Gasseldorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Gasseldorf
Koordinaten: 49° 47′ 58″ N, 11° 12′ 1″ O
Höhe: 299 (298–364) m ü. NHN
Einwohner: 398 (1987)[1]
Postleitzahl: 91320
Vorwahl: 09194
Der Ebermannstädter Ortsteil Gasseldorf
Der Ebermannstädter Ortsteil Gasseldorf

Gasseldorf ist ein fränkisches Kirchdorf, das zu Ebermannstadt gehört.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das in der Wiesentalb gelegene Kirchdorf ist einer von 17 amtlich benannten Gemeindeteilen der oberfränkischen Stadt Ebermannstadt.[2] Es liegt etwa zweieinhalb Kilometer nordöstlich des Ortszentrums von Ebermannstadt auf einer Höhe von 299 m ü. NHN.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Gasseldorf war 1267 unter dem Namen „Gastoldestorf“.[4] Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts hatte Gasseldorf der Landeshoheit des Hochstifts Bamberg unterstanden.[5][6] Die im fränkischen Raum hierfür maßgebliche Dorf- und Gemeindeherrschaft wurde vom Amt Ebermannstadt als Vogteiamt ausgeübt.[7] Auch die Hochgerichtsbarkeit stand diesem Amt in seiner Rolle als Centamt zu.

Als das Hochstift Bamberg infolge des Reichsdeputationshauptschlusses 1802/03 säkularisiert und unter Bruch der Reichsverfassung vom Kurfürstentum Pfalz-Baiern annektiert wurde, wurde Gasseldorf Bestandteil der während der napoleonischen Flurbereinigung gewaltsam in Besitz genommenen neubayerischen Gebiete.[8][9]

Durch die zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Königreich Bayern durchgeführten Verwaltungsreformen wurde Gasseldorf mit dem zweiten Gemeindeedikt 1818 eine eigenständige Landgemeinde. Im Zuge der kommunalen Gebietsreform in Bayern in den 1970er Jahren wurde die Gemeinde Gasseldorf am 1. April 1971 in die Stadt Ebermannstadt eingegliedert.[10] Im Jahr 1987 zählte Gasseldorf 398 Einwohner.[1]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 470 führt direkt am südöstlichen Ortsrand vorbei, von dieser zweigt die durch den westlichen Ortsbereich führende Staatsstraße St 2187 ab. Der ÖPNV bedient das Dorf an einer Haltestelle der Buslinie 221 des VGN. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Ebermannstadt, dem Endbahnhof der Wiesenttalbahn.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Mühle des Dorfes

In und um Gasseldorf gibt es fünf denkmalgeschützte Objekte, darunter die Kirche des Ortes, eine ehemalige Mühle und einen im Wald oberhalb des Dorfes stehenden Grenzstein.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gasseldorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 301 (Digitalisat). Abgerufen am 27. September 2019
  2. Gasseldorf in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 27. September 2019.
  3. Geografische Lage von Gasseldorf im BayernAtlas, abgerufen am 27. September 2019
  4. Dorothea Fastnacht: Ebermannstadt. Ehemaliger Landkreis Ebermannstadt. In: Historisches Ortsnamenbuch von Bayern. S. 79.
  5. Gertrud Diepolder: Bayerischer Geschichtsatlas. Hrsg.: Max Spindler. Bayerischer Schulbuch Verlag, München 1969, ISBN 3-7627-0723-5, S. 31.
  6. Gertrud Diepolder: Bayerischer Geschichtsatlas. Hrsg.: Max Spindler. Bayerischer Schulbuch Verlag, München 1969, ISBN 3-7627-0723-5, S. 97–103.
  7. Johann Kaspar Bundschuh: Gasseldorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 278 (Digitalisat).
  8. Gertrud Diepolder: Bayerischer Geschichtsatlas. Hrsg.: Max Spindler. Bayerischer Schulbuch Verlag, München 1969, ISBN 3-7627-0723-5, S. 35.
  9. Gertrud Diepolder: Bayerischer Geschichtsatlas. Hrsg.: Max Spindler. Bayerischer Schulbuch Verlag, München 1969, ISBN 3-7627-0723-5, S. 106–107.
  10. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 681.