Bahnstrecke Teterow–Gnoien

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Teterow–Gnoien
Streckennummer (DB):6937
Kursbuchstrecke (DB):176 (1996)
Streckenlänge:26,5 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
von Güstrow
0,0 Teterow
nach Neubrandenburg
1,9 Teterow See
7,1 Thürkow
10,2 Schwetzin
12,4 Groß Wüstenfelde
14,9 Schrödershof
17,2 Poggelow
20,8 Klein Lunow
von Grammow
24,9 Dölitz
26,5 Gnoien

Die Bahnstrecke Teterow–Gnoien war eine eingleisige Nebenbahn in Mecklenburg-Vorpommern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhofsgebäude in Gnoien (2009)
Siegelmarke der Gnoien-Teterower Eisenbahn-Gesellschaft

Gnoien - Teterower - Eisenbahn-Gesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1864 wurde die Bahnstrecke Bützow–Stettin von Güstrow über Teterow nach Neubrandenburg verlängert, drei Jahre später weiter nach Stettin. Dadurch wurden frühere Planungen für abzweigende Bahnen von dieser Strecke wieder aufgegriffen. Eine davon war eine Bahn von Teterow nach Gnoien mit eventueller Verlängerung nach Bad Sülze. Nachdem 1883 ein Schreiben mit genauen Planungen in den Schweriner Landtag eingereicht wurde, entschied das Eisenbahnkomitee des Landtags zwischen der Strecke von Teterow nach Gnoien und einer von Neukalen nach Gnoien. Im Dezember 1883 entschied sich das Gremium für die Variante Teterow-Gnoien.

Zur Erschließung der vor allem landwirtschaftlich genutzten Gegend nördlich von Teterow mit der Kleinstadt Gnoien wurde im August 1883 die Gnoien-Teterower Eisenbahn-Gesellschaft gegründet, welche das in Stettin ansässige Unternehmen Lenz & Co. für den Bau und den Betrieb beauftragten.

Die Konzession zum Bau der Strecke wurde am 14. Februar 1884 erteilt. Die Strecke wurde am 5. November 1884 eröffnet. Ursprüngliche Überlegungen, die Strecke weiter über Tribsees in Richtung Stralsund oder Greifswald zu führen, wurden nicht verwirklicht.[1] 1889 wurde die Privatanschlussbahn von Dölitz nach Grammow eröffnet, die anfangs vor allem der Abfuhr von Rüben zur Zuckerfabrik in Teterow diente und – später als Nebenbahn betrieben – bis zur Demontage 1946 existierte.

Betrieb in Staatseigentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. März 1890 wurde die Bahngesellschaft, wie viele andere private mecklenburgischen Bahngesellschaften jener Zeit, verstaatlicht und Bestandteil der Großherzoglichen Friedrich-Franz-Eisenbahn.[2] Dabei gingen drei Lokomotiven der Teterow-Gnoiener Eisenbahn in den Bestand der Staatsbahn über.

Nach dem Ersten Weltkrieg ging die Strecke wie die ganze Friedrich-Franz-Bahn in den Deutschen Reichseisenbahnen auf, aus denen sich die Deutsche Reichsbahn entwickelte. Praktisch im gesamten Existenzzeitraum der Strecke bestand das Personenzugangebot aus vier, selten fünf, Zugpaaren, die zwischen Teterow und Gnoien pendelten. Nach 1945 entging die Strecke nur knapp der Demontage durch die sowjetischen Besatzungstruppen.[3] Bedeutung hatte sie bis 1990 vor allem für den Güterverkehr mit landwirtschaftlichen Produkten. 1990 fuhren die letzten Zuckerrübenzüge, das übrige Frachtaufkommen schmolz dahin.[3]

Mitte der 1990er Jahre war die Verbindung in zweifacher Hinsicht ein Kuriosum: Zum einen verkehrte hier der letzte Personenzug mit Güterbeförderung bei der Deutschen Bahn, der einen Brennstoffhändler am Bahnhof Gnoien belieferte. Zum anderen gab es hier eine mehrere Kilometer lange Langsamfahrstelle, die nur mit 10 km/h befahrbar war. Die Züge benötigten zuletzt 33 Minuten für die fünf Kilometer von Thürkow nach Groß Wüstenfelde.[4] Dies führte – auch aufgrund der dünnen Besiedlung entlang der Strecke – zu ihrem raschen Ende. Am 1. Juni 1996 wurde der Verkehr eingestellt, ein Jahr später wurde die Strecke stillgelegt. Heute sind die Gleise komplett abgebaut.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lothar Schultz: Eisenbahnen in Mecklenburg. 3. Auflage, transpress, Berlin 1992, ISBN 3-344-70732-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Wilhelm: Die Franzburger Südbahn. EK Verlag, Freiburg 1997, ISBN 3-88255-424-X
  2. Schultz, Eisenbahnen in Mecklenburg
  3. a b W. Fiegenbaum, W. Klee: Abschied von der Schiene. Stuttgart 1999, S. 15
  4. Kursbuch 1995/96