Basler Läckerli

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Basler Läckerli
Der frisch angeschnittene Teig
Die Zuckerglasur, welche das bekannte Wolkenmuster macht

Basler Läckerli oder Basler Leckerli ist ein traditionelles, lebkuchenartiges Gebäck, das nach dem ursprünglichen Herstellungsort, der Stadt Basel, benannt ist.

Rezeptur[Bearbeiten]

Basler Läckerli werden unter anderem aus Weizenmehl, Honig, kandierten Früchten (Orangeat, Zitronat) und Nüssen (Haselnüsse, Mandeln) hergestellt. Der flach ausgewallte, gebackene Teig wird noch warm in kleine rechteckige Stücke (die Läckerli) geschnitten, nachdem er zuvor mit einer Zuckerglasur überpinselt worden ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Als der Handel mit orientalischen Gewürzen im 11. Jahrhundert Europa erreichte, begannen zuerst die zahlungskräftigen Klöster, die Honiggebäcke damit zu würzen. Diese Sitte verbreitete sich allmählich in die Städte, wo in der Schweiz im 15. Jahrhundert das Gewerbe der Lebküchner entstand. Ab dem 17. Jahrhundert tauchen erste unterschiedliche Lebkuchen- und Leckerli-Rezepte in den Kochbüchern auf. Läckerli waren früher in der ganzen Deutschschweiz verbreitet; bis in die heutige Zeit haben die Basler Leckerli sowie – mit anderer Rezepter – die Züriläckerli überlebt. In einem Dokument erscheinen die Basler Läckerli erstmals in einer Abrechnung der Gartnernzunft vom 10. Oktober 1711, wo «3 Blatten Läckerlin» erwähnt werden.

Die verbreitete Legende, dass die Basler Läckerli im 15. Jahrhundert für die Mitglieder des Basler Konzils kreiert wurden, muss als falsch angesehen werden. Die Zoll- und Kaufhausakten im Staatsarchiv Basel-Stadt besagen, dass wesentliche Zutaten für das Basler Läckerli im 15. Jahrhundert in Basel noch nicht auf dem Markt waren.

Schreibweise und Wortherkunft[Bearbeiten]

Wie bei vielen Bezeichnungen dialektalen Ursprungs gibt es verschiedene Schreibweisen. Der baseldeutschen Aussprache [lækːəʀlɪ] entspricht nach den Regeln der Dieth-Schreibung die Schreibung Läggerli. Sowohl das «Baseldeutsch-Wörterbuch» von Rudolf Suter[1] als auch das «Neue Baseldeutsch-Wörterbuch» von Markus Gasser et al.[2] empfehlen folglich diese Schreibweise für im Dialekt geschriebene Texte. Der Duden erachtet für die Standardsprache die Schreibung Leckerli als korrekt, und diese ist in der Schweiz denn auch recht verbreitet. In Basel wird hingegen meist Läckerli geschrieben, auch von einem grossen Hersteller des Gebäcks und von der «Basler Zeitung». Bereits die erste amtliche Erwähnung von 1720 (also lange vor der Vereinheitlichung und Regulierung der deutschen Rechtschreibung) lautete Basler Läckerli.

Das Substantiv Läggerli leitet sich vom heute wenig üblichen schweizerdeutschen Verb lägge «lecken» ab und bedeutete ursprünglich «Naschwerk»; man vergleiche die zum gleichbedeutenden schläcke «schlecken» gebildeten Wörter Schläckwaar «Schleckware» und Schläckzüüg «Schleckzeug» für Süssigkeit überhaupt.[3]

Varia[Bearbeiten]

Im subkulturellen Sprachgebrauch werden die typisch rechteckigen Dosiseinheiten des LSD ebenso benannt. Dies ist ein Hinweis auf die Erfindung der Substanz durch den Chemiker Albert Hofmann in den Basler Labors der Firma Sandoz im Jahre 1943.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rudolf Suter, Baseldeutsch-Wörterbuch, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage, Christoph Merian Verlag 1995, ISBN 3-85616-064-7
  2. Markus Gasser et al., Neues Baseldeutsch-Wörterbuch, Christoph Merian Verlag 2010, ISBN 978-3-85616-502-4
  3. Vgl. die einschlägigen Wortartikel und Wortzusammenhänge im Schweizerischen Idiotikon.