Bayerischer Trachtenverband

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Der Bayerische Trachtenverband e.V. ist der Dachverband der regionalen Vereinigungen von Trachtenvereinen mit Sitz in Traunstein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. Oktober 1925 wurden die „Vereinigten Trachtenverbände des Bayerischen Oberlandes“ im Hackerkeller in München gegründet, der Vorläufer des Bayerischen Trachtenverbandes. Er umfasste zehn Gründungsgauverbände zusammen mit 303 Vereinen und 19.135 Mitgliedern.

Bereits im Jahr 1909 wurde der Landesverband Bayerischer Heimat- und Volkstrachtenvereine gegründet.

Nach Planungen aus dem Jahr 2002 errichtete der Verband in Holzhausen bei Geisenhausen in Niederbayern ab 2005 das Trachtenkulturzentrum, das als Geschäftsstelle des Bayerischen Trachtenverbandes und der Bayerischen Trachtenjugend, als Archiv und Depot sowie als Jugendbildungsstätte dienen soll und 2014 fertiggestellt sein soll.[1]

Im Jahr 2002 schlossen sich die beiden bayerischen Landes-Trachtenverbände zu einem Großverband durch Verschmelzungsvertrag zusammen. Querelen um den Bau der Jugendbildungsstätte führten 2009 aber zum Austritt von drei Gauen. Der Gau Mittelfranken hielt den Bau für nicht finanzierbar[2]. Die Gaue Oberländer Vereinigung und IG Oberallgäu traten zudem aus, da das neue Zentrum in Nieder- und nicht in Oberbayern[3] liegt. Momentan sind 22 Gauverbände mit ca. 165.000 Mitgliedern im neu gegründeten „Bayerischen Trachtenverband e.V.“ mit Sitz in Traunstein vereinigt.

Der Bayerische Trachtenverband ist Mitglied im Deutschen Trachtenverband.

Zweck und Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband fungiert als Interessensvertretung aller ihm angeschlossenen Trachtenverbände in Bayern und kümmert sich um die Erhaltung und Pflege der bodenständigen, historischen Gebirgs- und Volkstrachten, den Erhalt des Bayerischen Brauchtums in Mundart, Volkslied, Volksmusik, Schuhplattler, Volkstanz und Laienspiel, den Schutz historischer Volkskunst, vertritt seine ihm angeschlossenen Verbände gegenüber Staat und Öffentlichkeit und betreibt Brauchtumspflege in der Jugendarbeit.

Organe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Organe des Verbandes sind der Landesvorstand, der Landesausschuss sowie die Landesversammlung. Vorsitzender ist seit 2011 Max Bertl.

Sachausschüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in der Regel jährlich zusammentretende Landesversammlung setzt Sachausschüsse für die Sachgebiete des Verbandes ein. Diese sind

  • Trachtenpflege und Trachtenforschung
  • Volkstanz und Schuhplattler
  • Volkslied und Volksmusik
  • Mundart, Brauchtum, Laienspiel sowie
  • Öffentlichkeitsarbeit

Bayerische Trachtenjugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bayerische Trachtenjugend als Jugendorganisation des Bayerischen Trachtenverbandes e.V. gliedert sich in Vereinsjugendgruppen, jeweilige Gaujugend und Bayerische Trachtenjugend.

Mit über 100.000 Mitgliedern gehört sie zu den 7 größten, anerkannten freien Trägern der Jugendhilfe in Bayern und verfolgt die gleichen Ziele wie die Erwachsenenorganisation – die Pflege bayerischen Brauchtums und bayerischer Kultur in ihrer ganzen Vielfalt. Damit verbunden fühlt sie sich auch den Prinzipien der Demokratie, Humanität, Gemeinnützigkeit, Toleranz, Solidarität, Pluralität und Ganzheitlichkeit verpflichtet und nimmt, als Mitglied im Bayerischen Jugendring, auf allen Ebenen an der Gestaltung der Lebensbedingungen für junge Menschen in Bayern teil.

Angeschlossene Gauverbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gauverband I, gegr. 1890, Sitz Traunstein
  • Oberlandler Gauverband, gegr. 1899, Sitz Miesbach
  • Bayerischer Inngau, gegr. 1903, Sitz Rosenheim
  • Lechgauverband, gegr. 1908, Sitz Hohenpeißenberg
  • Gau München und Umgebung, gegr. 1910, Sitz München
  • Heimat- und Trachtenvereinigung Huosigau, gegr. 1911, Sitz Weilheim
  • Allgäuer Gauverband, gegr. 1912, Sitz Immenstadt
  • Rhein-Main-Gauverband, gegr. 1914, Sitz Aschaffenburg
  • Vereinigung links der Donau, gegr. 1914, Sitz Nürnberg
  • Loisachgau, gegr. 1919, Sitz Penzberg
  • Isargau, gegr. 1919, Sitz München
  • Altbayerisch-Schwäbischer Gauverband, gegr. 1920, Sitz Augsburg
  • Oberer Lechgau, gegr. 1920, Sitz Füssen
  • Gau Niederbayern, gegr. 1923, Sitz Deggendorf
  • Donaugau-Trachtenverband, gegr. 1925, Sitz Ingolstadt
  • Gau Oberpfalz, gegr. 1926, Sitz Regensburg
  • Chiemgau-Alpenverband, gegr. 1926, Sitz Marquartstein
  • Trachtengauverband Oberfranken, gegr. 1927, Sitz Bayreuth
  • Bayerischer Waldgau, gegr. 1931, Sitz Viechtach
  • Dreiflüssegau, gegr. 1932, Sitz Passau
  • Trachtenverband Unterfranken, gegr. 1947, Sitz Würzburg
  • Oberpfälzer Gauverband, gegr. 1993, Sitz Regensburg

Verbandszeitung ist der "Heimat- und Trachtenbote".

Philatelistisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Ausgabedatum 11. Juni 2015 gibt die Deutsche Post AG ein Postwertzeichen im Wert von 62 Eurocent aus Anlass des 125. Gründungstages des ersten bayerischen Gebirgstrachtenverbands heraus. Der Entwurf stammt von Michael Kunter aus Berlin.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]
  2. https://www.welt.de/regionales/muenchen/article2565063/Heftige-Querelen-im-Trachtenverband.html
  3. Süddeutsche Zeitung vom 1. Oktober 2012