Bahnstrecke Schönberg–Hirschberg

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Schönberg (Vogtl)–Hirschberg (Saale)
Strecke der Bahnstrecke Schönberg–Hirschberg
Ausschnitt der Streckenkarte Sachsen (1902)
Streckennummer: 6657; sä. SH
Kursbuchstrecke (DB): 548 (1994)
Streckenlänge: 19,94 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 25 
Minimaler Radius: 250 m
Strecke – geradeaus
von Leipzig
Bahnhof, Station
0,000 Schönberg (Vogtl) 515 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Schleiz
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Hof
Brücke (klein)
3,767 Wisenta (17 m)
   
5,740 Unterkoskau 530 m
   
8,380 Tanna 571 m
   
14,068 Göttengrün-Gefell 598 m
   
16,200 Anst Rettenmeier
   
19,940 Hirschberg (Saale) 486 m

Die Bahnstrecke Schönberg–Hirschberg ist eine eingleisige Nebenbahn in Sachsen und Thüringen, welche ursprünglich von den Kgl. Sächsischen Staatseisenbahnen erbaut und betrieben wurde. Die Strecke verläuft von Schönberg (Vogtland) nach Hirschberg (Saale).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Schönberg (Vogtl.) 2006

Zur besseren Verkehrserschließung ihres Staatsgebietes plante die Regierung des Fürstentums Reuß jüngerer Linie eine Bahnlinie, die von der Bahnstrecke Leipzig–Hof bei Schönberg abzweigen und bis Hirschberg an der Saale führen sollte. Eine schmalspurige Anschlussstrecke sollte zudem entlang der Saale die durchgehende Verbindung nach Lobenstein herstellen. 1885 schloss das Fürstentum Reuß jüngerer Linie einen Vertrag mit Sachsen zum Bau der Strecken. Wenig später plante die Preußische Staatsbahn ihrerseits eine eigene Strecke, welche von der Hauptbahn Leipzig–Saalfeld ausgehend nach Lobenstein führen sollte. Daraufhin wurde vom Projekt der Schmalspurbahn Abstand genommen, der Bau der regelspurigen Sekundärbahn nach Hirschberg wurde am 26. Juli 1890 mit einem Staatsvertrag vereinbart.

Im Juli 1891 begannen die Bauarbeiten, die recht rasch vorankamen, so dass die Strecke ein Jahr später fertiggestellt war. Am 1. Juli 1892 wurde die 19,94 km lange Strecke eröffnet.

Der Personenverkehr ist seit 29. Mai 1994 eingestellt, der Streckenabschnitt vom Abzweig des Anschlussgleises zum Sägewerk Rettenmeier (km 16,2) bis Hirschberg (Saale) ist seit 21. August 2000 stillgelegt. Der verbleibende Abschnitt wurde zunächst weiter unter Regie von DB Netz betrieben, im Dezember 2005 jedoch aus technischen Gründen gesperrt. Ein Tochterunternehmen des Sägewerks, die Rettenmeier Air & Rail Betriebs GmbH & Co. KG, pachtete die Verbindung daraufhin zum 1. September 2006 unter gleichzeitiger Umwandlung der öffentlichen Streckeninfrastruktur in ein Anschlussgleis. Nach einer im Frühjahr 2007 vorgenommenen Sanierung erfolgte Anfang Juni 2007 die Wiederinbetriebnahme.[1][2][3]

Die Firma Rettenmeier wurde bis Mitte/Ende 2008 mehrmals die Woche von Ganzzügen verschiedener Gütertransportfirmen angefahren. Seitdem gibt es nur noch unregelmäßig Übergaben zum Sägewerk.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Europäische Privatbahnen '08/09. DVV Media Group, Hamburg 2008, ISBN 978-3-7771-0383-9, S. 348–349.
  2. Bahn-Report. Nr. 2/06, 2006, ISSN 0178-4528, S. 68.
  3. Bahn-Report. Nr. 6/06, 2006, ISSN 0178-4528, S. 77.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Angela Carl, Mario Carl: Schönberg (Vogtl.) - Hirschberg (Saale). Geschichte einer Nebenbahn im reußischen Oberland. edition bohemica, Himmelkron 2010, ISBN 978-3-940819-14-7.