Bahnstrecke Ebermannstadt–Heiligenstadt

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Ebermannstadt–Heiligenstadt
Kursbuchstrecke (DB):414k
Streckenlänge:10,9 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Strecke – geradeaus
von Forchheim (Oberfr) (Forchheim–Behringersmühle)
Bahnhof, Station
0,0 Ebermannstadt
Brücke über Wasserlauf (groß)
Wiesent
Haltepunkt, Haltestelle
2,4 Gasseldorf (seit 1922, Bahnhof bis 1968)
   
nach Behringersmühle (Forchheim–Behringersmühle)
   
B 470
   
Leinleiter
   
5,9 Unterleinleiter
   
7,6 Veilbronn
   
Leinleiter
   
St 2187
   
Leinleiter
   
10,0 Traindorf
   
10,9 Heiligenstadt (Oberfr)

Die Bahnstrecke Ebermannstadt–Heiligenstadt war eine knapp 11 Kilometer lange Lokalbahn, die von Ebermannstadt aus durch das Leinleitertal nach Heiligenstadt führte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Planungen und Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erst zwanzig Jahre nach der Genehmigung der Bahnstrecke Forchheim–Behringersmühle erging am 26. Juni 1908 ein Gesetz über deren Verlängerung, die aber nicht im Wiesent­tal weiterführen, sondern bei Gasseldorf in nördlicher Richtung ins Leinleitertal abbiegen und in Heiligenstadt enden sollte. Eine gewünschte Verlängerung über Heiligenstadt hinaus bis zur Hollfelder Bahnstrecke wurde von der Staatsbahn wegen der anspruchsvollen Topographie abgelehnt. Als die 11 km lange Streckenverlängerung am 4. Oktober 1915 in Betrieb ging, tobte schon über ein Jahr der Erste Weltkrieg, der dann den weiteren Bahnbau in der Fränkischen Schweiz zunächst unterband, ehe von 1922 bis 1930 schrittweise die Verbindung Gasseldorf–Behringersmühle entstand.

Stilllegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger Trassenverlauf nahe Veilbronn

Nach dem Bau der Strecke Richtung Behringersmühle wurden die durchgehenden Reisezugverbindungen von Heiligenstadt nach Forchheim zurückgefahren, was nach der Zunahme des motorisierten Individualverkehrs in den 1950er-Jahren zu einem Attraktivitätsverlust der Strecke führte. Infolgedessen stellte die Deutsche Bundesbahn am 29. Mai 1960 zunächst den Personenverkehr und am 26. Mai 1968 auch den Güterverkehr zwischen Gasseldorf und Heiligenstadt ein.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Personenverkehr wurden Dampflokomotiven der Baureihen 86 und später Dieseltriebwagen der Baureihen VT 86 eingesetzt.

In den 1930er-Jahren befuhren täglich sechs, in den 1950er-Jahren bis zu sieben Personenzugpaare die Strecke.

Die Trasse heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Stilllegung wurde die Strecke abgebaut und dient heute zwischen Unterleinleiter und Heiligenstadt als Radweg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günther Klebes: Links und rechts der Wiesenttalbahn. Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1984. ISBN 978-90-288-2801-8
  • Wolfgang Bleiweis, Ekkehard Martin, Stefan Winkler: Fränkische Nebenbahnen einst und jetzt – Oberfranken. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1986. ISBN 3-922138-25-X.
  • Ulrich Rockelmann: Spurensuche Abgebaute Bahnstrecken im Raum Nürnberg. Hofmann Verlag Nürnberg, Nürnberg 1999. ISBN 3-87191-270-0.