Bahnstrecke Wien Penzing–Wien Meidling

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Wien Penzing–Wien Meidling
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:15 kV 16,7 Hz ~
Zweigleisigkeit:Abzw Hütteldorf 1–Wien Meidling
Strecke – geradeaus
Westbahn von Wien Westbahnhof
   
Vorortelinie von Wien Heiligenstadt
Bahnhof, Station
0,000 Wien Penzing
   
Westbahn nach Salzburg Hauptbahnhof
Brücke über Wasserlauf (groß)
Wienfluss
   
U-Bahn (ehemals Stadtbahn / elektrische Stadtbahn)
   
von Wien Hütteldorf
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
1,900 Abzw Hütteldorf 1 (ehemals Bahnhof St. Veit an der Wien)
Kilometer-Wechsel
2,484 HOA/FOA/SOA-Anlage
   
Lainz
Haltepunkt, Haltestelle
3,645 Wien Speising
   
Straßenbahn Wien
Bahnhof ohne Personenverkehr
4,532 Maxing
   
Ober Hetzendorf
   
Donauländebahn nach Winterhafenbrücke
Tunnel
Tunnel Altmannsdorfer Straße (334 m)
   
Südbahn von Spielfeld-Straß und Schnellfahrstrecke von St. Pölten
Bahnhof, Station
Wien Meidling
   
Stammstrecke nach Wien Floridsdorf
Strecke – geradeaus
Südbahn nach Wien Hauptbahnhof
Brücke über den Wienfluss aus Richtung Wien Penzing (links) in Richtung Wien Meidling (rechts)
S-Bahn-Zug nach Unter-Purkersdorf vor dem ehemaligen Bahnhof St. Veit an der Wien nahe der Hietzinger Hauptstraße, 2010
Haltestelle Wien Speising

Die Bahnstrecke Wien Penzing–Wien Meidling ist eine Eisenbahnstrecke im Stadtgebiet von Wien. Sie verbindet den Bahnhof Wien Penzing an der Westbahn mit dem Bahnhof Wien Meidling an der Südbahn und ist historisch Teil der Wiener Verbindungsbahn, deren östliche Verlängerung zum Bahnhof Wien Praterstern heute zur Stammstrecke der Wiener S-Bahn gehört.

Der Bau der Strecke war erforderlich, weil sowohl die 1841 eröffnete Südbahn als auch die 1858 eröffnete Westbahn jeweils in Kopfbahnhöfen endeten und ursprünglich nicht miteinander verbunden waren. Um diesem Zustand abzuhelfen, errichtete Carl Ritter von Ghega die hier behandelte Verbindung, die am 20. Dezember 1860 in Betrieb ging und in den Jahren 1971 bis 1974 elektrifiziert wurde. Mit Inbetriebnahme des Lainzer Tunnels und des Wiener Hauptbahnhofs im Jahr 2012 verlor sie jedoch stark an Bedeutung.

Für den Personenverkehr war der westliche Abschnitt der Verbindungsbahn stets von geringer Wichtigkeit. Dieser wurde erst 1883 aufgenommen, von 1898 bis zum Ersten Weltkrieg war die Strecke dann Teil der dampfbetriebenen Wiener Stadt- und Verbindungsbahn. Nach einer langen Periode ohne Nahverkehrszüge wird sie seit 1989 von der S-Bahn bedient. Darüber hinaus nutzten früher vereinzelt Fernzüge die Verbindung zwischen West- und Südbahn, so beispielsweise der Orient-Express.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Fahrtrichtung Salzburg betrachtet zweigt die Strecke nach Meidling nach dem Bahnhof Wien Penzing nach links von der Westbahn ab und führt in einem weiten Bogen nach Süden. Anschließend überquert sie im 13. Wiener Gemeindebezirk Hietzing den Wienfluss. Bei der Hietzinger Hauptstraße in Unter-St.-Veit mündet im ehemaligen Bahnhof St. Veit an der Wien die erst am 28. Juni 1883 eröffnete Verbindungskurve vom Bahnhof Wien Hütteldorf ein, ab hier ist die Strecke zweigleisig. Der Bahnhof wurde am 22. Jänner 1960 zu einer Abzweigstelle abgewertet und das Stellwerk 2 aufgelassen; das dritte Bahnhofsgleis wurde ebenfalls entfernt. Dort soll nach aktuellen Planungen, die 2015 bekräftigt wurden, bei der Kreuzung der Verbindungsbahn mit der Hietzinger Hauptstraße bald eine neue S-Bahn-Haltestelle errichtet werden.[1] Einige hundert Meter südlich davon bestand einst die Haltestelle Lainz.

