Bayerisches Alpenvorland

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Bayerisches Alpenvorland
Bayerisches Alpenvorland mit Städten, Gewässern und Eiszeit-Spuren

Als bayerisches Alpenvorland wird das Gebiet südlich der Donau bezeichnet, das sich bis zu den Bayerischen Alpen mit flachen und hügeligen Ausläufern erstreckt.

Das durch Überschiebung der Afrikanischen Kontinentalplatte auf die europäische Kontinentalplatte vor 50 - 2,6 Millionen Jahren (Tertiär) entstandene Molassebecken nahm dabei enorme Massen an erodiertem Schutt auf, welcher heute den Grund des bayerischen Alpenvorlandes bildet. Im südlichen Teil sind diese Molasseschichten allerdings durch den Einfluss der Gletschervorstöße aus den Zentralalpen im Rahmen der quartären Eiszeiten überformt worden. Für das heutige Erscheinungsbild ist dabei insbesondere der letzte Vorstoß der Gletscher im Rahmen der Würm-Kaltzeit verantwortlich. Dabei transportierten die Gletscher Erd- und Gesteinsmassen bis kurz vor München und lagerten sie in jenen charakteristischen, hügeligen Landformen ab, für die das bayerische Alpenvorland bekannt ist. Die vielen bayerischen Seen wurden von den Gletschern aus dem Molassegrund ausgeschabt (u.a. Ammersee, Starnberger See) oder entstanden später beim Rückzug der Gletscher durch von der Hauptzunge abgetrennte Toteisblöcke (u.a. die Osterseen). Die beim Abschmelzen des Gletschers verflüssigten Eismassen spülten große Mengen an Schotter in die Münchener Schotterebene. Zusammengefasst dokumentieren Moränenhügel, schottrige Sander und Seen in diesem Gebiet die Elemente der glazialen Serie.

Für eine ausführlichere Beschreibung der Geologie sei auf den Artikel zum Alpenvorland verwiesen.

Das bayerische Alpenvorland wird von den Flüssen Iller, Wertach, Lech, Ammer, Loisach, Isar und Inn durchzogen, die zumindest in den Alpen noch häufig dem früheren Verlauf der Gletscherzungen folgen. Die westliche Abgrenzung bildet die Grenze des Regierungsbezirkes Schwaben (Bayern) zu Baden-Württemberg und die östliche der Grenzfluss Salzach. Größte Stadt in der Region ist München, das inmitten des Alpenvorlandes an der Isar liegt.

In der naturräumlichen Gliederung, gemäß dem seit den 1950er-Jahren als Standardwerk dienenden Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands, unterscheidet man auf deutschem Boden vier naturräumliche Großregionen. Das Nördliche Alpenvorland mit Donau-Iller-Lech-Platte (04), Isar-Inn-Schotterplatte (05), Unterbayerischem Hügelland (06) sowie Südlichem Alpenvorland, das im Handbuch als Voralpines Hügel- und Moorland (03) bezeichnet wird. In Nachfolgepublikationen der 1990er Jahre (Einzelblätter Lindau und Kaufbeuren, Hansjörg Dongus) wurde vom Südlichen Alpenvorland, zum Teil auch noch von den nördlichen Voralpen gesprochen, zusätzlich wurde die neue Großregion Nagelfluhhöhen und Senken zwischen Bodensee und Wertach (02) mit Adelegg und Pfänder abgespalten. Der als Region 03 verbliebene, zweigeteilte Großteil des Südlichen Alpenvorlandes wird in jenen Gliederungen als Subalpines Jungmoränenland bezeichnet.

Nennenswerte Erhebungen des Bayerischen Alpenvorlandes sind das Burgkranzegger Horn im Höhenzug Rottachberg mit 1150 m, der Ursersberg im Adelegg mit 1129 m, der Auerberg mit 1055 m und der Hohe Peißenberg mit 988 m.