Bavaria-Buche

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Die Bavaria-Buche
Die Bavaria-Buche 2004
Die Bavaria-Buche 2007
Die Bavaria-Buche 2009
Reste der Bavaria-Buche 2015

Die Bavaria-Buche war ein markantes Baumexemplar der Rotbuche (Fagus sylvatica) in Oberbayern. Die bereits im Jahre 2006 durch einen Sturm stark beschädigte Buche wurde durch ein Unwetter am 19. August 2013 gänzlich zerstört. Sie war einer der eindrucksvollsten und meistfotografierten Bäume Deutschlands.

Alter und Größe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Alter der Bavaria-Buche wurde auf 500 bis 800 Jahre geschätzt, obwohl bekannt ist, dass Rotbuchen nur selten älter als 300 Jahre werden. Ihr Stammumfang betrug neun Meter und ihre Höhe 22 Meter. Die Krone hatte einen Durchmesser von mehr als 30 Metern und überdeckte eine Fläche von etwa 750 Quadratmetern.[1] Sie stand an der Stenzenhofer Straße 350 Meter nordwestlich des Ortsteils Pondorf der Gemeinde Altmannstein im oberbayerischen Landkreis Eichstätt im Naturpark Altmühltal.

Geschichte des Baumes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Baum wies bereits in den 1950er Jahren erhebliche Altersschwächen auf. Daher wurden beispielsweise Hohlräume mit Beton ausgefüllt. Im Juli 1995 brach ein erster großer Ast aus dem Baum und man begann laut über das Sterben der Bavaria-Buche zu sprechen. Im Januar 1999 brach ein weiter Ast unter der Raureiflast. Im Landratsamt Eichstätt sprach man davon, den Baum „in Würde“ sterben zu lassen. Der damalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber schrieb nach dem Astbruch 1999 in einem Brief: „Wir sollten bedenken, dass der Baum als Organismus einem natürlichen Alterungsprozess unterworfen ist“.[1]

Zudem litt der Baum unter mäßigem Pilzbefall, und der Boden um den Baum war massiv überdüngt.[1] Dies hatte zur Folge, dass die Krone zu schwer für den schon geschwächten Baum wurde, was höchstwahrscheinlich die Ursache für den Windbruch 2006 war. Es war geplant, den Baum mittels Stahlseilen zusammenzuhalten und am Boden zu verankern, um ihn sturmfest zu machen. Doch wäre diese Maßnahme zu Lasten des Aussehens und der Silhouette gegangen. Zum Schutz vor Vandalismus wurde das Areal um den Baum und seinen Überresten vor Jahren eingezäunt.

Die bekannteste Buche Deutschlands[1] war in den letzten Jahren ein sterbender Baum, der nach und nach Äste verlor, bis ein Sturm im Jahre 2006 die Baumkrone in zwei Hälften spaltete. Ein Gewitter am 19. August 2013 hat den letzten großen Seitenast der einst mächtigen Rotbuche abgebrochen und damit einen der bekanntesten Bäume Deutschlands gefällt.[2] Nach Auskunft des Info-Zentrums Naturpark Altmühltal ist nicht vorgesehen, das Holz zu entfernen. Der Standort soll vielmehr ein Totholz-Biotop werden. Es wurden bereits mehr als 600 Ableger gepflanzt, unter anderem vor dem Schloss Bellevue und der Bayerischen Staatskanzlei.

Bekanntheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von dem Fotografen Willy Matheisl wurde eine Fotoserie des Baumes über ein ganzes Jahr erstellt. Es entstanden somit zwölf Monatsbilder zur Dokumentation des Jahresverlaufs in der Natur. Auch gibt es aus der Serie ein sogenanntes Composing, welches in einem Bild die vier Jahreszeiten darstellt. Dieses Foto findet man bei der US-amerikanischen Bildagentur Getty Images, es hat durch weltweite Veröffentlichungen nicht unerheblich zum Bekanntwerden der Bavaria-Buche beigetragen. 1987 zierte die Bavaria-Buche die zweite Ausgabe der achtteiligen Sammelteller-Serie Uralte Riesen, die der Künstler Ernst Wetteroth unter der fachlichen Beratung von Hans Joachim Fröhlich gestaltete.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Joachim Fröhlich: Alte liebenswerte Bäume in Deutschland. Cornelia Ahlering, Buchholz 2000, ISBN 3-926600-05-5
  • Stefan Kühn, Bernd Ullrich und Uwe Kühn: Deutschlands Alte Bäume. Eine Bildreise zu den sagenhaften Baumgestalten zwischen Küste und Alpen. BLV, München, Wien und Zürich 2002, ISBN 3-405-16107-X
  • Hans Joachim Fröhlich: Wege zu alten Bäumen. Band 2: Bayern. WDV Wirtschaftsdienst, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-926181-09-5
  • Hans Joachim Fröhlich: Baumveteranen in Bayern. In: Mitteilungen aus der Bayerischen Staatsforstverwaltung, Heft 51, Band II: 250 Jahre Bayerische Staatsforstverwaltung – Rückblicke, Einblicke, Ausblicke. Hrsg. von Hans Bleymüller, Egon Gundermann, Roland Beck, München 2002, ISSN 1616-511X, Seite 655–663
  • Helmut Dollhopf, Herbert Liedel: Bavaria-Buche, Abschied vom Jahrtausend-Baum. Elmar Hahn Verlag 2001, ISBN 3-928645-23-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Torsten Hampel: Das Herbstzeitlos In: Der Tagesspiegel vom 22. November 2009
  2. Donaukurier: Die Bavaria-Buche ist tot, 20. August 2013.

Koordinaten: 48° 56′ 54″ N, 11° 33′ 37″ O