Durch die Fertigstellung des Spurplanstellwerkes im Bahnhof Maxing war es möglich, die bisher handbedienten Schrankenanlagen Auhofstraße, Hietzinger Hauptstraße (jeweils am 19. Jänner 1979), Veitingergasse, Jagdschlossgasse (jeweils am 2. Februar 1979), Versorgungsheimstraße und Speisinger Straße (jeweils am 23. Februar 1979) auf Automatikbetrieb umzustellen. Der Schließvorgang erfolgt bei den ersten drei Eisenbahnkreuzungen fahrtbewirkt durch Einschaltstellen, die anderen werden fahrstraßengesteuert eingeschaltet. Alle Schrankenanlagen bis auf jene in Veitingergasse und Speisinger Straße schließen versetzt – das heißt, dass sich von den beiden für den Straßenverkehr hintereinanderliegenden Schrankenbäumen zuerst der vordere und erst danach der hintere senkt, wodurch ein Einsperren von Fahrzeugen schwerer möglich ist.[2]

Es folgen ein Bogen nach Osten und die im Personenverkehr benützte Haltestelle Speising bei der Speisinger Straße beziehungsweise Lainzer Straße. Dort befand sich 2006–2011 ein Ladegleis für Aushubmaterial des Lainzer Tunnels, der mit Fahrplanwechsel vom 9. Dezember 2012 eröffnet wurde und den beträchtlichen Güterverkehr der Strecke, seit Dezember 2015 auch den kompletten Fernverkehr zum Hauptbahnhof, aufnimmt.

Es folgt für Güterzüge der Bahnhof Maxing. Das Mittelstellwerk der Bauart DrS wurde am 14. Dezember 1978 in Betrieb genommen und ersetzte auch das mechanische Stellwerk St. Veit an der Wien und den Blockposten St. Veit 1. Die Gesamtkosten der Errichtung beliefen sich auf 48 Millionen Schilling.[3]

In Maxing soll nach aktuellen Planungen bei der Stranzenbergbrücke (einer Straßenbrücke über die Bahnstrecke nahe der Atzgersdorfer Straße, der Grenze zwischen Speising und Hetzendorf) ebenfalls eine neue S-Bahn-Haltestelle entstehen.

Die Strecke wechselt nun bei der Kernstraße, wo sich ehemals eine schmale Brücke über die Bahn befand, ostwärts in den 12. Wiener Gemeindebezirk, Meidling, und verläuft dort teilweise im Tunnel. Die früher oberirdische Führung der Strecke mit zwei Eisenbahnkreuzungen über die Schönbrunner Allee wurde in der ersten Hälfte der 1970er Jahre aufgegeben. Kurz bevor der Bahnhof Wien Meidling an der Südbahn, Fahrtrichtung Nordosten, erreicht wird, zweigt südöstlich beim Hetzendorfer Friedhof die Donauländebahn zur Winterhafenbrücke ab.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Wegenstein: Die Verbindungsstrecken im Raume Wien, Reihe "Bahn im Bild" Nr. 79. Verlag Pospischil, Wien 1991.
  • Wolfgang Zenker: Umbau der Verbindungsbahn Hütteldorf-Meidling. Diplomarbeit. Technische Universität Wien, Wien 1984.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie: Ausbauplan Bundesverkehrsinfrastruktur 2013–2018 (PDF; 202 kB)
  2. Automatisierung von Schranken auf der Wiener Verbindungsbahn, in: ÖBB-Journal, Nr. 1 / 1979, S. 14
  3. Bahnhof Maxing: Neues Mittelstellwerk, in: ÖBB-Journal Nr. 1 / 1979, S. 26