Bairisch Diatonischer Jodelwahnsinn

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Bairisch Diatonischer Jodelwahnsinn
Allgemeine Informationen
Herkunft München, Bayern, Deutschland
Genre(s) Volksmusik, Neue Volksmusik, Kabarett
Gründung 1986, 2014
Auflösung 2002
Website www.bairisch-diatonischer-jodelwahnsinn.de
Gründungsmitglieder
Otto Göttler
Aktuelle Besetzung
Otto Göttler
Geli Huber (seit 2018)
Tobias Andrelang (seit 2018)
Ehemalige Mitglieder
Monika Drasch (bis 2002)
Josef Brustmann (bis 2016)
Petra Amasreiter (2015 bis 2018)
Wolfgang Neumann (2016 bis 2018)

Der Bairisch Diatonische Jodelwahnsinn (manchmal mit BDJW abgekürzt) ist seit 1986 eine bayerische Musik- und Kabarettgruppe im Bereich der traditionellen Bayerischen Volksmusik und der Neuen Volksmusik.

Bandgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ursprünge des Bairisch Diatonischen Jodelwahnsinn liegen bereits im Jahr 1986, als der ehemalige Radrennfahrer und Weinhändler Otto Göttler sich mit ein bis vier weiteren Musikanten als Musikband mit skurrilen, aber auch politisch kritischen Texten zusammentat. Sie spielten auf diversen Kleinkunstbühnen, Stadtteilfesten und in Wirtshäusern, aber auch auf politischen Veranstaltungen wie beispielsweise der Anti-WAA-Initiative oder einer Wahlkampftour der SPD.

BDJW 1993, Otto Göttler, Monika Drasch, Josef Brustmann

Die Gruppe begann sich 1991 neu zu formieren, als Otto Göttler die Musikstudentin Monika Drasch kennenlernte. 1992 stieß der Musiklehrer Josef Brustmann dazu, der ab 1993 festes Mitglied der Gruppe wurde. In dieser Kombination spielten und sangen die drei zehn Jahre miteinander.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größere Kreise wurden zuerst bei einem Tollwood-Festival auf den Bairisch Diatonischen Jodelwahnsinn aufmerksam. Ihr Instrumentarium umfasste neben Geige, Dudelsack, Drehleier, Zither, Gemshorn, Saxophon, singender Säge, Tuba, Tenorhorn, Pauke, Mundharmonika, Konzertina, Okarina, Ukulele, Gitarre, „Pfanntarre“ (einer leicht modifizierten Bratpfanne), Alphorn, Harfe, Cello, und Bandoneon die Diatonische Ziehharmonika, deren Wichtigkeit für die Musik des Bairisch Diatonischen Jodelwahnsinn auch bereits aus ihrem etwas merkwürdigen Namen hervorgeht. Ebenso vielseitig war die Gruppe in ihrer Musik, die von der bayrischen Gstanzl-Tradition über Zwiefachen auch Elemente von Blues, Rap und Rock oder der klassischen Musik beinhaltete. Mit ihrer künstlerischen Art, entsprechend arrangierte Melodien der traditionellen bayerischen Volksmusik mit oft frech-subversiven, leicht anarchistischen, aber auch schönen poetischen Texten in bis dahin so nicht gehörter Weise zu kombinieren, erzielten sie beim Publikum einen umwerfenden Eindruck und gewannen eine große Fangemeinde unter den Freunden der Neuen Volksmusik und des Musikkabaretts.

Auflösung und neuer Anfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auftritt 2015 beim Bardentreffen in Nürnberg

2002 löste sich die Gruppe auf und die Mitglieder gingen eigene Wege. 2014 entschied Otto Göttler mit Josef Brustmann wieder gemeinsam aufzutreten, diesmal mit der Geigerin Petra Amasreiter. Von März 2015 bis Juli 2016 tourte das Trio mit dem Programm Die Zeit ist reif.[1] Im August 2016 schied Josef Brustmann aus, der Gitarrist Wolfgang Neumann trat bis Sommer 2018 an seine Stelle. Seit Sommer 2018 führt Otto Göttler das Trio mit der Harfenistin Geli Huber und dem Kontrabassisten Tobias Andrelang weiter.[2]

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über den Bairisch Diatonischen Jodelwahnsinn
Musik und Texte, die einen einfach packen, auch wenn man mit dem Kopf noch ganz woanders ist... Anarcho-Volksmusik stand früher auf dem Stempel der Truppe, und offenbar sah man für den Jodelwahnsinn reloaded wenig Veranlassung, daran etwas zu ändern.
Süddeutsche Zeitung vom 24. April 2015
Tatsächlich zeigten die folgenden zwei Stunden, dass sich die drei Vollblutmusikanten als Bairisch Diatonischer Jodelwahnsinn ihre verspielte, skurrile und poesiereiche Anarcho-Show abzogen...
Augsburger Allgemeine vom 5. Dezember 2015
Und so kochten die Drei – Petra Amasreiter, Otto Göttler und Wolfgang Neumann – ihr manchmal recht scharf gewürztes musikalisches Süppchen….. Die Texte des Musikkabarett-Trios sind intelligent – die Musik ist echt und hat nichts mit der „volkstümlichen“ Musik zu tun.
Passauer Neue Presse vom 24. Januar 2017
Serviert wird alles wie süßer Senf auf der Münchner Weißwurst, mit dick bestrichenem Humor der Sonderklasse. Laut, frech, schräg, manchmal derb kommen sie daher, benutzen ihre Instrumente virtuos und hinterlassen ganz viel bayrische Sympathie.
Badische Neueste Nachrichten vom 20. März 2017

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aus tiefster Brust (1995)
  • Ausflug (1996)
  • Sägenlieb (1999)
  • Da Wahnsinn (2017)

Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Phönix aus der Asche (1986)
  • Bairisch Diatonischer Jodelwahnsinn (1988)
  • Aus tiefster Brust (1994)
  • Ausflug (1996)
  • Sägenlieb (1999)
  • Ins Amerika (2001)
  • Die Zeit ist reif (2015)
  • Der Name ist Programm (2016)
  • Da Kema Drei (2018)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bairisch Diatonischer Jodelwahnsinn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Petra Schneider: Deftig, saftig, scharf In: Süddeutsche.de. 19. April 2015, abgerufen am 22. April 2015.
  2. Webseite Bairisch Diatonischer Jodelwahnsinn: [1],abgerufen am 1. Februar 2019.