Bahnstrecke Saint Symphorien–Lesparre

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Saint Symphorien–Lesparre
Bahnhof Hourtin, Gleisseite
Bahnhof Hourtin, Gleisseite
Strecke der Bahnstrecke Saint Symphorien–Lesparre
Streckennetz der S. générale des chemins de fer économiques
Streckennummer (SNCF): 635 700
Streckenlänge: 141 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
   
von Mont-de-Marsan
   
0,0 Saint Symphorien 57 m
   
nach Nizan
   
La Sègue 61 m
   
9 Le Tuzan 87 m
   
16 Hostens 75 m
   
Bahnstrecke Hostens–Beautiran
   
23,5 Joué 53 m
   
28,6 Belin-Beliet 46 m
   
30,7 Viaduc Béliet (Ruisseau de Paillasse)
   
33,5 Le Bournet 35 m
   
38,1 Salles 22 m
   
41,6 La Saye 17 m
   
45,4 Mios 11 m
   
von Irun
Bahnhof, Station
50,6
0,0
Facture-Biganos 12 m
   
nach Bordeaux
   
7,2 Audenge 5 m
   
Ruisseau de Lanton
   
10,1 Lanton 6 m
   
13,3 Taussat-les-Bains 8 m
   
16,9 Andernos-les-Bains 7 m
   
20,7 Arès 7 m
   
23,9 Lège-Cap-ferret 12 m
   
26,9 La Saussouze 16 m
   
29,1 Lauros 25 m
   
33,9 Le Porge 24 m
   
38,1 Mistre 21 m
   
41,3 Mistre 21 m
   
von Bordeaux
   
45,0 Lacanau-Ville 16 m
   
nach Lacanau-Océan
   
Craste du Pont des Tables
   
52,1 Devinas 18 m
   
56,8 Carcans 21 m
   
Craste du Pont des Queytive
   
59,9 Pipeyrous 19 m
   
65,3 Lupian 18 m
   
68,8 Hourtin 17 m
   
72,0 Cartignac 18 m
   
nach Contaut
   
78,7 Naujac-St. Isidore 14 m
   
78,7 Streckenende ab 1954
   
85,5 Cartignac 8 m
   
von Pointe de Grave
Bahnhof, Station
90,4 Lesparre 2 m
Strecke – geradeaus
nach Bordeaux

Die Bahnstrecke Saint Symphorien–Lesparre war eine 141 Kilometer langen normalspurige Kleinbahnstrecke in Südwest-Frankreich zwischen Saint-Symphorien, dem Bahnhof Facture-Biganos an der Bahnstrecke Bordeaux–Irun und Lesparre an der Bahnstrecke Bordeaux–Soulac-sur-Mer. Sie wurde 1884 von der Société générale des chemins de fer économiques (SE), einer der größten Nebenbahngesellschaften Frankreichs, eröffnet und ihrem Réseau de la Gironde zugeteilt, die auch als Chemins de fer économiques de la Gironde bezeichnet werden. Die Strecke war bis auf den 12 km kurzen Abschnitt Naujac-St-Isidore–Lesparre, der bereits 1954 stillgelegt wurde, seit 1974 vollständig geschlossen.[1]

In Lacanau-Ville bestand Anschluss an die Schienenverbindung Bordeaux–Lacanau-Océan von Bordeaux, die 1904 ihre Verlängerung bis ans Meer bekam. An vielen Unterwegsbahnhöfen gab es ferner Anschluss an das umfangreiche Netz von Waldeisenbahnen, die die weitläufigen Waldflächen zum Abtransport der Holzstämme zugänglich machten.

Streckenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke war mit dem Bahnhof Facture an der Hauptstrecke Bordeaux–Irun geteilt. Während der südlichere Teil in Südost-Nordwest-Richtung verlief, war der nördliche Teil der Strecke in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet.[2] Im gesamten Streckenverlauf gab es keine nennenswerte Steigung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden von Bordeaux kommenden Strecken waren schon 1841 bzw. 1874 eröffnet worden und sind auch heute noch in Betrieb.[1][3] Nach dem Bau der Strecke entwickelte sich Facture zum Eisenbahnknotenpunkt der wichtigen, 235 km langen Strecke von Bordeaux nach Spanien und dem System von Sekundärbahnen zwischen der Gironde-Mündung im Norden und dem 140 km südlich liegenden Saint-Symphorien, das gleichfalls eine wichtige Schnittstelle darstellte.

Der Antrag für die neunundneunzigjährige Konzession der Strecke war bereits 1877 gestellt worden, aber erst mit der Beauftragung durch das Département Gironde konnten die Baupläne umgesetzt werden.

Die gesamte Strecke wurde zusammen mit dem 50 Kilometer langen Abschnitt nach Saint-Symphorien im selben Jahr eröffnet[3], das für eine so lange Strecke bei einer Kleinbahngesellschaft eher ungewöhnlich ist. Am 7. Januar 1884 ging der 70 Kilometer lange Abschnitt Saint-Symphorien–Facture in Betrieb, am 20. Oktober folgte der ebenfalls etwa 70 Kilometer lange Nordabschnitt.[4]

Grund für den Bau war die Bereitstellung von Transportleistung für die umfangreichen Holztransporte. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts waren in diesem Küstengebiet zur Sicherung der Dünen über 90.000 ha Pinienwald gepflanzt worden, die seit Mitte des Jahrhunderts wirtschaftlich nutzbringend gefällt werden konnten.[5]

Die Konzession wäre 1976 ausgelaufen, tatsächlich dürfte dies aber nicht der Grund für die Schließung zwei Jahre zuvor gewesen sein, zumal sie im Umfeld vieler weiterer Streckenstreichungen seit Mitte der 1950er Jahre fällt. Von der gesamten Strecke liegt kein Gleis mehr. Vielfach wurde die Bahntrasse durch Straßen überbaut. Einige Bahnhofsgebäude sind noch erhalten, zum Teil sind sie vorbildlich restauriert und öffentlich zugänglich – beispielsweise in Hourtin als Heimatmuseum „Regards sur le Passé“. Ansonsten sind kaum noch Spuren vorhanden, zumal aufgrund der Geländebeschaffenheit keine Brückenbauwerke notwendig waren; alle Straßenquerungen waren niveaugleich.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Saint Symphorien–Lesparre – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b http://atlas-paysages.gironde.fr/IMG/jpg/Fig-12.jpg
  2. Streckenkarte
  3. a b Informationen über die Strecke auf trains-fr.org (Memento vom 27. Januar 2014 im Internet Archive)
  4. http://voiesferreesdegironde.e-monsite.com/pages/s-e-de-la-gironde/facture-lesparre-medoc.html
  5. Atlas des Paysages: Le plateau et la forêt des Landes