Bahnstrecke Röthenbach–Weiler

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Röthenbach–Weiler
Streckennummer (DB): 5431
Kursbuchstrecke: zuletzt 406 h
Streckenlänge: 5,73 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Strecke – geradeaus
Allgäubahn von Lindau
   
von Scheidegg
Bahnhof, Station
0,00 Röthenbach (Allgäu) 705 m
   
Allgäubahn nach München
   
0,53 Kreisstraße LI 3 (Wellblechtunnel)
   
Rentershofener Bahndamm
   
0,93 Allgäuer Kies- und Schotterwerke
   
3,00 Bundesstraße 308
   
3,15 Auers (ehemals: Ellhofen)
   
Ladegleis (1901 bis 1960)
   
3,20 Rothach
   
4,00 Rothach
   
5,50 Rudolph Steinwerke
   
5,73 Weiler (Allgäu) 632 m
Eröffnungsfeier 1893 in Weiler
Der Bahnhof Weiler heute

Die Bahnstrecke Röthenbach-Weiler war eine 5,73 Kilometer lange Lokalbahn, die als Stichstrecke bei Röthenbach von der von München nach Lindau führenden Allgäubahn abzweigte und über Ellhofen nach Weiler im Allgäu führte.

Der Markt Weiler versuchte, in der Zeit des Aufbruchs der Industrie und des Handels die verbesserte Transportmöglichkeit per Bahn für die einheimische Produktion zu nutzen und richtete in den 1870er Jahren mehrere – allerdings vergebliche – Anträge an die bayerische Staatsregierung zum Bau der Strecke. Danach griffen der Markt Weiler und private Aktionäre zur Selbsthilfe und stellten die Finanzierung sicher. Schließlich erteilte München 1891 die Zustimmung zur Errichtung einer Vizinalbahn und ließ die Bauarbeiten durch die königlich-bayerische Staatsbahn durchführen. Der Bahnhof Weiler im Allgäu entstand am Nordende des damaligen Ortes und der Betrieb auf der gemeindeeigenen Lokalbahnstrecke wurde am 22. Juli 1893 eröffnet.

Die Gemeinde verkaufte 1920 wegen der verschlechterten wirtschaftlichen Entwicklung die Bahnstrecke an die Deutsche Reichsbahn. Der Verkehr war stets gering, 1944 verkehrten beispielsweise nur vier Zugpaare täglich, teils als Güterzug mit Personenbeförderung.

Die Bundesbahn stellte schließlich am 1. Dezember 1960 den Personenverkehr und 1991 den zuletzt sehr schwachen Güterverkehr ein.[1] So verkehrten die damals Übergabe genannten Nahgüterzüge im Jahr 1987 nur noch drei- bis viermal pro Monat[2]. Die Brücke der Kreisstraße LI 3 wurde durch einen Wellblechtunnel ersetzt, dies erfolgte 1979. Aufgrund der Zusage eines örtlichen Hartsteinwerks, größere Transportmengen künftig mit der Bahn zu transportieren, wurde Anfang der 1980er Jahre der Oberbau für zwei Millionen DM komplett erneuert. Allerdings erfolgte bereits kurz darauf eine weitgehende Verlagerung der Produktion, sodass die Bahntransporte wieder erheblich zurückgingen[3]. 1995 begann der Abbau der Einrichtungen. Schließlich wurde die Trasse asphaltiert und der Öffentlichkeit als Radfahr- und Wanderweg zur Verfügung gestellt. Das Empfangsgebäude mit Güterhalle in Weiler sowie einige Gleisreste existieren noch. 2016, 25 Jahre nach der endgültigen Stilllegung der Bahnstrecke, befindet sich das Bahnhofsgebäude von Weiler in einem schlechten baulichen Zustand. Die Güterhalle wurde zwischenzeitlich abgerissen und für das brach liegende ehemalige Bahngelände ist der Bau einer Produktionshalle einer Firma auf einem Schild angekündigt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Urs Kramer, Matthias Brodkorb: Abschied von der Schiene. Güterstrecken 1980 bis 1993. Transpress, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-613-71346-8, S. 145.
  • Georg Wagner, Gerd Zimmer: Heimatbuch Weiler im Allgäu. Verlag Buchdruckerei Holzer, Weiler im Allgäu 1994. Herausgeber: Markt Weiler-Simmerberg (anlässlich der 1100 Jahr-Feier der erstmaligen urkundlichen Erwähnung).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Röthenbach–Weiler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. siehe Georg Wagner, Gerd Zimmer: Heimatbuch Weiler im Allgäu.
  2. Alteneder, W., Schüssler, C.: Die Nebenbahnen der BD München, Bonn 1987, S. 138
  3. ebd.