band 1: Die Selketalbahn. Verlag Dirk Endisch, Stendal 2011, ISBN 978-3-936893-70-0, S. 118.
  2. Dirk Endisch: Von der GHE zur HSB. Tradition und Innovation auf Meterspurgleisen im Harz. Band 1: Die Selketalbahn. Verlag Dirk Endisch, Stendal 2011, ISBN 978-3-936893-70-0, S. 41 und 120.
  3. Dirk Endisch: Von der GHE zur HSB. Tradition und Innovation auf Meterspurgleisen im Harz. Band 1: Die Selketalbahn. Verlag Dirk Endisch, Stendal 2011, ISBN 978-3-936893-70-0, S. 121.
  4. Dirk Endisch: Von der GHE zur HSB. Tradition und Innovation auf Meterspurgleisen im Harz. Band 2: Die Harzer Schmalspurbahnen GmbH. Verlag Dirk Endisch, Stendal 2011, ISBN 978-3-936893-70-0, S. 64–65.
  5. a b Bernd Peper: Es gibt keinen Kaffee mehr in Alexisbad. (Memento vom 6. März 2015 im Internet Archive) In: Harzbahnpost, Ausgabe 4/2004, S. 23.
  6. a b Jörg Bauer: Umbau Bahnhof Alexisbad abgeschlossen. (Memento vom 18. August 2007 im Internet Archive) In: Harzbahnpost, Ausgabe 4/2004, S. 22.
  7. Gerd Alpermann Harzer Schmalspurbahnen schließen Servicepunkt. In: Mitteldeutsche Zeitung vom 6. März 2015 (abgerufen am 20. März 2018)
  8. Dirk Endisch: Von der GHE zur HSB. Tradition und Innovation auf Meterspurgleisen im Harz. Band 2: Die Harzer Schmalspurbahnen GmbH. Verlag Dirk Endisch, Stendal 2011, ISBN 978-3-936893-70-0, S. 42–43.
  9. Jürgen Steimecke: 125 Jahre Schmalspurbahnen im Harz. In: Neue Wernigeröder Zeitung, Sonderausgabe 2012 (125 Jahre Schmalspurbahnen im Harz), S. 11.
  10. Jörg Bauer: Zur Nutzung von Immobilien der Harzer Schmalspurbahnen GmbH. (Memento vom 5. November 2014 im Internet Archive) In: Harzbahnpost, Ausgabe 4/2006, S. 8.
  11. Jörg Müller: 125 Jahre Schmalspurbahnen im Harz. In: Der Preß´-Kurier, Ausgabe 5/2012, S. 12.