Unterleinleiter

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Wappen Deutschlandkarte
Unterleinleiter
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Unterleinleiter hervorgehoben

Koordinaten: 49° 49′ N, 11° 11′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Forchheim
Verwaltungs­gemeinschaft: Ebermannstadt
Höhe: 330 m ü. NHN
Fläche: 12,47 km2
Einwohner: 1178 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 94 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91364
Vorwahl: 09194
Kfz-Kennzeichen: FO, EBS, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 74 168
Gemeindegliederung: 2 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 8
91364 Unterleinleiter
Website: www.unterleinleiter.de
Erster Bürgermeister: Alwin Gebhardt (DWV)
Lage der Gemeinde Unterleinleiter im Landkreis Forchheim
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Über dieses Bild
Luftaufnahme von Unterleinleiter (2019)

Unterleinleiter ist eine Gemeinde im Landkreis Forchheim (Regierungsbezirk Oberfranken) und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Ebermannstadt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der westlichen Fränkischen Schweiz. Im Norden grenzt sie an Heiligenstadt in Oberfranken, im Osten an Wiesenttal, im Süden an Ebermannstadt und im Westen an Eggolsheim.

Der Ort Unterleinleiter liegt im Tal der Leinleiter. In diese mündet im Ort der aus Richtung Dürrbrunn kommende Dürrbach. Die Staatsstraße 2817 führt durch den Ort. Auf sie trifft die aus Dürrbrunn kommende Kreisstraße FO 9. Bis 1960 war Unterleinleiter über die mittlerweile abgebaute Bahnstrecke Ebermannstadt–Heiligenstadt an das deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Unterleinleiter hat 2 Gemeindeteile:[2]

Es gibt die Gemarkungen Dürrbrunn und Unterleinleiter.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterleinleiter war ein Rittergut. Die Herren „Motschiedler von Gerau“ wurden 1372 als erste Besitzer von „Leyreuther“ genannt. Im 16. Jahrhundert ging der Ort an die Herren von Stübig und an die Streitberg über. Das Gut fiel 1523 dem Bauernkrieg zum Opfer, wurde aber bald wieder aufgebaut.

Die von Streitberg saßen bereits im 14. Jahrhundert zu Leinleiter. Sie waren zunächst Schlossherren, ab 1530 auch Kirchenherrn. 1559 gelangten die streitbergischen Allodialbesitzungen an die Herrn von Dienheim, danach an die von Wechmar.[4][5]

1690 ging fast das ganze Dorf in Flammen auf. Um 1700 saßen die Herren von Lüchau auf dem Rittergut. Ab 1757 erwarben es die Freiherren von Seckendorff durch Heirat. Damit lag die Ortschaft im Fränkischen Ritterkreis. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zu Bayern. Die Rechte der von Seckendorff wurden immer durch das Hochstift Bamberg bestritten, große Teile des Gemeindegebietes fielen bereits 1803 mit der Säkularisation an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde. 1952 gaben die Freiherren von Seckendorff ihr Schloss in Unterleinleiter auf. Unterleinleiter gehörte bis zur Gemeindegebietsreform zum Landkreis Ebermannstadt. Am 1. April 1971 wurde der Ort Dürrbrunn aus der aufgelösten gleichnamigen Gemeinde eingegliedert,[6] 1972 ging der Landkreis im Landkreis Forchheim auf.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit 2020 Alwin Gebhardt (DWV). Sein Vorgänger war seit 2014 Gerhard Riediger (NWG) und davor Gerhard Sendelbeck (FWG).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2020 führten zu folgender Sitzverteilung im Gemeinderat:

  • Freie Wählergemeinschaft: 5 Sitze
  • Neue Wählergemeinschaft: 4 Sitze
  • Demokratische Wählervereinigung: 3 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DEU Unterleinleiter COA.svg
Blasonierung: „Unter grünem Wellenschildhaupt in Silber ein schlingenförmig gebogener und außen mit je vier Blättern besetzter roter Lindenzweig, unten belegt mit einem grünen Schild, darin eine silberne Sichel.“[7]

Die Gemeinde Unterleinleiter führt das Wappen seit 1985.

Wappenbegründung: In das Gemeindewappen von Unterleinleiter wurden Motive aus Wappen zweier Adelsfamilien übernommen, die für die Geschichte des Gemeindegebiets von großer Bedeutung waren. Die Sichel stammt aus dem Wappen der Herren von Streitberg, die im 15. und 16. Jahrhundert Besitzer des Rittergutes waren. Die Lindenschlinge ist das Wappensymbol der Freiherren von Seckendorff, die seit dem 18. Jahrhundert das Rittergut besaßen. Das Wellenschildhaupt stellt den namengebenden Bach Leinleiter dar und weist zugleich auf den Ort Dürrbrunn, in dessen Nähe der Bach entspringt. Die Farbe Grün symbolisiert die Lage des Ortes im Naturpark Fränkische Schweiz / Veldensteiner Forst.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterleinleiter

Das Schloss Unterleinleiter in einfachen Barockformen befindet sich am nördlichen Ortsrand in erhöhter Lage. Die Anlage mit dem Park wurde gründlich restauriert. Im Park, der während künstlerischer Aufführungen zugänglich ist, sind zahlreiche, meist moderne Kunstwerke zu besichtigen (unter anderem Skulpturen von Harro Frey).

Im Ortskern steht die katholische Kirche, die evangelische beim Schloss.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Unterleinleiter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. BayernPortal - Gemeinde Unterleinleiter
  3. Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 14. Juli 2020, abgerufen am 29. Januar 2021.
  4. www.dieter-zoeberlein.de, Die von Streitberg, Geschichte einer fränkischen Adelsfamilie (abgerufen am 19. Oktober 2018)
  5. Dieter Zöberlein: Die von Streitberg, Geschichte einer fränkischen Adelsfamilie, Selbstverlag, Burggrub 2018, Teil 2, S. 436–454, Teil 3, S. 94–102 und S. 113–114 und S. 153–155.
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 451 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. Eintrag zum Wappen von Unterleinleiter in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte