Bariumsulfid

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Kristallstruktur
Struktur von Bariumsulfid
__ Ba2+     __ S2−
Kristallsystem

kubisch

Raumgruppe

Fm3m (Nr. 225)Vorlage:Raumgruppe/225

Koordinationszahlen

Ba[6], S[6]

Allgemeines
Name Bariumsulfid
Verhältnisformel BaS
Kurzbeschreibung

farblose kubische Kristalle[1] mit Geruch nach faulen Eiern[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 21109-95-5
EG-Nummer 244-214-4
ECHA-InfoCard 100.040.180
Wikidata Q411656
Eigenschaften
Molare Masse 169,39 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

4,25 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

2227 °C[3][1]

Siedepunkt

Zersetzung[2]

Löslichkeit

in Wasser Hydrolyse[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[4] ggf. erweitert[2]
06 – Giftig oder sehr giftig 05 – Ätzend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 290​‐​301​‐​332​‐​314​‐​400
EUH: 031
P: 260​‐​280​‐​301+330+331​‐​310​‐​303+361+353​‐​304+340+310​‐​305+351+338 [2]
MAK

0,5 mg·m−3[2]

Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−460,0 kJ/mol[5]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Bariumsulfid ist das Sulfid des Bariums.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bariumsulfid wird aus Bariumsulfat (Schwerspat) hergestellt; dazu wird BaSO4 mit Kohlenstoff bei 1000 °C im Drehrohrofen zu BaS reduziert:

Bariumsulfid hoher Reinheit lässt sich in kleinen Mengen durch Erhitzen von Bariumcarbonat bei etwa 1000 °C in einem genügend starken Strom von Schwefelwasserstoff und Wasserstoff gewinnen.[6]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Physikalische Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bariumsulfid ist ein farbloser bis grauer Feststoff, der an Luft leicht oxidiert und sich bei Feuchtigkeit zersetzt. Es kristallisiert kubisch in der Natriumchlorid-Struktur mit einem Gitterparameter von a = 6,39 Å und vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.[6] Unreines Bariumsulfid phosphoresziert nach Lichteinwirkung.[1] Das wurde 1602 in Bologna entdeckt (Bologneser Leuchtstein) durch Vincentio Casciorolo und erregte damals große Aufmerksamkeit bei Alchemisten. Da die Entdeckung vor der des Phosphors erfolgte, ist dies die erste Beobachtung von Phosphoreszenz.

Chemische Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bariumsulfid setzt bei Säureeinwirkung Schwefelwasserstoff frei:

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bariumsulfid wird zur Herstellung von Bariumsalzen verwendet. Dabei wird es mit Säuren zu den entsprechenden Salzen umgesetzt. Beispiel:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Eintrag zu Bariumsulfid. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 14. Juli 2014.
  2. a b c d e f Eintrag zu Bariumsulfid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 23. Juli 2016 (JavaScript erforderlich).
  3. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Physical Constants of Inorganic Compounds, S. 4-50.
  4. Eintrag zu Barium sulphide im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  5. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-6.
  6. a b Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band II, Ferdinand Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 927.