Baltische Föderale Immanuel-Kant-Universität

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Балтийский федеральный университет имени Иммануила Канта
Gründung 1966
Trägerschaft staatlich
Ort Kaliningrad (vor 1945: Königsberg)
Land Russland
Studenten 16.000
Website www.kantiana.ru

Die Baltische Föderale Immanuel-Kant-Universität (russisch Балтийский федеральный университет имени Иммануила Канта) ist eine Universität in der russischen Stadt Kaliningrad, dem früheren Königsberg (Preußen). Seit der Perestroika versteht sie sich zunehmend als Nachfolgeeinrichtung der Albertus-Universität Königsberg, deren Betrieb in der Schlacht um Königsberg eingestellt worden war. Bis 2005 hieß sie Kaliningrader Staatliche Universität, dann bis 2012 Immanuel-Kant-Universität Kaliningrad (russisch Российский государственный университет имени Иммануила Канта). Seither trägt sie den Namen Baltische Föderale Immanuel-Kant-Universität. Sie ist eine von acht Föderalen Universitäten Russlands. In Moskau und Sankt Petersburg befinden sich die beiden nationalen Staatsuniversitäten des Landes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hauptgebäude der Immanuel-Kant-Universität steht auf den Fundamenten der Albertus-Universität

Gründungszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der nördliche Teil Ostpreußens mit Königsberg 1945 unter sowjetische Verwaltung gestellt und die Stadt 1946 unter Vertreibung der deutschen Bevölkerung und Ansiedlung von Bürgern aus allen Teilen der ehemaligen Sowjetunion in Kaliningrad umbenannt.

Ab 1948 nutzte das russische Staatliche Kalininingrader Pädagogische Institut Teile des Campus der früheren Albertina. 1966 erhielt das Institut den Status einer Universität mit dem Namen Kaliningrader Staatliche Universität. In den 1960er Jahren wurde auf den Grundmauern des kriegszerstörten Hauptgebäudes der Albertina am Paradeplatz ein Neubau errichtet, dessen Hauptportal der frühere linke Seiteneingang im erhalten gebliebenen Liebenthal-Flügel bildet. An der Universität wurde 1974 ein Kant-Museum eingerichtet, in dem nicht nur an den Philosophen, sondern auch an andere Traditionen der deutschen Albertina erinnert wird. Mit der Öffnung Russlands in den 1990er Jahren fanden die Traditionen der Albertina vor Ort verstärktes Interesse. Beispielsweise wird seit der Perestroika gerne auf den Namen Albertina zurückgegriffen, so bei der zeitweiligen offiziellen Internetadresse www.albertina.ru.

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlässlich der 450-Jahr-Feier der Universität im August 1994 fanden ein deutsch-russischer Gottesdienst im restaurierten Königsberger Dom und ein mehrsprachiger Festakt in der Universität statt.

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 750-jährigen Stadtjubiläum Kaliningrads im Juli 2005 wurde die Universität in Anwesenheit des russischen Präsidenten Wladimir Putin und des deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder in Immanuel Kant-Universität umbenannt.

Internationale Beziehungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Unabhängigkeit Litauens im September 1991 und der kurz darauf erfolgten Auflösung der Sowjetunion hat das zur Russischen Föderation gehörende Kaliningrader Gebiet keine räumliche Verbindung mehr zum übrigen russischen Staatsgebiet. In politischer, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht ergeben sich aus der EU-Mitgliedschaft der unmittelbaren Nachbarn Polen und Litauen neue Bedingungen für die russische Exklave und die Universität im internationalen Verkehr. Im Rahmen des Alexander-Herzen-Programms für deutsch-russische Kooperation hat der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) dem Lehrstuhl für Außenpolitik und Internationale Beziehungen der Friedrich-Schiller-Universität Jena Mittel zur Verfügung gestellt, um an der Immanuel-Kant-Universität Lehrveranstaltungen zu europäischen und internationalen Studien durchzuführen. Das politikwissenschaftliche Projekt knüpft an traditionelle Verbindungen zwischen Jena und Königsberg an. An Fichte, Hegel und Schelling, die mit Kant den Deutschen Idealismus begründeten, erinnern noch heute Denkmäler in Kaliningrad. Die Schriften Kants – vor allem Zum ewigen Frieden (1795) – sind Lehr- und Lernstoff an beiden Partneruniversitäten.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]